Ringkøbing am Ringkøbing Fjord
Wir sind im Oktober am Ringkøbing Fjord und haben uns für eine Woche in einem kleinen Ferienhaus eingemietet. Das Wetter an der Nordseeküste zeigt sich erfahrungsgemäß sehr abwechslungsreich. Sturm und Regen begegnen uns in der gleichen Fülle wie völlige Windstille und strahlend blauer Himmel. Auf der Rückfahrt legen wir noch einen Stop in der malerischen Kleinstadt Ringkøbing ein. Die mit ihrer Schönheit und Ausstrahlung übrigens Schuld daran hat, dass es die Ferienhaus-Vermietung DanWest übrigens gibt. Aber das wird eine andere Geschichte. Wir schlendern durch Ringkøbing und suchen nach lauschigen Cafés, dem ein der anderen schönen Laden und nach Spuren, die Ringkøbing prägen.
In der Fotografie spricht man viel von Malen mit Licht. Heute ist der Himmel aber so diffus grau, dass man das mit dem Malen mit Licht mal getrost vergessen kann. Wenn der Himmel wenigstens schwere dunkle Wolken hätte. Ein wenig Dramatik. Oder mal ein blaues Wolkenloch zu erkennen wäre. Nein, Ringkøbing zeigt sich heute in Anzug-grau. So, wie es eigentlich langweiliger nicht sein kann. Super für Portraits, gruselig für ein Stadt-Portrait. Eigentlich.
Denn das gefühlt langweilige Grau vermittelt uns unterbewusst die wohldosierte Oktober-Melancholie mit ihren gedämpften warmen Farben, der Unaufgeregtheit und der Gelassenheit. Wir freuen uns auf den warmen Kakao und das entsprechende Gebäck in einem der lieblichen Cafés und schlendern in aller Ruhe durch den üppigen Bchladen mit dänischem und deutschen Angebot. Egal in welchem Ort wir ihn entdecken besuchen wir auch dieses Mal hier in Ringkøbing den Filialisten IMERCO mit seinen dänischen Klassikern in Sachen Haushaltswaren.
Wir schlendern durch die schmal Fußgängerzone, um die Ringkøbing Kirke herum, am kleinen Blumenladen von Wibeke Sangill vorbei. Eine ganz andere Art von Erlebnis zeigt sich im Café Victoria am Torvet 12. Wir lassen es uns nicht nehmen, im Oktober draußen im verwunschenen Hof Platz zu nehmen. Ein wenig skurril scheinen Mobiliar und Pflanzenwelt miteinander verwoben. Rustikaler Landhaus-Charme im gelebten Used Look, gefühlvoll und harmonisch arrangiert.
Das heutige Grau in Ringkøbing hat hier seine Sonnenseite. Denn alle anderen Gäste haben es sich drinnen gemütlich gemacht. Umso mehr dürfen wir für uns sein und entspannt genießen.
Ringkøbing, das ist ein kleines Städtchen am gleichnamigen Fjord. Knapp 10.000 Menschen sind hier zuhause. Fährt man aus Ringkøbing heraus bemerkt man erst die Ausmaße der Stadt. Zugleich ist Ringkøbing auf kommunaler Verwaltungssitz der Region Ringkøbing-Skjern.
Den Ursprung von Ringkøbing kann man wohl bis ins 13. Jahrhundert zurück verfolgen. Seit dem Mittelalter gibt es das heutige Hotel Ringkøbing gleich gegenüber der Kirche und des Café Victoria. Im 16. Jahrhundert wurde das Fachwerk-Gebäude als größter Handelshof seiner Umgebung errichtet. Seit 1833 wird es bis heute ohne Unterbrechung als Hotel Pension genutzt und ist damit das älteste Hotel von Ringkøbing.
Gut aufgestellt für die Touristen ist man auf jeden Fall in Ringkøbing. Ob das sehenswerte Museum Ringkøbing, die zahlreichen alten und sehr gepflelgten Gebäude aus Ziegelsteinen, die malerischen Gassen und die vielen zum Verweilen einladenden Sitzgelegenheiten oder aber das Flair des eigenen Hafens. Vom kleinen Stadtzentrum ist der in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.
Zahlreiche Fischerhütten bilden so etwas wie ein kleines Fischerdorf. Wenig romantisch, dafür pur und authentisch und somit dann doch wieder sehr malerisch. Gerade bei diesem grauen Wetter. In der Regel sind die Utensilien der Fischerei untergebracht. In einer der Fischerhütten verkauft ein alter Seemann aber dann doch lieber maritim dekorativen Trödel anstatt frischen Fisch als kleines Zubrot seiner auch in Dänemark nicht gerade üppigen Rente.
Immerhin war der Ringkøbing Havn im frühen Mittelalter einer der wichtigsten Häfen an der dänischen Nordsee. Denn durch den Ringkøbing Fjord lag dieser ziemlich geschützt. Allerdings verlandete die Öffnung zur Nordsee und machte aus dem Ringkøbing Fjord zunehmend ein Binnengewässer. Mit dem Durchstich und Schleusenbau im heutigen Hvide Sande konnte dann auch der Ringkøbing Havn als solcher genutzt werden.
Unser kurzer Abstecher nach Ringkøbing ist für diesen Urlaub vorbei. Über Kjern werden wir wieder nach Hause fahren. Aber wir kommen bald wieder. Ohne dafür auf schönes Wetter zu warten. Rimngkøbing hat es uns angetan. Und wir haben genug Ideen für unseren nächsten Besuch.

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