Kirche Kollund, Dänemark. Beispielfoto, Review Leica Super Elmar 16-35mm ASPH.
Kirche Kollund, Dänemark. Fotografiert mit Leica Super Elmar 16-35mm ASPH. | © weites.land

Leica Vario Elmar SL 16-35mm ASPH. Review aus der Praxis

Eigentlich bin ich sehr selten in der Weitwinkel-Fotografrie zuhause. Aber es gibt Aufgaben, wo Brennweiten unterhalb von 28mm einfach erforderlich sind. Schon seit einien Jahren befindet sich zu diesen Themen bei Leica das Super Vario Elmar SL 16-35mm f3.5-4.5 ASPH. im Programm der SL Produktlinie. Nun ist es bei uns im Einsatz. Grund genug, um mit einem ersten Review einzusteigen.

In der Welt der Superweitwinkel – Leica SL 16-35mm f3.5-4.5 Review

Ich bin ein Freund von Festbrennweiten. In der Regel beginnen diese nicht unter 28mm. Auch mit der Brennweite 21mm kann man spannende Biler machen. Muss aber zuehen, nicht durch immer gleichen Bildstil zu langweilen. Bei 35mm Bernnweite, einst als Weitwinkel bezeichnet, hat man gestalterisch in Bezug auf Perspeketive und Linienführung mehr Optionen zwischen dynamischer und statischer Fotografie. 

Aber möchte ich beispielsweise eine Kirche porträtieren, die von weitem optisch nicht zugänglich ist, reicht eine solche Brennweite nicht aus. Wie so oft im Bereich der Architektur. Ich könnte natürlich ein horizontales und vertikales Panorama aus Einzelbildern bauen und hätte dazu noch eine gigantische Auflösung für Abzüge im Maßstab 1:1. Aber sobald das Motiv oder ein Motivteil in Bewegung ist, auf einer Konzertbühne oder mitten im Publikum, bei einem Wasserfall oder bei Langzeitbelichtungen in der Natur, funktioniert ein Panorama schon nicht mehr. Bis zu einer Brennweite von 21mm ist das kein Problem. Da bietet sich das wirklich erstklassige Leica Super Elmar M 3.4/21mm an oder auch der SL Pendant APO SL 21mm bei grandioser Offenblende f2. Gebraucht ist dieses aber im Gegensatz zum Leica SL 16-35mm selten bis gar nicht erhältlich. Ein Beleg dafür, wie beliebt dieses Objektiv ist.

Dem Leica SL 16-35mm ASPH muss man begegnen wollen

Um es gleich zu sagen- verliebt bin ich in das Leica Super Elmar 16-35mm ASPH. nicht. Weitwinkelaufnahmen, mit denen ich emotional etwas verbinde, enden für mich bei einer Brennweite von 28mm. Am liebsten bin ich jedoch im leichten bis mittleren Telebereich bei Brennweiten zwischen 75 und 135mm zuhause. Und doch gibt es eben Bereiche, in denen brauche ich genau diesen extremen Weitwinkel unterhalb von 28mm.

Nun habe ich das Leica SL 16-35mm an meiner Kamera und ziehe los. Aber mal einfach losmarschieren und ein paar gute Bilder machen, das ist alles andere als einfach. Die ersten Male habe ich den Erwerb bereut. Vielleicht fehlte mir das passende Thema. Doch dann hat es nicht nur in der Kamera „Klick“ gemacht. Schnell merkte ich, die Stärken des Leica SL 16-35mm zu schätzen und einzusetzen.

Architektur und das Leica SL 16-35mm

Wenn es durchaus begrenzte Einsatzgebiete für ein Extremweitwinkelobjektiv wie dem Leica SL 16-35mm gibt, dann gehört die Architektur unbedingt dazu. Aber gerade hier braucht es klare Linienführung und eine hohe Verzeichnungsfreiheit in der Wiedergabe der Motive. Extremweitwinkel neigen gerne zu Vignetten und zu Wölbungen. Ebenso verliert sich ganz schnell die Schärfe hin zu den Außenbereichen. Qualitativ trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Und Qualität, das sei gleich gesagt, hat ihren Preis.

Um so positiv überrascht bin ich, wie geradlinig und verzeichnungsfrei das Leica SL 16-35mm APH. abliefert. Je nach Belichtung wird bei Brennweite 16mm eine ganz minimale Vignette kaum wahrnehmbar in den Ecken sichtbar. Belichtet man eine Idee großzügiger, hat sich dieses Thema auch schon wieder erledigt.

Gegenlicht beeindruckt das leicht gewölbte Glas des Leica SL 16-35mm so gut wie gar nicht. Konturen und Oberflächen werden auch in solchen Situationen in feinen Nuancen wiedergegeben. Bildfehler sucht man innerhalb des gesamten typischen Spektrums vergeblich. Nachdem ich das Leica SL 16-35mm ASPH. einige Male eingesetzt habe, war ich von der Leistung wirklich beeindruckt. Dieser Eindruck bestätigte mir die recht seltenen aber durchweg lobenden Rezensionen im Netz.

Groß und weit- das Leica Super Vario Elmar 16-35mm ASPH.

Ich kann es nicht verschweigen, mit dem Leica SL 16-35mm Objektiv habe ich schon sicht- und fühlbar einen kleinen Brocken in der Hand. Fast 1000 Gramm schwer bei einem Filterdurchmesser von 82mm ist das nochmal eine andere Hausnummer als die geliebten APO-Festbrennweiten. Dabei verfügt es lediglich über eine variable Blendenöffnung zwischen 3.5 und 4.5. Aber wetterfest versiegelt bietet es auf der anderen Seite eine grundlegende Robustheit. Als mir vor einigen Jahren das Schwesterobjektiv APO SL 75mm auf das Kopfsteinpflaster fiel, war der Schreck größer als der Schaden. Eine kleine Beule, ansonsten tadellos. Das Gleiche denke ich kann ich auch von diesem Leica SL 16-35mm Objektiv erwarteten. Verbunden mit dem Wunsch natürlich, von dieser Art Test verschont zu bleiben.

Ach ja, der Autofokus: Das ist ja ein Thema, in der sich die Anbieter rasant selbst überholen möchten. Ganz ehrlich habe ich mich zwischendruch gefragt, ob dar Autofokus an meiner Leica SL 16-35mm defekt sei. Denn man spürt ihn so gar nicht. Auch nicht akkustisch. Und doch sind die Bilder scharf. Tatsächlich, der Autofokus ist diskret und absolut treffischer. Und nach meinem Dafürhalten auch ausgesprochen schnell.

Fazit zum Leica Super Vario Elmar 16-35mm ASPH.

Mein Fazit fällt kurz aus. Das Leica SL 16-35mm ASPH. ist super. Es hat mich recht schnell voll umfänglich überzeugt. Es gab einige Bauart-bedingte Gründe, die mich von der Alternative Sigma / Leica SL 14-24mm abgehalten haben. Unter anderem die stark nach vorne gewölbte Linse, welche nicht ohne weiteres einen Schraubfilter erlaubt. Ich brauche die Option eines unkomplizierten ND-Filter. Auch das leichte und deutlich preiswerte Panasonic 16-35mm kam für mich nicht infrage, weil das Leica SL 16-35 in Bezug von Klarheit, Schärfe und Bildausdruck deutlich überlegen scheint.

Meine Schwerpunkte für das Leica SL 16-35mm sehe ich in der Architektur und durchaus auch in der Eventfotografie. Da ich zur Zeit die Kirchen im dänischen Grenzland zum Thema habe, waren sie für mich der perfekte Einstieg, mich diesem Objektiv zu nähern. Beindruckt hat mich hierbei, dass in den Abbildungen der natürliche Charakter ohne perspektivische Überdehnung der optischen Linien erhalten bleibt. Will heißen, man soll den Aufnahmen möglichst wenig ansehen, mit welcher Brennweite sie entstanden sind.

Und obwohl ich kein Freund von Zoom-Objektiven bin: Bereits bei dieser kleinen Serie habe ich festgestellt, wie oft ich doch die Brennweite dezent anpasse. Die meisten hier gezeigten Aufnahmen sind übrigens als Belichtungsreihe entstanden. Wenn die Linien des Umfelds der Kirchen nach unten führen, liegt das allein an der Tatsache, dass die Kirchen in der Regel auf einem Hügel errichtet sind und das Gelände tatächlich abfällt.

Alternativen und Fazit zum Leica SL 16-35mm ASPH.

Superweitwinkel zu konstruieren ist schon ziemlich tricky. Oftmals lassen sich Randabschattungen, Auflösungsabfll zu den äußeren Bereichen und Verzerrungen nicht gänzlich ausschließen. Kameraintern oder in der Nachbearbeitung kann man hier schon viel erreichen. Aber die Qualität eines Objektives gerade im Hinblick auf Kontrast einhergehend mit entsprechend über das ganze Optikfeld erreichbare Klarheit muss für technisch hervorragende Bilder schon in der Optik passieren.

Natürlich haben die Schwächen einiger Objektive in meinen Augen einen nicht zu unterschätzenden gestalterischen Aspkekt. Denn viele Fotos sind unabhängig vom Bildinhalt heute totperpekt. Ich kann mich also durchaus sehr für entsprechende Festbrennweiten mit manueller Fokusierung von Voigtländer oder Leica ziemlich begeistern.

  • Wer ein kleines und nahezu perfektes Weitwinkelobjektiv sucht, dem kann ich sehr das Leica Super Elmar M 21mm f3.4 ASPH. ans Herz legen.
  • Das Leica APO SL 21mm APH. ist durch seine hohe Blendenöffnung in Verbindung einer echten apochromatischen Korrektur eine wirkliche Besonderheit, wenn es um Nahaufnahmen oder Lichtstärke geht. 
  • Das Sigma und auch das Leica Weitwinkelzoom 14-24mm f2.8 (ich unterstelle beiden eine Verwandschaft) sind für diesen Brennweitenbereich als Zoom sehr lichtstark und genießen ebenso einen wirklich guten Ruf.

Das hier beschriebene Leica SL 16-35mm f3.5-4.5 ist lichtschwächer, deckt dafür aber einen höheren Brennweitenbereich ab. Und der ist vor allem nicht zu unterschätzen, wenn man in bestimmten Situationen möglichst auf Objektivwechsel verzichten sollte. Sei es bei Sturm, Regen oder auf Frost, sei es im dichten Gedränge einer Veranstaltung.

In zahlreichen Reviews und auch in persönlichen Gesprächen bekommt das Leica SL 16-35 eine sehr positive Resonaz. Zahlreiche Bilder eines Flensburger Pressefotografen entstehen beispielsweise mit diesem Objektiv.