Lunds by in Småland – „Es muss die beste Fleischwurst sein an diesem schönen Tag …“
Wer kennt sie nicht, die herrlichen Geschichten aus Bullerby. Eine davon spielt hier in Lunds by / Gladhammar. Vielleicht erinnern wir uns an den Einkauf im Laden des Onkels, an dem die Mädchen einige mal zurückkehrten. Jedes Mal vergaßen sie etwas und mussten nun erneut zum Onkel. Und jedes Mal sangen sie auf dem angefangenen Rückweg den heutigen Ohrwurm: „Es muss die beste Fleischwurst sein an diesem schönen Tag…“. Aber wo genau spielt diese Szene bzw. wo steht das Geschäft des Onkels? In Lunds by / Gladhammar zwischen Västerwik und Figeholm biegen wir ab und sind in wenigen Metern zu Fuß im Zentrum der kleinen Siedlung.
Zwei Straßen und acht Bauernhöfe: Lunds by
In Lunds by gibt es genau zwei Straßen. Sie sind angelegt wie ein Kreuz. An ihnen liegen insgesamt acht Bauernhöfe. Deren Häuser haben allesamt den gleichen Grundriss. All ihre Haupteingänge zeigen zum zentralen Dorfplatz. Die Nebeneingänge zur Küche hin führen auf die Rückseite zu den Höfen.
Das ist für Småland schon sehr besonders. Denn üblicherweise lagen die Haupteingänge grundsätzlich zum Hof hin. Zunächst baute man die aus dem 18. Jahrhundert stammenden Häuser von Lunds by nur eingeschossig. Erst im 19. Jahrhundert setzte man ihnen gleichsam die obere Etage auf.
Die Scheunen, Erdkeller oder kleinen Nebengebäuden befanden sich auf der Rückseite. Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft blieb der Dorfplatz. Heute dient eines der Häuser als Heimatmuseum.
Bereits im Jahr 1686 entwickelte sich Lunds by mit seinem noch heute sichtbaren Erscheinungsbild als echtes und ziemlich außergewöhnliches Familiendorf. Zunächst war es für einige Jahrzehnte Kronresidenz des Karl XL. Von dort entwickelte es sich zwischen 1692 und 1750 zu einem Dorf mit acht selbständigen Haushalten. Noch heute sind fünf Haushalte direkte Nachkommen der ersten Besitzer.
Und so sollte man auch heute berücksichtigen, dass man in Lunds by in einem echten kleinen Dorf mit privatem Zuhause ist. Mit privaten Grundstücken und privaten Fenstern, wenn man Gast ist in diesem so bezaubernden Ort. Gastfreundschaft war hier schon immer verpflichtend. Denn kein armer Mensch, kein Wanderer, sollte ohne Hilfe weiter müssen. So entstand auch das Gasthaus, in dem sie unterkamen.
Die Aufgaben in Lunds by waren klar verteilt. Damit jeder gleichberechtigt engagiert wurde, hängte der letzte Gastgeber also die „Armenkeule“ an das nächste Haus. So wurde die Last der kostenlosen Unterbringung und Verpflegung von einem zum anderen weiter gereicht.
Durch Lunds by führt ein kleiner Bach. Doch dieser war zu Zeiten, in denen es weder Dampf, noch Strom gab, so etwas wie die Lebensader von Lunds By.
Denn selbst kleine Dörfer waren zu jener Zeit weitgehend autark. So gab es ein Aalhaus, eine Räucherei, eine kleine Schmiede, ein Sägewerk und sogar eine Brauerei und auch eine Sauna. All das war im Gemeinschaftsbesitz der Eigentümer von Lunds by. Ebenso der Wald. Nur Felder und Wiesen waren in individuellen Parzellen aufgeteilt. Gemeinsam betrieben die Dorfbewohner eine Kobaltmine, die etwa einen Kilometer außerhalb von Lunds by liegt.
Gleich hinter dem Dorf, über die kleine Bachbrücke lohnt sich ein ausgiebiger Bachspaziergang. Reste der alten Wassermühle und des Aalhauses sind noch erhalten geblieben. Ein ausgewiesener Weg führt auch zu den alten Minen Tjursbosjön und Käringryggen. Auf dem Rastplatz erzählt eine Tafel die Geschichte der Minen.
Das Heimatmuseum öffnet nach Bedarf. Man findet dort eine Telefonnummer und bekommt dann individuellen Einlass.

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