Auf der Rondane Touristenstraße – unterwegs im ältesten Nationalpark in Norwegen
In Ringebu ist mal wieder unser Quartier. Die E6 führt durch den Ort und quält mit ihrem Verkehr das gesamte Gundbrandsdal. Wohltuend ist es da, über die norwegische Touristenstraße durch den Nationalpark Rondane auszuweichen und dabei das Leben zwischen norwegischer Kulturlandschaft und atembeaubenden Hochgebirge zu entdecken.
Schnell, das sei gleich gesagt, geht es nicht über diese Landschaftsroute. Denn die Hauptbewohner dieser Region, die Schafe, machen es sich gerne auf dem Asphalt bequem und interessieren sich bei weitem weniger für den Besucherstrom als umgekehrt. Wer Kanada im Kleinformat erleben möchte mit seinem Weiten, ausgedehnten Wäldern, mal reißenden und mal entspannt verlaufenden Bächen und Flüssen, der fühlt sich hier zuhause.
Wir lassen uns treiben. Halten an. Wandern, lauschen und bestaunen diese einzigartige Schönheit des zugleich ältesten Nationalpark Norwegens.
Traumstraßen in Norwegen: Rondanevegen
Der Rondanevegen gehört ganz offiziell zu den 18 norwegen Landschaftsrouten. Wir selbst starten in Ringebu. Durch Ringebu, etwa 60 km nördlich von Lilehammer, führt die berühmte wie für die hiesigen Anwohner schwer erträgliche E6. Kurz hinter dem Ortsausgang geht es über die Landstraße 27 bis in die alte 65km entfernte Grubenstadt Folldal. Schnell geht es hinauf in das Venabygd Fjell. Ist die Baumgrenze erst einmal überschritten, wartet auf 900 Meter Höhe Øverdalssetra, ein großes Hüttendorf mit Supermarkt und Tankstelle und aus einer alten Scheune entstandenen Bergkapelle. In dieser Almlandschaft genießen Schafe und Ziegen die wilden Kräuterwiesen.
Auf dem Rondanevegen geht es durchaus lebendig und doch entspannt zu. Immer wieder gibt es Haltemöglichkeiten, die aber nicht zum Übernachten gedacht sind. Vielmehr sollen sie zum Wandern und Entdecken einladen.
Eigentlich ist das ideale Vehicel auf dem Rondanevegen das Fahrrad. Man möchte immer wieder anhalten. Möchte langsam die Umgebung in sich aufnehmen. Möchte das Wasser des tosenden Bergbaches probieren und die frische Bergluft atmen…
Nun ist es schon lange her, dass ich durch einen Teil der bis zu 2176 Meter hohen (Rondslottet) Bergwelt des Rondane Nationalparks gewandert bin. Doch geblieben ist mir die Erinnerung, dass die wahren Schönheiten am besten zu Fuß erreicht werden. Nicht alle liegen direkt am Rondanevegen. Da sind Wasserfälle wie den Ulafossen oder den Brudesløret, da ist die alte Holzkirche Sollia Kirke. Die Übernachtungshütten des DNT oder z.B. die Peer Gynt Steinhütte sind nicht weniger einzigartig. Wer einmal das Hüttenfieber erleben will, übernachtet am Ende seiner Wanderung genau in solchen. Und wird dabei derart angesteckt, dass er sich keine schönere Form des Entdeckens mehr vorstellen kann.
Kultur. Landschaft. Rondanevegen
Der Rondanevegen führt durch die unterschiedlichsten Kulturlandschaften. Mal alpin wie in der Schweiz, mal an einem sich schlängelnden Fluss durch endlose Kiefernwälder wie in Kanada- die Eindrücke lassen nicht los.
Wieder und wieder hindern uns die Schafe, mit dem Fahrzeug über den Rondanevegen zu jagen. Auf das Hupen sollte man verzichten, möchte man friedlich mit den Bergbauern auskommen wollen. Auch wenn die Versuchung groß sein kann, denn die Schafe und Lämmer lassen sich kauend nicht aus der Ruhe bringen und schauen vielmehr verständnislos nach, warum man überhaupz woanders hin will, wenn man hier doch den schönsten Platz der Welt hat.
Sehenswürdigkeiten am Rondanevegen
Einer der vielen Höhepunkte des Rondanevegen ist sicherlich der Sohlbergplassen mit seinem traumfaten Bergpanorama auf die Rondane Bergwelt.
Inspiriert wurden die Architekten vom norwegischen Landschaftsmaler Harald Sohlberg mit seinem Bild „Vinternat i Rondane (Winternacht in Rondane“. Nur ein kurzes Stück weiter lädt der nicht weniger eigenwillig gestaltete Rastplatz Strømbu Rasteplass mit Aussichtsterrasse, kleinem Café und Spielplatz ein. Über eine Hängebrücke führt der Weg geradewegs ins Gebirge des Rondane.
Sehenswert vom Wegesrand am Rondanevegen
In Sollia muss man eigentlich einen Halt einlegen. Der Abschied wird mit dem kleinen Wasserfall und seiner alten Wassermühle nicht leicht gemacht. Hier war bis vor kurzem ein kleines Museum dieser Anlage, welches derzeit ruht. Aber zumindest ein Blick von der Straßenbrücke auf den dramatischen Flussverlauf lohnt. Ein kurzes Stück weiter sind die Sollia Kirche und das Kriegsmuseum zwei wirklich lohnenswerte Punkte.
Der eigentliche Schluss- bzw. Startpunkt des Rondanevegen ist die Grubenstadt Folldal. Aber das wird eine andere Geschichte.
Heute sind wir auf dem Weg zum Wandern in ein weiteres norwegisches Gebirge. Man möchte so gerne überall gleichzeitig sein. Aber auf jeden FAll werden wir wiederkommen. Um hier abzubiegen. Anzukommen. Und zu Bleiben. Rondane, das ist einen gesamten Urlaub wert. Der Rondanevegen bringt uns hin. „Der Weg ist das Ziel“- das ist hier im Rondane Nationalpark alles andere als eine Floskel.
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