Ringebu in 28mm – Auf der Suche nach der idealen Brennweite der Reisefotografie
Wir sind mal wieder in Ringebu. Dieses Mal im Sommer. Ringebu liegt zentral im Gudbrandsdalen an der berühmten E6 in Norwegen. Von hier aus ist der Weg zu den bekannten Gebirgen wie Rondane, Jotunheim oder Dovre nicht mehr weit. Etwa 10km entfernt befindet sich das Kvitfjell, berühmt für seine jährlichen Ski-WM. In Ringebu selbst steht eine der größten norwegischen Stabkirchen. Und ebenso wird in Ringebu der Original Björklund Käsehobel produziert. Denn es war Björklund, der im nahe Lillehammer den Käsehobel erfand. Es wird also auch dieses Mal an Motiven nicht mangeln. Hatten wir im Winter ausschlielich die Brennweite 75mm eingesetzt, fotografieren wir nun mit gleicher Selbstverständlichkeit in der Brennweite 28mm. Mitgenommen haben wir das aktuelle Leica Elmarit M 2.8/28mm ASPH.

Kein Vergleich: Brennweite 28mm vs. 75mm
Nun bin ich nicht mit der Absicht unterwegs, die gleichen Motive aus dem Winter zu fotografieren. Zwangsläufig werden mir diese Motive aber wieder vor die Linse kommen. Doch werde ich sie unabhängig von meiner Kameraeinstellung aus dem vergangenen Winter versuchen einzufangen. Grunsätzlich geht es nicht darum, auf der Suche nach der besten Brennweite der Reisefotografie die Brennweiten von 75mm und 28mm gegeneinander zu stellen. Vielmehr möchte ich vermitteln, wie ich mit jeweiliger Brennweite ein Motiv einfange und dass sich der Charakter der Aufnahmen selbst bei gleichen Motiven fundamental unterscheiden kann aber nicht muss.
Die Brennweite 28mm gehört zu den klassischen Weitwinkel-Brennweiten. Das Leica Elmarit M 2.8/28mm ASPH. ist klein, leicht und hat eine grandiose optische Leistung ganz ohne digitale Korrekturen. Ideal also, ein solches Objektiv in der Reisefotografie einzusetzen. Auf Autofokus kann ich bei dieser Brennweite ohne all zu große Mühe verzichten. Den Unendlichkeitsbereich bei Blende 4 eingestellt bin ich für die meisten Aufnahmen vom Fokussieren befreit. Nur, wenn ich so nah wie möglich aufnehmen möchte, ändere ich diese Einstellung.
Nicht nur dieser Umstand macht eine Weitwinkel-Brennweite wie z.B. 28mm zu einer dynamischen Brennweite. Auch das Arbeiten geht schnell, spontan und unauffällig. Das Leica Elmarit M 2.8/28mm ASPH. hat die besten Attribute von zuhause aus mitbekommen. Ob gegen die Sonne oder aus der Hocke heraus, ob bewegte Szenen oder Dämmerung- man muss sich allein auf die Motivgetaltung konzentrieren.
Aprops Dynamik- nutzt man in der Reisefotografie oder auch Reportagefotografie eine Festbrennweite mit 28mm, bleibt man während der Motivsuche in Bewegung und entdeckt immer wieder neue Perspektiven.
Mit der Brennweite 28mm, die in vielen Bereichen mit der Brennweite 35mm konkurriert, kann man weitgehend jedes gängige Genre der Fotografie abdecken. Dabei wirken die Aufnahmen sehr lebendig und ofmals ehr agil.
Es gibt Reisen, da war die Brennweite 28mm meine meist genutzte. Bezieht man den Vordergrund mit ein, entstehen wunderbare Fluchten oder Tiefen. Selbst zu den Rändern bleiben die Motive bei meinem genutzten Objekti frei von Verzerrungen.
Wer mit der Brennweite 28mm auf Reisen geht, wird mit allen gängigen Motiven bestens zurecht kommen. Der Unterschied zur Brennweite 35mm ist in der Reisefotografie vernachlässigbar- bei 28mm hat man einen Hauch mehr Weite.
Verzichtet man dazu noch auf Autofokus, spart man ohne wirkliche Komforteinbußen enormes Gewicht und Volumen. Quer durch alle möglichen Markenfetischisten werden hier manuelle Objektive der Brennweite 28mm von Zeiss, Votländer und Leica hoch gelobt. Wir sebst nutzen die Anfangsöffnung von 2.8. Größere Öffnungen schlagen sich in Preis und Gewicht nieder.
Gut kombinierbar ist die Brennweite 28mm mit Brennweite 75mm (diese Kombi nutzen wir sehr oft) oder mit den Brennweiten 50mm und 90mm. Ohne Mühe kann man aber auch alleine mit der Brennweite 28mm auf Reisen gehen. Übrigens kann man das grundsätzlich mit allen gängigen Brennweiten. Man sollte sich aber persönlich mit dem individuellen Stil auseinander setzen. Brennweite 28mm ist sehr beliebt bei Einsteigern wie bei erfahrenen Fotografen aller Geschlechter.
Natürlich kann man auch ein Zoom-Objektiv einsetzen- ich selbst nutze ausschließlich nur noch Festbrennweiten und bewege mich eher auf die Motive zu. Vorteile gegenüber Zoom-Objektiven sind ganz klar Volumen, Gewicht und Energieverbrauch der Kamera.
Nun habe ich Ringebu im Winter mit der Brennweite 75mm und nun im Sommer mit der Brennweite 28mm fotografiert.
Ringebu ist ein übersichtlicher Ort. So hatte ich die Motive des Winters noch im Kopf. Dennoch bin ich eigene Wege gegangen, habe auch andre Motive eingefangen oder die gleichen Motive etwas anders in Szene gesetzt.
Wenn ich es also schaffe, durchgehend mit der Brennweite 28mm und ebenso durchgehend mit der Brennweite 75mm zu fotografieren, könnte die klassische Brennweite 50mm eigentlich die Brennweite für alle Fälle in der Reisefotografie sein. In wenigen Monaten sind wir wider hier. Und wer weiß, vielleicht ziehe ich dann einzig mit der Brennweite 50mm durch die Straßen von Ringebu. Was aber auf jeden Fall bleibt: es ist total egal, welche Brennweite ich im Gepäck habe- mit jeder gängigen Brennweite zwischen 24mm und 90mm allein wird man seine Reise gut dokumentieren können.
Übrigens: Von Ringebu aus bin ich zu einer enwöchigen Wandertour ins Sylan aufgebrochen und habe wieder nur das Leica Elmarit M 2.8/28mm ASPH. in den Rucksack gepackt. Weil es das kleinste ist, was mir gerade zur Verfügung steht.

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