Sportwagen aus Schweden – Die Geschichte der Saab Sonett

Wer an Saab denkt, dem fallen PKW-Modelle wie Saab 900, Saab 9000 oder Saab 9-3 ein. Dabei gibt es eine Serie der Saab-Fahrzeuge, die sich mit ihrem Design komplett vom Standard der Saab-Modelle abhebt: Die Sportwagen der Serie Saab Sonett. Sie wurden zwischen 1955 und 1974 gebaut. Doch aus ihrem Nischen-Dasein kamen die Saab Sonett nie wirklich heraus. Insgesamt wurden in dieser Serie etwa 10.000 Fahrzeuge produziert.

Der Saab Sonett I

Sportwagen im Fahrzeugprogramm zu haben gehörte augenscheinlich schon in den Wirtschaftswunderjahren zum Muss eines jeden Herstellers. Da wollte die junge Automobilproduktion von Saab natürlich mitmischen. Vor allem hoffte man auf einen Siegerplaz bei Millie Miglia, Taga Florio oder dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans belegen und sich damit gegen die Platzhirsche aus Italien, Deutschland und England behaupten. Vor allem zielten Sie nach den sportlichen Erfolgen des Saab 92 auf die 1000 cm³-Klasse.

Pünktlich zum Stockholmer Automobilsalon stelle Saab am 16 März 1956 den Roadstar Sonett I (94) vor. Er bestand aus einem einteiligen Fahrzeuggestell aus Aluminium-Leichtbauweise in Form genieteter Aluminiumplatten. 

Motorisiert wurde der Saab Sonett I mit einem von 33 auf 57 PS leistungsgesteigerten Drei-Zylinder-Zweitakt-Motor aus dem Saab 93 mit 748 cm³ Hubraum. Er schaffte ein Drehmoment von 88 NM bei 3500 Umdrehungen / Minute und erreichte bei seinem Fahrzeuggewicht von knapp 500kg offiziell eine maximale Geschwindigkeit von 160 km/h.  Die Abmessungen der Sonett I betrugen bei einem Radstand von 2210mm in der Länge 3480mm, in der Breite 1420mm und eine Höhe von 825mm.

Insgesamt wurde der Saab Sonett bis 1957 nur sechs mal gebaut. Allerdings bekamen die folgenden fünf Exemplare ein Stahl-Chassis. Alle wurden ohne Dach und als Rechtslenker gebaut. Ursprünglich sollten 2000 Exemplare diees Typs gebaut werden. Doch die Rennen von Le Mans und Mille Miglia wurden von tragischen Unfällen überschattet. In der Folge wurde die Regularien überarbeitet und neue Ansprüche an die Fahrzeugsicherheit gestellt. Drei Exemplare sind in Schweden verblieben. Zwei davon sind im Saab Museum in Trollhättan zu bestaunen.

Saab Sonett II

Nach einer zehnjährigen Pause sollte die Saab-Serie des Sonett mit einem Nachfolgemodell fortgesetzt werden. Saab entwickelte auf Basis des erfolgreichen Saab 96 die Sportversion Saab Catherina. 

Doch der Saab Sonett II sollte wieder ein eigenständiges Design bekommen. Vor allem schielte man auf den Bedarf des amerikanischen Marktes an solchen Fahrzeugen. So entwickelte der schwedischen Flugzeug-Designer Björn Karlström denn auch mit dem amerikanischen Ingenieur Walter Kern vom Massachusetts Institut of Technology (MIT) ein Sportcoupé auf Basis des Saab 96.

Zunächst wurde die für den Saab Sonett II benötigte Kunststoff-Karosserie bei Malmö Flyindustrie bestellt, später aber direkt bei Saab in Trollhättan gefertigt. Im Jahr 1965 vorgestellt ging der Saab Sonett ein Jahr später in Serie. Die ersten 260 Fahrzeuge bekamen den bewährten Dreizylinder-Zweitakt-Motor und schafften mit ihren 60 PS bei einem Hubraum von 841 cm³ eine Endgeschwindigkeit von 150km/h. Dabei war der Sonett II 3.80 Meter lang und wog nur 660 kg.

Aber Zweitakter stinken und in den USA kamen strengere Abgasnormen. Saab orderte den für den Ford Taunus 12M neu entwickelten V4. Damit stieg die Leistung auf 65 PS bei einem Hubraum von nun 1500 cm³. Allerdings stieg auch das Gewicht auf 775 kg. War bisher ein Dreigang-Getriebe verbaut, wurde ab sofort ein Viergang-Getriebe spendiert.

Bei allem investierte Saab in die Sicherheit. Der Sonett II verfügte bereits über Kopfstützen, Dreipunktgurte und vorderen Scheibenbremsen.

Doch eine weitere Verschärfung der Abgasnormen in den USA sorgten nach und 1600 mit dem Ford-Motor ausgestatteten Saab Sonett II im Jahr 1970 für das Aus dieser Serie. Eine Modifizierung des Motors war in den kleinen Motorraum nicht zu realisieren.

Saab Sonett III

Etwas Neues musste her, um den amerikanischen Markt nicht zu verlieren.  Die Amerikaner liebten Sportwagen und da wollte Saab auch in Zukunft mitmischen. Für den Fortbestand der Sonett-Baureihe brauchte es einen überarbeiteten Motor und eine dazu passende Karosserie. Saab beauftragte den italienischen Designer Sergio Gogliola und bekam einen Entwurf, dessen steilabfallendes Heck mich spontan an den Opel GT erinnerte.Die lange, flache Motorhaube bringt mich dagegen zum Ford Capri und die Silhouette verbinde ich mit dem legendären Jaguar E-Type. Die klappbaren Scheinwerfer hatten ihr Vorbild im Opel GT oder auch in de Corvette. Allesamt Fahrzeuge aus der gleichen Epoche.

Das Gewicht war nun auf 820kg gestiegen. Mit einer Länge von 3.900 mm, einer Breite von 1500mm und einer Höhe von  1190 mm wurde der frontgetriebene Saab Sonett marginal größer als sein Vorgänger.

In den Jahren 1970 und Anfang 1971 sorgte weiterhin ein Ford-Motor mit 1500 cm³ mit 65 PS für den nötigen Antrieb. Doch eine weitere Verschärfung sorgte dafür, dass der Hubraum ab 1971 auf 1700 cm³ wuchs. Allerdings hatte das keine Auswirkungen auf die Leistung. Im Jahr 1972 wurde aufgrund strengerer Vorschriften die Stoßstange verstärkt.

Die Ölkrise im Jahr 1973 wirbelte den gesamten Fahrzeugmarkt um. Das bekam auch Saab mit der Sonett-Baureihe zu spüren. Wenngleich der Saab Sonett III mit 8.351 produzierten Exemplaren die erfolgreichste ihrer Baureihe war, wurde diese Baureihe im Jahr 1974 komplett eingestellt.

Links und mehr

Heute wird die Saab-Sonett-Serie gleichermaßen geliebt und verachtet. Denn sie verkörpert nicht den typischen Saab. Hierzulande wenig bekannt wurde der Saab Sonett vor allem in den USA verkauft. Die Chance, ein gebrauchtes Exemplar zu erhalten, ist dort am größten. Wir haben die Fahrzeuge der Saab Sonett Baureihe im Saab Museum in Trollhättan entdeckt.

Facebook
Twitter
LinkedIn
Pinterest
Reddit
Telegram
WhatsApp
Print

Schreibe uns Deine Meinung