Nordland

Leuchttürme in Norwegen – Leuchtturm Tranøya Fyr

Tranøya Fyr, Tranøya, Troms, Kodak-Ektar-Leica-Elmarit-2.8-28-asph. | © mare.photo
Tranøya Fyr, Tranøya, Troms, Kodak-Ektar-Leica-Elmarit-2.8-28-asph. | © mare.photo

Südlich des Tysfjord liegt die über eine kurze Stahlbrücke erreichbare Insel Tranøya, unweit der E6. Nordland-Reisende werden auf der Europastraße E& versuchen, zügig nordwärts zu kommen und nicht abzubiegen. Damit verpassen sie aber einen der schönsten Leuchttürme in Norwegen, den Leuchtturm Tranøya Fyr.

Leuchtturm Tranøya Fyr – eines der südlichen Nordlichter

In der mitunter unruhigen See im Bereich des Tjeldesund, der Ofoten und des Tysfjord weist seit 1864 einer der Leuchttürme in Norwegen, der Leuchtturm Tranøya Fyr den Schiffen den Weg. Heute allerdings dient er zudem als Hotel in einer außergewöhnlichen Umgebung, in der es durchaus auch sehr rau zugehen kann.

Der Leuchtturm Tranøya Fyr ging erstmals am 19. September 1864 in Betrieb, also gleich nach der Sommerpause der nördlichen Leuchttürme in Norwegen, da bedingt durch die Mitternachtssonne nördlich des Polarkreises die Leuchttürme in Norwegen während der Sommermonate ausgeschaltet sind.

Doch zunächst suchte man eine geeignete Stelle, um die Schiffe durch diese zerklüftete Küstenlandschaft an den Ofoten zu lotsen. Der Direktor der Leuchtturmbehörde hielt den Platz in Stangholm für geeignet. 

Vom Beginn des Leuchtturm Tranøya Fyr

Tranøya Fyr, Tranøya, Troms, Kodak-Ektar-Leica-Elmarit-2.8-28-asph. | © mare.photo

Tranøya Fyr, Tranøya, Troms, Kodak-Ektar-Leica-Elmarit-2.8-28-asph. | © mare.photo

Man plante den Leuchtturm Tranøya Fyr als Leuchtfeuer mit einem festen Signallicht. Die Kosten wurden mit 6274 Secialdaler veranschlagt, diese alte Währung entspracht etwa 1565 norwegischen Kronen.

Nun befand sich aber das Land auf Stangholm, auf welches man den Leuchtturm Tranøya Fyr bauen wollte, in Privatbesitz. Und der Besitzer war gerne bereit, den Platz zugunsten des geplanten Leuchtturm Tranøya Fyr zu verkaufen. Nur, er konnte nicht nachweisen, dass ihm Stangholm tatsächlich gehörte. Also einigte man sich, ihm eine jährliche Pacht in Höhe von drei Specialdaler zu zahlen, zudem vereinbarte man für die späteren Angestellten das Recht, Trinkwasser auf der Insel Tranøya holen zu dürfen. Denn der Leuchtturm würde auf einem Felsen, von Wasser umgeben, errichtet und währe nur über eine Brücke erreichbar.

Geplante Bauzeit lag zwischen 1863 und 1866, immerhin ist die Küste der Insel Tranøya immer wieder bizarren Stürmen und Wellen ausgesetzt.

Man baute zunächst eine Schutzmauer, dann den ersten Leuchtturm Tranøya Fyr mit Scheune, Öllager für den Betrieb des Leuchtfeuers, einem Nebengebäude und einem Bootshaus mit einer Winde, mit der das Boot hoch auf den Felsen gezogen werden konnte.

Am 19. September 1964 war es dann soweit, das Leuchtfeuer eines weiteren der Leuchttürme in Norwegen, des fertiggestellten Leuchtturm Tranøya Fyr, wurde entzündet. Der Leuchtturm Tranøya Fyr gehörte mit seiner Konstruktion zur Kategorie  4 der Leuchttürme in Norwegen.

Stürmische Zeiten auf Stangholm am Leuchtturm Tranøya Fyr

Tranøya Fyr, Tranøya, Troms, Kodak-Ektar-Leica-Elmarit-2.8-28-asph. | © mare.photo

Tranøya Fyr, Tranøya, Troms, Kodak-Ektar-Leica-Elmarit-2.8-28-asph. | © mare.photo

Bereits im Winter 1867 hatte die Anlage des Leuchtturmes Tranøya Fyr seine erste Bewährungsprobe. Extreme Stürme und heftige Wellen brachen über Stangholm ein, so heißt diese Leuchtturm-Insel. Ein Teil der Schutzmauer wurde dabei zerstört.

Schlimmer aber wurde es genau 10 Jahre später, denn wieder brachen über Stangholm die hohen Wellen herein, diesmal wurde die gesamte Anlage des Leuchtturm Tranøya Fyr überflutet. Die Nebengebäude wurden dabei schwer beschädigt. Zügig hat man diese Schäden aber nach der Sturmsaison wieder behoben.

Musste das Trink- und Brauchwasser immer mühsam von Tranøya auf den Leuchtturm-Felsen Stangholm zur Anlage des Leuchtturm Tranøya Fyr gebracht werden, baute man endlich im Jahr 1906 einen großen Wassertank zur Bevorratung in das Untergeschoss des Leuchtturm Tranøya Fyr.

Sichtlich genervt von dem Aufwand, alles mit einem kleinen Boot zum Leuchtturm bringen zu müssen, bekam der Leuchtturm Tranøya Fyr ab 1908 einen Anlegesteg mit einem kleinen Lastenkran.

Neues Licht für den Leuchtturm Tranøya Fyr

Tranøya Fyr, Tranøya, Troms, Kodak-Ektar-Leica-Elmarit-2.8-28-asph. | © mare.photo

Tranøya Fyr, Tranøya, Troms, Kodak-Ektar-Leica-Elmarit-2.8-28-asph. | © mare.photo

Wie auch die anderen Leuchttürme in Norwegen wurde der Leuchtturm Tranøya Fyr mit einer Öllampe betrieben. Die Technik entwickelte sich aber weiter und so war es möglich, den Lichtschein besser zu bündelt und damit weiter sichtbar zu machen. Vor allem bei schlechterem Wetter hat gebündeltes Licht eine bessere Durchdringung. So warben die Verantwortlichen des Leuchtturm Tranøya Fyr ab 1903 um den Einbau einer Lampe mit einer Linse, doch sollte es noch bis 1909 dauern, eh ihr Wunsch genehmigt wurde. Ein Jahr später bekam dann der Leuchtturm Tranøya Fyr die neue Lichttechnik und konnte ab sofort alle sechs Sekunden zwei Blitze abgeben.

Nebel über Stangholm

Wer einmal im Norden von Norwegen war, hat vielleicht erlebt, wie schnell das Wetter hier wechseln kann. Nicht selten zieht in Minuten eine meterhohe Nebelwand über das Meer zum Land und verhüllt die Umgebung in undurchdringliche Watte.

Da nutzt dann das beste Lichtsignal der Leuchttürme in Norwegen nichts mehr, auch das des Leuchtturm Tranøya Fyr. Diesem Umstand geschuldet erstellten die Schifffahrtsbehörden im Jahr 1933 eine Liste mit möglichen Leuchttürmen in Norwegen, die ein Nebelhorn, ein sogenanntes Diaphon, bekommen sollten. Der Leuchtturm Tranøya Fyr wurde mit einem Budget von 120.000 Kronen um das Diaphon ausgestattet. Doch der bisherige Turm reichte dazu nicht mehr aus. So demontierte man den gußeisernen Leuchtturm von Moholmen bei Kabelvåg und stellte ihn an seinen heutigen Platz wieder auf. Das Leuchtfeuer des Leuchtturm Tranøy Fyr wurde auf diesen gußeisernen Turm aufgesetzt und das Diaphon installiert. Damit wuchs die Gesamthöhe auf 28 Meter.

Tranøya Fyr, Tranøya, Troms, Kodak-Ektar-Leica-Elmarit-2.8-28-asph. | © mare.photo

Tranøya Fyr, Tranøya, Troms, Kodak-Ektar-Leica-Elmarit-2.8-28-asph. | © mare.photo

Den Maschinenraum des Leuchtturm Tranøya Fyr installierte man im Erdgeschoss und im ersten Geschoss.Auf der zweiten und dritten Ebene integrierte man die Luftfilter für das Nebelhorn im im vierten Stock bekam das Diaphon seinen Platz. 

Die neue Anlage des Leuchtturm Tranøya Fyr ging am 01. November 1936 in Betrieb. Doch dieser Betrieb konnte nicht mehr mit einem Leuchtturm-Wärter alleine gewährleistet werden. Fortan taten vier Arbeiter ihren Dienst auf dieser Anlage. Zwei von ihnen waren im Wechsel für den Betrieb zuständig, zwei weitere Saisonarbeiter wurden allerdings nur für die eigentliche Betriebszeit zwischen dem 07. August und 30. April benötigt. Allerdings war es erforderlich, drei neue Gebäude zu errichten. Es entstand ein Doppelhaus, eine Scheune und ein neues Bootshaus.

Aufbruch in die Moderne

Seit 1959 ist der Leuchtturm Tranøya Fyr elektrifiziert, im Fall eines Stromausfalls steht ein Notstrom-Diesel-Aggregat zur Verfügung. Mit der Elektrifizierung kam auch eine neue Lichttechnik, eine 1000 Watt Glühlampe wurde nun mit einer festen Linse eingebaut. Das Nebelhorn bekam einen elektrischen Kompressor.

Bisher konnte man die Leuchtturm-Insel nur mit dem Ruderboot erreichen, auch das sollte sich ändern. Seit 1969 verbindet die Brücke die Insel Stangholm und den Leuchtturm Tranøya Fyr.

War es bisher üblich, dass das Leuchtturm-Personal auf den Leuchttürmen in Norwegen lebte, fürhte man zunehmend Schichtdienst mit wechselndem Personal ein.  Im jahr 1983 wurde das Nebelhorn, das Diaphon, des Leuchtturm Tranøya Fyr ausgemustert und in diesem Zuge das erforderliche Personal von vier auf zwei Arbeiter reduziert. Seit 1986 ist diese Anlage komplett automatisiert. Am 05. Juni 1991 hatte der letzte Leuchtturm-Wärter seinen letzten Arbeitstag auf Stangholm. Scho am ersten Juli darauf begann die touristische Nutzung dieses einzigartigen Leuchtfeuers auf den Ofoten

 

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