Unterwegs mit der Brennweite 21mm – Das Leica Super Elmar 3.4/21mm asph.
Wenn man Claus Sassenberg (messssucherwelt.com) nach dem Leica M Super Elmar 3.4 / 21mm fragt, kann man für ihn über zwei Dinge besonders froh sein. Zum einen, dass besagtes Objektiv keine Frau ist. Und zum anderen, dass seine Frau gerade nicht anwesend ist. Wüsste ich nicht, dass Claus Sassenberg an Gott glaubt so ginge ich davon aus, dass er das Leica Super Elmar 21mm kniend anbeten würde. Muss also ziemlich ziemlich gut sein. Und so ist das Leica Super Elmar M 3.4 / 21mm asph. irgendwann auch bei uns gelandet.
Weitwinkelfotografie hat sich in den letzen Jahren irgendwie ganz merkwürdig gestaltet. Alles soll aufs Bild. Ob dieses „Alles haben wollen“ ganz unterbewusst damit zusammenhängt, wäre eine philosophische Frage wert.
Es gibt Menschen, die fliegen nach Island und fotografieren mit 14mm Brennweite ein Gebirge, dass nun in Gänze eingefangen ist. Die Frage, ob nicht vielleicht ein engerer Bildausschnitt vielleicht die Bildwirkung gesteigert hätte, wird gerne außen vor gelassen. Vielleicht hängt es auch mit der eigenen Unfähigkeit, der eigenen Unsicherheit zusammen, den richtigen Bildausschnitt zu finden. In der Tat haben wir uns auch lange damit beschäftigt, uns für den richtigen Weitwinkel zu entscheiden. Da gibt es klobige Zoom-Objektive mit Anfangsöffnungen ab Blende 1.4 und einem Brennweitenbereich ab 14mm. Tatsächlich lange überlegt und dann doch für die wesentlich teurere Festbrennweite Leica M Super Elmar 3.4 21mm entschieden.
Anfangsöffnung 3.4 bei 21mm scheint aus der Zeit gefallen. Manuelle Scharfstellung bereitet Sorge vor ungenauer Fokussierung. Genau mit diesen Argumenten wird erfolgreich Marketing betrieben. Dabei ist es die einfachste Form, mit Nachhaltigkeit zu besten Ergebnissen zu kommen.
Zum einen benötigt man in der extremen Weitwinkelfotografie selten bis nie eine extreme Blendenöffnung. Denn extreme Weitwinkelobjektive sollten immer nur eine Ergänzung zu einer Brennweite wie z.B. 50mm sein. Man sieht sich an dieser Brennweite sonst sehr schnell satt. Und so kann ich, wenn ich wirklich ein Bokeh erzeugen möchte, mit einer normalen oder leichten Tele-Brennweite die Bilderzählung sinnvoll bereichern.
Auch die Sorge der möglichen Unschärfe ist schnell ausgeräumt. In diesem Brennweitenbereich braucht es schlicht keinen Autofokus. Himmelskörper sind wesentlich schneller scharf zu stellen. Und ein Weitwinkelobjektiv hat einen solch enormen Schärfebereich, dass es gar nicht auf genaue Fokussierung ankommt. Bereits ab 10 Meter Entfernung und der Anfangsöffnung von Blende 3.4 bildet das Leica Super Elmar bis unendlich scharf ab.
Aber warum die Brennweite 21mm?
So wenig Gepäck wie möglich. Und nur so viel Objektivwechsel (Sensorstaub) wie nötig. Das ist unsere Devise. Eigentlich lieben wir das Leica Elmarit 2.8 28mm asph. Fast zwei Jahre ist zudem das Zoom-Objektiv SL 24-70mm im Einsatz. Doch mitunter merken wir, wie wir mit unseren Brennweiten an die Grenzen gekommen sind.
Besonders aufgefallen ist uns das auch dicht vor den Bühnen des NØRDEN-FESTIVAL. Da kann es schon mühsam sein, die gesamte Band effektvoll auf das Bild zu bekommen. Immerhin nehmen wir die nötige Rücksicht auf das Publikum und verhalten uns möglichst unauffällig. Kleine Objektive sind neben schwarzer Kleidung dafür elementar.
Aufgefallen ist uns das auch in der Architekturfotografie. Besonders bei städtischer Bebauung kommt man ohne ein extremes Weitwinkelobjektiv durchaus an seine Grenzen.
Brennweite 21mm und was sonst noch?
Das Leica Super Elmar 21mm asph. ist kein Objektiv für immer drauf. Wer verständlicher- und sinnvoller Weise das System „Eine Kamera- ein Objektiv“ lebt, wird das in der Regel in einem Brennweitenbereich 28 – 50mm tun. Und zu grandiosen Ergebnissen kommen können.
Für besondere Anlässe kann man genau dieses System nach oben mit 75; 90 oder 135mm und nach unten mit 21mm abrunden. Oder nach persönlichem Geschmack natürlich extremer. Die Brennweite 21mm wird aber gegenüber extremeren Brennweiten natürlicher sein. Mit dem Leica Super Elmar M 3.4 / 21mm asph. kann ich zudem ohne auffällige Verzeichnung Menschengruppen mit nötigem Abstand aus dem Inneren oder mehrere Menschen in einem Raum ablichten. Solange sie recht mittig im Bild sind.
Kauft man sich ein Weitwinkel-Objektiv, so sollte man unbedingt darauf achten, dass es auch zur Kamera passt und Bildergebnisse ohne angebliche Objektiv-Fehler liefert. Denn diese liegen seltener am Objektiv. Dafür mehr an der Kombination Kamera-Objektiv. Da wir mit Leica unterwegs sind, haben wir uns für das Super Elmar 21mm asph. entschieden. Und auch, weil wir uns von Claus Sassenberg haben anstecken lassen:-)
Kleine Leica-Historie zur Brennweite 21mm für den Messsucher
- 1958 – 1963: Super Angulon 4.0 / 21mm (Fertigung durch Schneider Kreuznach. Ausführung Chrom. Schraubgewinde Art.-Nr. 11 002 und M-Bajonett Art.-Nr. 11102)
- 1963 – 1980: Super Angulon 3.4 / 21mm Art.-Nr. 11 103 (Fertigung durch Schneider Kreuznach. Ab Seriennummer 2.473 252 Modifizierung für Verwendung an der M5 für TTL-Messung. Ausführung zunächst in Chrom und ab Ende der 1960er Jahre in Schwarz )
- 1980 – 1997: Elmarit M 2.8 / 21mm Art.-Nr. 11 134
- 1997 – 2011: Elmarit M 2.8 / 21mm ASPH. Art.-Nr. 11 135
- 2008 – : Summilux M 1.4 / 21mm ASPH. Art.-Nr. 11 647
- 2011 – : Super Elmar M 3.4 / 21mm ASPH. Art.-Nr. 11 145

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