Egernsund zwischen Flensburger Förde und Nybøl Nor
Wer sich das neue Wohngebiet am Flensburger Wasserturm angeschaut hat, wird wahrscheinlich die schönen Ziegelfassaden bewundern. Wer dann die berühmte Frage stellt: „Woher hat Du diesen Stein?…“, dem können wir sagen, dass er aus einer der der berühmten Ziegeleien in Egernsund stammt. Diese Ziegeleien haben es in ihrer Umgebung in die Neuzeit geschafft, in der noch bis ins letzte Jahrhundert die Flensburger Förde geprägt mit etwa 70 solcher Fabriken.
Wer sich in dieser Umgebung an die Strände und Ufer der Flensburger Förde und ihren Nebenarmen begibt, dem werden die Ziegelreste auf dem Meeresgrund auffallen.
Ein weiteres Indiz auf die Geschichte dieses Baustoffes findet sich gleich an der Uferpromenade unterhalb der Egernsund-Brücke- dort gestaltete ein Künstler ein Monument aus Ziegeln, die er in dieser Umgebung aus dem Wasser fischte und zu einem Kunstwerk zusammen fügte.
Egernsund ist heute eine kleine Kirchspielgemeinde mit etwa 1.500 Einwohnern und liegt direkt am gleichnamigen Sund, der das Nybøl Nor (Nübeler Noor) mit der Flensburger Förde verbindet.
Führte seit dem 18. Jahrhundert eine Fähre über den Sund vom Gråstener Ortsteil Alnor nach Egernsund und damit in Richtung Sonderborg bzw. Flensburg, so steht dem Verkehr seit 1968 die heutige Klappbrücke mit einer Durchfahrtsbreite von 25 Meter zur Verfügung. Zur Eröffnung verfügte die Brücke über das innovativste Kontrollsystem in ganz Europa. In der Regel wird sie einmal stündlich geöffnet. Über die Egernsund-Brücke führt neben der vierspurigen Autostraße auch der Gendarmstien, der Grenz-Kontrollpfad.
Schon früh war Egernsund der Ziegelindustrie verbunden. Es gab reichlich Ton und auch Holz für die Brennöfen. Die Anbindung mit dem Schiff war perfekt. So stand hier im Ortsteil Rendbjerg seit 1783 das größte Ziegelwerk Nordeuropas, welches beispilsweise 1851 neben Klinkern, Dachziegeln, Gesims- und Grabsteinen auch Zwei Millionen Mauersteine produzierte. 100 Arbeiter und fünf große Brennöfen standen zur Verfügung. Heute erinnern zahlreiche Ziegelgebäude und Heerscharen von Ziegelresten am Strand aus dieser Zeit.
Heute ist die Verladebrücke einem Badesteg gewichen und mehr als 170 Ferienhäuser säumen dieses wunderschöne Gebiet parallel zum Wasser. Direkt am Wasser liegt auch der Gendarmstien, von dem man übrigens von hier aus auch in das beeindruckende Ziegelmuseum Cathrinesminde kommt.
Überhaupt bietet sich diese Gemeinde für einen spontanen Spaziergang an, kleine und größere Yachthäfen liegen auf dem Weg, dazwischen immer wieder kleinere schmale Strände und ein harmonisches Miteinander von klassischer und moderner Architektur. Fast unauffällig findet sich auf halben Wege ein kleiner malerischer Leuchtturm.

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