Die alte Kirche Kjøllefjord (Gamle Kirke Kjøllefjord) auf Nordkinn und die Operation „Verbrannte Erde“
Wer in die Finnmark und insbesondere in die Ostfinnmark reist, wird kaum ein altes Gebäude finden. Selbst Kirchen wurden sinnlos zum Ende des Zweiten Weltkrieges verbrannt. Es gibt keinen Ort in Nordnorwegen, an dem wir diesen Schicksalen ausweichen können. Aber auch nicht wollen. Wir erzählen die Geschichte der alten Kirche in Kjøllefjord auf Nordkinn (Nordkyn).
Für einige Wochen sind wir unterwegs in der Finnmark entlang der Barentssee. Auf der Nordkinn Halbinsel (Nordkyn) besuchen wir den schönen Fischerort Kjøllefjord. Wie überall in der Finnmark ist auch hier beim Abzug der deutschen Truppen am Ende des zweiten Weltkrieges alles angezündet worden. Dem Kommando „Verbrannte Erde“ fiel auch die alte Kirche Kjøllefjord (Gamle Kirke Kjøllefjord) zum Opfer.
Die Wunden des Zweiten Weltkrieges in Norwegen sind noch lange nicht verheilt. Und sie sind auch nicht zu verbergen. In der Finnmark gibt es bis auf eine Handvoll Ausnahmen kein historisches Gebäude mehr. Die deutschen Nazis haben wirklich alles zerstört, was sie nur konnten. Kein Stein blieb auf dem anderen, die Einwohner wurden vertrieben und ihr Hab und Gut Opfer der Flammen oder der Plünderungen. Dass diese Braunhemden nicht einmal vor einem Gotteshaus wie der alten Kirche Kjøllefjord auf Nordkinn (Gamle Kirke Kjøllefjord) einhielten, zeigt ihre teuflische Gesinnung.
Die Geschichte der alten Kirche Kjøllefjord (Gamle Kirke Kjøllefjord)
Die Geschichte der alten Kirche Kjøllefjord auf Nordkinn (Gamle Kirke Kjøllefjord) geht bis vermutlich in das Jahr 1668 zurück. Denn irgendwann in der Zeit zwischen 1668 und 1683 bauten die Menschen in der kleinen Siedlung Kjøllefjord aus Rundhölzern ihre erste kleine Kirche.
Im Jahr 1685 gründete sich die Gemeinde Kjøllefjord, nachdem die etwa 13 Kilometer entfernte Fischersiedlung Skjøtningberg aufgegeben wurde. Dort baute man weitgehend das Mobiliar aus und brachte es nach Kjøllefjord.
Doch die Gemeinde brauchte eine größere Kirche und auch eine, die der extremen Witterung, dem starken Schneefall und den gnadenlosen Winterstürmen widerstehen konnte. Vielleicht aber war es auch, glaubt man der Legende, ein Schiffbrüchiger, der aus Dankbarkeit über seine Rettung eine neue Kirche bauen wollte. Wie auch immer, im Jahr 1738 wurde die neue Kirche, aus heutiger Sicht die alte Kirche Kjøllefjord auf Nordkinn (Gamle Kirke Kjøllefjord) errichtet. Zunächst als Kreuzkirche, später in eine Langhaus-Kirche umgebaut.
Zahlreiche aus der ehemaligen Kirche Skjøtningberg ausgebaute Möbel und Elemente fanden in der alte Kirche Kjøllefjord (Gamle Kirke Kjøllefjord) Verwendung. Dazu gehörte auch ein Altarbild aus dem Jahr 1662, welches das Abendmal zeigte. Die Glocken für die alte Kirche Kjøllefjord (Gamle Kirke Kjøllefjord) stammten aus Deutschland, aus Bremen. Bis ins Jahr 1819 diente die alte Kirche Kjøllefjord (Gamle Kirke Kjøllefjord) als Hauptkirche.
Dann kam der vierte November 1944. Die deutschen Nazis machte selbst vor einem Gotteshaus wie der alten Kirche Kjøllefjord (Gamle Kirke Kjøllefjord). Sie zündeten alles an, auch diese Kirche. An diesem Abend brannte das komplette Kjøllefjord.

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