Rudbøl, Gemeinden entlang der Grenze Dänemark-Deutschland

Der kleine Grenzort Rudbøl und was die Grenzsteine mitten auf der Straße zu suchen haben

Wir besuchen den kleinen dänischen Grenzort Rudbøl nahe dem Grenzübergang Rosenkranz – Rudbøl an der Vidå und dem Ruttebüller See. Aber warum gehört die eine Straßenseite nach Deutschland und die andere nach Dänemark?

Wo liegt denn eigentlich Rudbøl?

Man muss schon um dieses kleine Museumsdorf mit seinem Industriemuseum Kupfermühle wissen, um sich hier her zu verirren. Denn  es führt nur ein Weg hin und wieder zurück. Kupfermühle liegt in einer Sackgasse. An der dänischen Grenze endet der Ort. Dort führt nur ein schmaler Weg nach Krusau, dem dänischen Grenzort. Dieser kleine Grenzübergang liegt am ehemaligen Schmugglerpfad. Das wissen natürlich die dänischen Grenzbeamten und so kontrollieren sie hier regelmäßig. Aber umgekehrt biegt man an gleicher Stelle auch vom Gendarmstien ab, der offiziellen Bezeichnung des Schmugglerpfades. Der ist heute einer der beliebtesten Fernwanderwege.

Was macht Rudbøl so besonders?

Wenn es so etwas wie einen schönsten Grenzort zwischen Dänemark und Deutschland gibt, dann ist es ohne Zweifel das kleine dänische Dorf Rudbøl, am Rudbøl Sø. In Deutschland ist er uns als Ruttelsbüll am Ruttelsbüller See ein Begriff.

Nicht nur Rudbøl ist in seiner romantischen Ausstrahlung an sich etwas besonderes, auch der eigentliche Grenzverlauf ist hier anders als man es eigentlich gewohnt ist. Rosenkranz auf der einen, Rudbøl auf der anderen Seite, dazwischen die Wiedau (Vidå), eine Brücke und die Grenze. Nun liegt aber der Ruttelsbüller See genau auf der Grenze, die ja letztendlich in demokratischer Abstimmung 1920 festgelegt wurde. Heute zeigen Bojen den Grenzverlauf im See. Alle 10 Jahre kommt eine bunt gemischte Delegation und prüft, ob noch alles korrekt an seinem Platz ist.

Was hat es hier mit der Grenze auf sich?

Grenzüberschreitend ist hier auf jeden Fall das mit dem See verbundene Naturschutzgebiet. Kommt man die Straße vom deutschen Rosenkranz nach Norden, gibt es hier aber eine einzigartige Besonderheit. Die östliche Straßenseite ist deutsch, die westliche ist dänisch. Entsprechend verläuft hier die Grenze auch in ziemlichen Zick Zack zwischen den Häusern.

Dazu gibt es kuriose Geschichten, dazu an anderer Stelle mehr. Wer diese einzigartige Region unweit von Tondern und recht nahe an der dänisch-deutschen Nordsee entdecken möchte,  verweilt hier gerne auf dem familiären Campingplatz, im Krog als eine Art Hotel-Pension mit Restauration oder dem kleinen romantischen Hostel. Wir haben an diesem Platz Dänemark von einer ganz neuen Seite kennen gelernt und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen. Die Küche im Kro können wir übrigens sehr empfehlen. Dieses Gasthaus hat lange Tradition, immerhin geht seine Geschichte bis ins Jahr 1711 zurück.  

Was sollte man sich in und um Rudbøl unbedingt anschauen?

  • Natürlich sollte man einen Spaziergang über den Grenzübergang machen und dabei auf die Grenzmarkierungen im Straßenbelag achten.
  • Ausflüge bieten sich an nach Neukirchen mit seinem kleinen Deichmuseum und der Emil Nolde Stiftung. 
  • Auch eine Tour ins bezaubernde Møgeltønder  mit seinem historischen Ortskern und den kleinen Cafés und Händlern und natürlich dem berühmten Schloss Schackenborg  bietet sich unbedingt an.
  • Nahe Visby liegt in einem kleinen Wald die Schlossruine Trøjborg.
  • An die nahe Nordsee sollte der deutsch-dänische Deich im Rickelsbüller Koog auf dem Programm stehen udn genauso das romantische Kirchdorf Hoyer (Højer) mit  seinen Schleusen und der größten Holländermühle in ganz Europa.

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