Ochseninseln, Okseøer, Leica SL 75mm

Die Ochseninseln zwischen Glücksburg und Sønderhav

Eine der schönsten Strecken in Dänemark führt vom Grenzübergang Kupfermühle / Krusau auf dem Fjordvejen über Kollund, Sønderhav und Rønshoved nach Rinkenæs.  Kaum einer, der nicht bei Annis hält und sich einen der legendären Hotdogs oder ein Softeis an diesem berühmten Kiosk bestellt. Vor allem aber bleibt der Blick an den beiden mitten in der Flensburger Förde liegenden kleinen Inseln haften: die Ochseninseln. Sie gehören dicht an der Grenze liegen zu Dänemark und insgeheim möchte man insgehim einfach mal rüber.

Ganz ausgeschlossen, dass man mit dem Boot wieder zu den Ochseninseln pendeln kann, ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Erst im Frühjahr 2020 wurde der Bootsanleger in Sønderhav für zukünftige Optionen aufwendig erneuert. Im gleichen Zeitraum wurden die alten Werftanlagen und Bootsstege auf der Großen Ochseninsel abgerissen. 

Bootsbau auf den Ochseninseln

Dabei hat die Besiedlung  und Nutzung eine lange Geschichte. Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts gab es nach unebestätigten Erzählungen Bootsbau auf der Großen Ochseninsel. Zudem lebten die Bewohner bis zur schweren Sturmflut im Jahr 1872 von Fischerei und Landwirtschaft.

Eine neue Epoche des Bootsbaus begann auf der Großen Ochseninsel, als im Jahr 1845 Lorenz Isaack die Große Ochseninsel kaufte. Bis in die 1970er Jahre betrieben mehrere Generationen der Familie Isaack erfolgreich ihren Werftbetrieb mit nun vier eigenständigen Betrieben. Hier entstanden Dinghi-Boote, kleine Fischerboote wie die klassische Klinkerjolle,  nordische Folkeboote, einige der schönen Grönlandkutter. Aber auch Motoryachten, Segelbotte und Drachenboote bis zur 11 Meter-Klasse. Noch heute gibt es einen dieser Familienbetriebe in Egernsund.

Im Jahr 1982 verkaufte die Familie die Große Ochseninsel an die dänische Naturschutzbehörde. Eine der Familien lebte aber weiter bis 2002 auf der Großen Ochseninsel, bis sie gesundheitlich nicht mehr konnte.

Im Jahr 2004 wurde die Große Ochseninsel für 25 Jahre an eine deutsche Pächtergemeinschaft verpachtet, die die Bewirtschaftung aber nach 12 Jahren schon wieder aufgaben.

Drama auf den Ochseninseln und die erste deutsch-dänische Luftbrücke

Dass das Leben der küstennahen Ochseninseln so dramatisch sein kann wie auf einer weiter entlegenen Insel, das merkten die Bewohner in den Jahren vor allem im Jahr 2010. Langanhaltender Frost ließ die Flensburger Förde zufrieren. Ein Passieren mit dem Boot war nicht mehr möglich. Fortan startete das Wasserflugzeug aus Flensburg Sonvik regelmäßig, um die Menschen und Tiere auf den Ochseninseln zu versorgen.

Weniger dramatisch war der Erdrutsch nach einem mittleren Unwetter 1985, bei dem ein Teil der Steilküste in die Flensburger Förde versank.

Die Kleine Ochseninsel

Von Sønderhav aus gesehen wirkt die rechte, Kleine Ochseninsel als die größere, aber das täuscht. Doch die Kleine Ochseninsel ist nicht weniger interessant.

Um 1800 entstand auf der Kleinen Ochseninsel ein Krog, eine Gastwirtschaft. Im Sommer kamen die Gäste mit dem Boot und genossen die einmalige Lage mitten in der Flensburger Förde. Doch mit der schweren Sturmflut am 13. November 1872 wurden die Gebäude zerstört und damit auch die Existenz der Betreiber. Was von dem Gasthaus übrig blieb, kam in die Zwangsversteigerung.

Im Jahr 1882 kaufte ein Flensburger Rechtsanwalt die gesamte Kleine Ochseninsel und schuf auf ihr ein kleines Paradies als eigene Sommerresidenz. Er legte einen Park mit verwunschenen Wegen an und gestaltete sie mit Skulpturen und Vasen aus der Antike. Immer wieder gab es Bänke zum Verweilen. 

Im Jahr 1919 wurde die Insel weiterverkauft und gelangte 1933 durch erneuten Verkauf an den dänischen Staat. Der veräußerte sie 1963 an die Kopenhagener Lehrvereinigung, die auf der Kleinen Ochseninsel ein Schullandheim baute.

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