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DAS FOTOBUCH aus dem Rheinwerk-Verlag

DAS FOTOBUCH von Rheinwerk: Rezension

Wenn ein Fachverlag erfolgreich wirklich gute Bücher rund um die Fotografie anbietet, sollte es doch möglich sein, sich einmal der Präsentation der Ergebnisse zu widmen. Im Hause Rheinwerk haben wir ein Fachbuch entdeckt, dass aufzeigt, wie man ein einzigartiges Buch entwickeln und gestalten kann. Wir haben ein Rezensionsexemplar erhalten und verraten, ob der Rheinwerk-Verlag seinem Anspruch gerecht wird und dessen Ausgabe „DAS FOTOBUCH“ tatsächlich ein Leitfaden zu einem tollen und individuellen Fotobuch / Buch sein kann.

Unsere Erwartungen sind hoch an die Ausgabe „DAS FOTOBUCH“ aus dem Rheinwerk Verlag. Wir rezensieren gerne die Handbücher dieses auch auf die Fotografie und visuelle Kommunikation spezialisierten Verlages. Denn wir wissen das hohe Niveau aus dem Hause Rheinwerk zu schätzen. Folglich erwarten wir mit dem Handbuch „DAS FOTOBUCH“ zur Anleitung einer professionellen Fotobuchgestaltung auch einen Einblick, wie der Verlag auch seine in der Fachwelt angesehenen Bücher gestaltet.

Als Autoren gewonnen hat Rheinwerk Nina und Eib Eibelshäuser. Beide arbeiten schön viele Jahre als Gestalter und Fotografen udn sind beispielsweise Herausgeber des Portraitmagazin. Zwei erfahrene Menschen also, die wissen müssen wie es geht. Und zwei Menschen, die ihr Wissen auch transportieren können.

Nun habe ich selbst schon ein Buch herausgegeben und stand für die Konzeption und Gestaltung eines PR-Magazins über den Nord-Ostsee-Kanal Pate. So weiß ich in etwa, welche Arbeit hinter der Gestaltung eines Buches steckt, was sich hinter einem Satzspiegel verbirgt und wie schwer die richtige Auswahl und Anordnung der Bilder ist. Aber ich würde mir nicht zutrauen, dieses Wissen auch in Worte zu bringen und zudem noch verständlich weiter zu geben. Diese Arbeit haben sich mit aller Akribie Nina und Eib Eibelhäuser aus Zingst gemacht.

Genau diese Arbeit, dieses Handbuch für professionelle Fotobuchgestaltung „DAS FOTOBUCH“ liegt jetzt vor mir. Aber warum sollte ich mir 380 Seiten geballte Theorie über die Gestaltung eines Fotobuches antun?

Die Softwareprogramme von CEWE, Saal und Co sind verführerisch einfach, auch diese habe ich schon mehrfach eingesetzt. Aber, um ein echtes Unikat zu schaffen, für sich, für die Familie, für seine Kunden, stößt man da sehr schnell an seine Grenzen. Welche Schriften nehme ich, welches Papier, welches Format? Schon hier trennt sich die Spreu vom Weizen und man muss sich für doch recht viel Geld mit dem zufrieden geben, was die üblichen Verdächtigen anzubieten haben.

Wer viel Geld, Zeit und Mühe einsetzt, um wirklich hervorragende Bilder zu machen, die es adäquat zu präsentieren gilt, wird sich um eine professionelle Buchgestaltung kaum drücken können. Die kann man einem echten Grafiker in Auftrag geben oder man setzt sich eben selbst mit der richtigen Gestaltung seines Fotobuches auseinander und bleibt vollkommen unabhängig.

„DAS FOTOBUCH“ von Rheinwerk ist dabei nicht gerade leichte Lektüre und auch kein Buch, um mal eben schnell zum Grafiker zu mutieren. Wer etwas auf die Schnelle braucht, dem seien die Standard-Programme der Fotobuchanbieter empfohlen. Wer aber um die Besonderheit der eigenen Bilder weiß und wer vielleicht mehr als ein normales Fotobuch, vielleicht sogar einen richtigen Bildband, ein richtiges Buch machen möchte, sollte mit „DAS FOTOBUCH“ einsteigen und sich Zeit nehmen und ausprobieren. Geduld sollte man mitbringen. Auch die Ausbildung zum Grafiker braucht seine Zeit. Und genau an dessen Qualitätsstandard sollte man sich anschließend messen. 

Dass eine Ausgabe wie „DAS FOTOBUCH“ in einer insgesamt sehr wertigen Form erscheint, darüber braucht man in Zusammenhang mit Rheinwerk kein Wort mehr verlieren. In gleicher Qualität ist der Inhalt in einem übersichtlichen Register und einem ausführlichen Stichwortregister gegliedert. Von der Grundidee, von der Sinnfrage bis zur Auswahl der Druckerei ist wirklich alles behandelt, was es zu berücksichtigen gilt.

Erstaunlich viele Parallelen zur Gestaltung eines Fotos werden auffallen. Genaus überraschen wird sicherlich die Frage nach der Auswahl der Bilder. Welche Aufnahmen eignen sich für den Buchdeckel, welche Aufnahmen erzählen eine Geschichte. Wie setzte ich ein übersichtliches Raster und wie ordne ich Bilder und Texte an.

Welche fotografischen Themen setze ich wie in Szene, um Emotionen, um Lust zu wecken? Welche Rolle spielen Farben und Materialien. Was ist ein Layout und welchen Einfluss haben Schriften auf eine gute Wahrnehmung und Lesbarkeit.

Reich bebildert, mit zahlreichen Skizzen, sehr verständlich und sehr ausführlich beschrieben lässt sich anhand dieses Handbuches für professionelle Fotobuchgestaltung ein Arbeitsschritt nach dem anderen gehen.

Zugegeben, zunächst hat mich der Inhalt des Buches erschlagen. Und das, obwohl ich schon einige Erfahrung mit der Buchgestaltung an sich habe. Regelmäßig bin ich im Austausch mit einem ehemaligen Diplom-Designer und Künstler der Landesmuseen in Schleswig-Holstein, der selbst etwa 80 Publikationen gestaltet hat und gerade ein seinem neuen Werk arbeitet.

Für jemanden, der ganz unbedarft bisher mit dem Standard der Fotobuch-Anbieter zufrieden war, dürfte „DAS FOTOBUCH“ von Rheinwerk um so mehr eine echte Herausforderung sein. Wer aber einen hohen Anspruch an sich selbst hat, dem sei dieses Handbuch sehr ans Herz gelegt. Wer sich in seiner Projektidee durch dieses Fachbuch begleitet lässt und sich die nötige Zeit nimmt, wird zu einem Ergebnis kommen, von dem er nie zu träumen gewagt hätte. Ständige Selbstreflektion und Neuentdeckung der Materie inklusive. Und damit wird er andere zum Staunen bringen.

Auf jeden Fall wird „DAS FOTOBUCH“ aus dem Hause Rheinwerk in unserem Bücherschrank bleiben und schon bald viele Eselsohren und Gebrauchsspuren haben.

 „DAS FOTOBUCH“ ist unter allen bekannten Bezugsadressen erhältlich.

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387 Seiten, 2020
gebunden, in Farbe
Rheinwerk Fotografie,
ISBN 978-3-8362-7612-2

Preis € 49,90

Blick ins Buch: hier.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit gibt es hier

Website der Autoren Nina und Eib Eibelhäuser

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