Tinglev – der Zentralort, der keine Wünsche offen lässt
Wir besuchen den Zentralort Tinglev nordwestlich vom Krusau und Pattburg / Padborg gelegen und sind überrrascht von der Vielfalt, welche uns dieses für dänische Verhältnisse doch unscheinbare Lebensquartier bietet. Tinglev hat alles. Von bezahlbarem Wohnraum, einer großzügigen Infrastruktur und erholsamer Atmosphäre.
Wo liegt denn eigentlich Tinglev?
Die Kleinstadt Tinglev ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Süddänemark. Tinglev liegt nur wenige Kilometer nördlich der Grenze Dänemark-Deutschland. Vom östlichen Grenzort Krusau benötigt man mit dem Auto über die Route 401 etwa 16 Kilometer. Von Padborg nach Tinglev kann man die gleiche Entfernung rechnen.
Über die Ost-Westverbindung der Landstraße Nr. 8 ist in westlicher Richtung die Kleinstadt Tondern 27 Kilometer entfernt und Sonderburg in östlicher Richtung 40 Kilometer.
Auch mit der Bahn ist Tinglev ideal zu erreichen. Zum einen liegt Tinglev an der Eisenbahnverbindung Flensburg – Fredericia. Hier halten die Eurocity und Intercity. Ebenso sorgt die Anbindung nach Kopenhagen über Sonderburg für den Halt von Intercity-Verbindungen.
Busverbindungen bestehen über die Linie 116 und 227 ins 19 Kilometer entfernte Aabenraa / Apenbrade und über die Linie 116 nach Tondern.
Was macht Tinglev aus?
Tinglev wird so ein wenig stiefmütterlich wahrgenommen. Zumindest haben wir den Eindruck gewonnen. Und so hat es etwas gedauert, bis wir uns Tinglev persönlich angeschaut haben.
Als wir aber zum ersten Mal Tinglev besucht haben, waren wir ganz angetan. Aufgeräumt wirkt diese kleine Stadt mit etwa 2.700 Einwohnern. Weitläufige Siedlungen mit kleinen Einfamilienhäusern aus den 1970er Jahren werden mit schmalen Fuß- und Radwegen durchzogen. Die Straßen sind verkehrsberuhigt. Mitten im Ort prägt die große Kirche die Umgebung. Das eigentliche Zentrum von Tinglev befindet sich in der Nähe des Bahnhofes.
Tinglev ist groß genug, um ein breites Angebot für die Einwohner zu bieten und kleine genug für eine echte Kleinstadtidylle. Egal, wo man sich gerade in Tinglev befindet, die Menschen wirken entspannt.
Außergewöhnlich ist sicherlich das zweisprachige Angebot. Fast wirkt es, als hätte die deutsche Minderheit in Tinglev ihr Zentrum. Entsprechend gleichberechtigt sind neben dänischen auch deutsche Einrichtungen wie Kindergarten und Schulen selbstverständlich. Zudem werden in der Beredskabsstyrelsens Teknisk Skole Führungskräfte für kommunale und staatliche Einrichtungen für Katastrophen, Rettung und Sicherheit geschult.
Tinglev Forum
In dieser entspannten Umgebung von Tinglev, mit einer lebendigen Co-Existenz von dänischer Mehrheit und deutscher Minderheit ist ein Zusammenhalt im Ort gewachsen, der seinesgleichen sucht. So konnte das Tinglev-Forum entstehen, unter dessen Dach die Vereine für ein außergewöhnliches Kulturangebot einer doch recht kleinen Gemeinde die Menschen mitreißt.
Und so ist man in Tinglev beispielsweise in der Lage, ein anspruchsvolles klassisches Konzert anzubieten.
Haben früher Dänen und Deutsche ihre Kulturen abgeschottet voneinander gelebt, so ist das kulturelle Leben heute von freundschaftlichen Miteinander geprägt.

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