Dänemark

Klosterløgum (Lügumkloster)

Lügumkloster, aufgenommen mit Nikon Keymission 80 | © weites.land
Lügumkloster, aufgenommen mit Nikon Keymission 80 | © weites.land
Denkt man an Klosterløgum, dann kommt einem wohl zuerst das schöne Kloster in den Sinn. Die Geschichte des Klosters geht bis in das Jahr 1193 zurück Neben dem Bischof von Ribe und dem Schleswiger Domkapitel war es die reichst geistliche Stiftung im Herzogtum Schleswig. Die Klosterkirche gehört noch heute zu den beeindruckendsten Sakralbauten in Nordeuropa. So verwundert es nicht, dass das Lügum Kloster zugleich auch für die Gründung des Ortes Løgumkloster verantwortlich ist. Noch heute ist die ausgedehnte und schöne Klosteranlagen sicherlich der erste Anlaufpunkt Für auswärtige Besucher des Kleinen Dorfes mit seinen etwa 3250 Einwohnern.
Lügumkloster, aufgenommen mit Nikon Keymission 80 | © weites.land

Lügumkloster, aufgenommen mit Nikon Keymission 80 | © weites.land

Das einzige Kloster wurde im Zuge der Reformation in seiner damaligen Funktion aufgehoben. Aus der Klosterkirche wurde eine Pfarrkirche. Der große Besitz wurde aufgelöst. Aus ihm heraus wurde das Amt gebildet. Allerdings war das Amt sehr klein und so teilte sich die Gemeinde den Amtmann zusammen mit der Gemeinde in Aabenraa (Apenrade). 

Løgumkloster entwickelte sich zu einem beliebtem Marktplatz. Der Ort machte sich über die Grenzen hinaus einen Namen mit der Produktion von aufwendiger Spitze und üppiger Kleidung für die feine und reiche Gesellschaft. 

Mit dem Krieg von 1864 und dem Sieg der Preußen über Dänemark kam Løgumkloster in den damals deutschen Kreis Tondern. Die Gemeinde behielt ihre Bedeutung als Marktort, Industrie siedelte sich aber kaum an.

In den Zeiten des ersten Weltkrieges entstand unweit des Ortszentrums ein Kriegsgefangenenlager vornehmlich für belgische und russische Gefangene. Viele der Gefangenen erkrankten 1916 an Thypus und verstarben qualvoll. An ihren Leiden erinnert heute eine Gedenkstätte.

Mit der Volksabstimmung für die neue Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland im Jahr 1920 entschied sich eine knappe Mehrheit des Ortes für einen Verbleib in Dänemark, während das direkte Umland mit überwältigender Mehrheit zu Dänemark gehören wollte.

Seit 1973 steht das größte Glockenspiel Nordeuropas in der Nähe der Klosteranlage. Der freistehende, etwa 25 m hohe Turm trägt 49 Glocken. Sechs mal am Tag erklingen Melodien bekannter Kirchenlieder; in unregelmäßigen Abständen gibt es sogar kleinen Glockenkonzerte.

Am Holmplatz erzählt ein kleines Heimatmuseum über die Geschichte Løgumklosters.

Lügumkloster, aufgenommen mit Nikon Keymission 80 | © weites.land

Lügumkloster, aufgenommen mit Nikon Keymission 80 | © weites.land

Heute verschwinden immer mehr der kleinen und besonderen Geschäfte, weil es offenbar hipp ist, sich auf den elend inflationären Events die Wampen voll zu schlagen und gleichsame Masse dann im Internet zu konsumieren, antatt solche kleinen besonderen Orte aufzusuchen und dort die Individualität einer dieser Dörfer zu genießen. Aber zunehmend hat sich ein ungewöhnlich vielfältiges, vornehmlich musikalisch orientiertes, kulturelles Angebot etabliert.

Die weit über die Grenzen bekannte Kerzenfabrik und ein großer Futtermittelproduzent sind Hauptarbeitgeber des Ortes.  Übrigens befindet sich in Løgumkloster die einzige Musikschule Dänemarks, in der man eine Ausbildung zum Glöckner machen kann.

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