Wald ist gesund – im Zauberwald Ryfors am Stråken bei Mullsjö in Småland

Endlich Urlaub, Endlich einmal entspannen. Endlich einmal einfach wieder durch die Wälder streifen. Wir sind in Småland und besuchen den kleinen verwunschenen Flecken Ryfors am Stråken bei Mullsjö. Einst gab es hier rege Industrie. Heute fasziniert vor allem der Wald. Jetzt sind wir hier und wir spüren es förmlich: Wald macht gesund.

Mal weg vom Fortschritt, mal rein in den Wald

Meine Kindheit habe ich mehr oder weniger im Wald verbracht. Unser Haus grenzte an einen solchen und so war der Wald unser Spielplatz. Wir lauschten den Tönen und atmeten den Duft. Wir beobachteten die Tiere und kletterten in die Bäume. Ohne dass es wissenschaftlich ein Thema war, wussten meine Eltern und irgendwie auch wir Kinder: Wald macht gesund.

Die Zeit hat sich geändert. Sie ist schnelllebig, fortschrittsgläubig, rastlos. Die heutige Zeit bringt unvergleichbar mehr psychische Erkrankungen und Allergien hervor. Aber auch Fettsucht, eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Sogenannte Zivilisationskrankheiten. Wir versuchen, all das aus unserem Leben herauszuhalten. 

Und so sind wir hier, nahe des Vätternsee an dem langezogenen Stråken. Der Stråken gleicht als See eher einem breiten Fluss im wilden Kanada. Aber wir sind im schwedischen Småland und entdecken eher durch Zufall Ryfors bei Mullsjö.

Abbiegen. Ankommen. Bleiben.

Mitunter hat es doch Vorteile, zumindest ein wenig die Sprache des Landes zu verstehen, in dem man sich gerade aufhält. So kommt es, dass wir auf dem Weg von unserem gemieteten Haus nach Mullsjö spontan in Richtung Ryfors abbiegen. Ich entdecke das kleine Schild mit dem Hinweise nach Ryfors und übersetze es mit einem Wasserfall. Nicht nur, dass wir hier den ersten Golfplatz in Schweden entdecken oder die verwunschene Industrieanlagen und Wassermühlen vergangener Tage.

Heute entdecken wir vor allem einen richtigen Zauberwald. Vielleicht liegt es bei uns im Unterbewusstsein, dieses „Wald macht gesund“. Irgendwie zieht uns der Wald fast magisch an und irgendwie kann man doch gar nicht von der Magie des Waldes wirklich unbeeindruckt bleiben.

Und plötzlich fährst Du runter…

Jetzt sind wir hier, in Ryfors in der Gemeinde Mullsjö. Den Bulli auf dem Parkplatz abgestellt, die Kinder in die Gummistiefel und los geht es. Aber nur wenige Meter.  Nein, wir bleiben erst einmal stehen. Drehen uns. Schauen in die Kronen. In den Wald hinein. Wir werden spürbar ruhiger.  Und noch ein Stück fröhlicher und entspannt aufgeregter.  

Laut dem Wissenschaftsmagazin „Sience“ sind wir damit nicht alleine. Bereits im Jahr 1984 wurde dort eine Studie veröffentlicht, die besagt, dass schon alleine der Anblick vom Bäumen beruhigend wirkt. Sogar schmerzlindernd. Man hat bei Patienten nach einer OP festgestellt, dass sie weniger Schmerzmittel benötigen, wenn sie auf Bäume schauen. Ebenso wurde in der besagten Studie festgestellt, dass Patienten schneller gesund wurden und so früher entlassen werden konnten. Wald macht einfach gesund. Aber mal ehrlich, gewusst haben wir das doch schon immer.

Die vielleicht beste Immuntherapie

Jetzt sind wir in Ryfors, schweifen durch den Wald, bewundern die Moose, Flechten, Pilze. Wir genießen diesen Duft der Frische, des Erdigen, auch im positiven Sinne des Modrigen. Ja, der Wald duftet. Wir atmen förmlich den Wald.

Damit atmen wir übrigens Stoffe ein, welche die Pflanzen untereinander austauschen. Diese Botenstoffe nennt man auch Terpene. Der japanische Professor Qing Li konnte nachweisen, dass diese Terpene die körpereigenen Killerzellen aktivieren und damit das körpereigene Immunsysten stärken. So verwundert es wenig, dass in Japan der Besuch eines Waldes zur aktiven Gesundheitsvorsorge gehört. Dort spricht man sogar vom Waldbaden. Seit 2012 gibt es dort einen eigenen Forschungszweig an den Universitäten zum Thema „Waldmedizin“.

Geh in den Wald – Wald macht gesund

ja, irgendwie haben das wohl schon meine Eltern gewusst, ohne es wissenschaftlich zu benennen. Bei Wind und Wetter haben sie uns rausgeschickt. Viele gemeinsame Spaziergänge haben wir gemacht. Oft bin ich nachts durch den Wald gelaufen, wenn ich nicht schlafen konnte. Bin von mancher Party aus in den Wald gefahren, wenn ich zur Ruhe kommen wollte. Nun sind wir hier in Ryfors und entdecken die mystische und faszinierende Seite von Mullsjö. Atmen den Duft es Waldes und sind in diesem Moment ganz für uns, Ganz bei uns. Unerreichbar. Nur der Wald, der darf uns erreichen. Das Telefon bleibt im Auto.

Ryfors bei Mullsjö

Die schwedischen Wälder sind legendär. Man sollte sich nicht abhalten lassen, auch die heimischen Wälder zu besuchen. Wer aber nach Mullsjö fährt, dem empfehlen wir einen Abstecher nach Ryfors. Die Wälder von Ryfors sind mit schönen Wanderwegen und Pfaden ausgewiesen. Für Spaziergänger und Wanderer ist alles dabei. Egal wie lange man in diesem Wald verweilt, man wird sich erholt fühlen und bestätigen können: Wald macht gesund.

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