Grenzübergänge

Grenzübergang Schusterkate | Grenzroute Dänemark – Deutschland

Gendarmstien | © 2017 weites.land
Grenzübergang Schusterkate zu Deutschland am Gendarmstien | © 2017 weites.land
Der Grenzübergang Schusterkate ist einer der kleinsten Grenzübergänge Europas und verbindet Wassersleben nördlich von Flensburg und Krusau und damit Deutschland und Dänemark. Dieser Grenzübergang führt über den kleinen Grenzfluss Krusau mit einer kleinen Holzbrücke, auf deren Mitte die Grenze verläuft.

Dieser Übergang liegt am Gendarmstien, auch Gedarmpfad oder Schmugglerpfad genannt. Von Wassersleben aus geht es hier durch den Flensburger bzw. Kollunder Wald nach Kollund, immer die Flensburger Förde im Blick. Zugleich beginnt nach Süden hier der Fördesteig, der entlang der Ostseeküste bis an die Schlei führt.

Den Namen bekam die Grenze einst von dem ersten auf dänischen Gebiet liegenden Gebäude, die nun aber eines der beiden Privathäuser in unmittelbarer Nähe des Grenzüberganges ist. Einst war es eine schlichte Hütte, vor der Grenzziehung 1920 dann ein kleines Ausflugslokal mit Biergarten. Zu der Zeit war das heutige Sønderjylland (Nordschleswig) ja unter preußischer Verwaltung.


Doch dann kam mit der Volksabstimmung auch die neuen Grenzziehung. An der kleinen Holzbrücke über der Krusau setzte man den ersten Grenzstein, der erste von 280 Steinen, die entlang der Landesgrenze nach Deutschland bis nur Nordsee folgen. Die Grenze war nur für einen kleinen Personengreis an dieser Stelle offen. Dazu gehörten die Kinder, die nach Flensburg zur Schule gingen, oder die Forstarbeiter, den Beamten und den Flensburgern, die noch ein Ferienhaus an der nördlichen Flensburger Förde besaßen.

In der Schusterkate beobachtete wenige Tage vor dem 09. April 1940 der Rittmeister Lunding als Nachrichten Offizier durch seinen Feldstecher, wie sich deutsches Militär vor der Grenze zusammen zog. Er alarmierte seine Vorgesetzten und die Regierung in Kopenhagen, doch reagierten diese nicht.

Und so forderte der Überfall auf Dänemark an der Schusterkate seine ersten drei Opfer. Deutsches braunes Nazipack in Funktion als zivile Agenten erschossen drei Grenzgendarmen. Doch bereits am nächsten Tag standen wieder drei der Grenzgendarmen an diesem Platz.

Bis zum 19. September 1944 bewachten sie distanziert, misstrauisch und kühl zu ihren deutschen Kollegen pflichtbewusst diesen Grenzübergang. Doch dann startete die Aktion Möwe, in der die Polizisten und Grenzgendarmen verhaftet und interniert wurden. Von den 337 Grenzgendarmen kamen 291 in das Lager nach Fröslev. Von diesen wurden nur wenige Wochen später 141 Kameraden in das KZ Neuengamme gebracht. Hier starben 38 von ihnen. Ein Gedenkstein im Frøslevlejren (Fröslevlager) erinnert an sie.

Unmittelbar nach der Befreiung Dänemarks durch die Engländer übernahmen die Grenzgendarmen wieder den Wachdienst und wirden in den ersten vier Jahren dabei vom dänischen Militär unterstützt.

An der Stelle des Grenzüberganges mündet die Krusau in die Flensburger Förde und damit in die Ostsee. Von seiner Quelle bis zu seiner Mündung wechselt der Fluss immer wieder die Seiten der beiden Länder.

So offen die Grenze aussieht, sie wird konsequent überwacht. Manchmal sichtbar, oft unsichtbar. So gibt es im nördlicheren Bereich an den Küsten Kontrollposten der Marine, die jede Bewegung auf dem Wasser beobachten, genauso wird die Grenze auch regelmäßig selbst auf diesen Wegen mit dänischen Polizeitstreifen abgefahren. 

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