Polare Stratosphärenwolken – Das Polarlicht am Tage
Wir verbringen einige Zeit im Dezember und Januar in Norwegen. Im Gudbrandsdalen herrschen Temperaturen von minus 10 bis minus 20 Grad. Schnee bedeckt das Tal. Eine stabile Eisdecke liegt auf dem Lågen. Hell wird es gegen halb 10 Uhr am Morgen, während bereits ab 15.00 Uhr die Dämmerung wieder einsetzt. Auf dem Weg nach Ringebu fällt uns auf einmal eine Wolke auf, wie ich sie bisher noch nicht gesehen habe. Polarlichter kenne ich ja. Aber die leuchten in der Dunkelheit. Die Sonne scheint und es ist nun wirklich taghell. Aber diese Wolke… Und es werden immer mehr. Dass es sich um polare Sttosphärenwolken handelt, werde ich später erfahren.
Regenbogenwolken, irisierende Wolken oder Perlmutwolken?
Nun bin ich nicht de erste, der solche bunten Wolken entdeckt, aber für mich war es tatsächlich das erste Erlebnis dieser Art. Und es ging mit kontinuierlicher Steigerung etwa drei Stunden, bis der vom Tal aufsteigende Nebel jeglichen Blick verhinderte.
Tatsächlich gibt es wohl einige Unterschiede innerhalb dieser durchaus seltenen bunten Wolken.
Stratosphärische Wolken treten in der Winterzeit vornehmlich in polaren Regionen auf. Sie werden aufgrund ihrer Farbgebung auch Permuttwolken genannt. Dabei haben sie ebenso wenig mit Perlmutt noch mit gewöhnlichen Wolken etwas gemeinsam. Voraussetzung für die Entstehung der Polare Stratosphärenwolken ist eine Mindesttemperatur von minus 78 Grad Celsius innerhalb eines Polarwirbels. Polarwirbel findet man wiederum in einer Höhe zwischen 15 und 30 Kilometern.
So schön anzusehen, so schlecht fürs Ozon
Für die Entstehung dieser wunderschönen polaren Stratosphärenwolken braucht es eine Ansammlung von Kaltluft. Dafür bieten sich vor allem die polaren Gebiete an. Allerdings ist eiskalte Luft eigentlich so trocken, dass sich darin kein Wasser befindet. Ein paar Aerosole gibt es dann aber doch. Diese bilden sich als Schwefelsäuretröpchen ab und haben ihren Ursprung in Vulkanausbrüchen. An diesen Tröpchen lagern sich dann unterhalb einer Temperatur von minus 78 Grad Celsius Wasser- und Salpetermoleküle ab. Durch diesen Vorgang entstehen die Stratosphärenwolken. Fällt die Temperatur dann fast unvorstellbar noch weiter, bilden sich aus diesen Tröpchen Kristalle, die wiederum die sogenannten Perlmuttwolken verursachen. Sie sehen aus wie gemalte Kunst.
Da diese wunderbaren Farben der Polaren Stratosphärenwolken allerdings die Folge einer chemischen Reaktion sind, haben sie auch ihre Folgen. Durch den chemischen Prozess wird das Ozon abgebaut und zeitweise das stratosphärische Ozonloch vergrößert. Vor allem in der Antarktis hat es im dortigen Frühling seine größe Ausdehnung.
Grund genug also, den Ozonabbau nicht noch durch Wohlstandswahn zu befeuern.
Trotz alledem ist diese seltene Erscheinung ein unvergessliches Erlebnis. Aufgenommen habe ich die Polaren Stratosphärenwolken mit dem Leica APO M 2.0 / 75mm ASPH in Unendlichkeitsstellung. Ein Autofokus oder eine fehlende Unendlichkeitseinstellung am Objektiv hätten mich wahrscheinlich in den Wahnsinn getrieben.

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