Visby auf Gotland – Kurzvorstellung
Wenn es bei uns eine Stadt von Anhieb unter die TOP Ten schafft, dann ist es zweifelsfrei Visby. Vorweg schicken muss ich, schon viele Städte Europas gesehen zu haben. Aber keine ist wie diese. Für gotländische Verhältnisse mit seinen etwa 23.500 Einwohnrern eine echte Großstadt empfiehlt es sich, das Auto auf einem der kostenfreien Parkplätze vor der Stadt zu lassen, einen kleinen Rucksack zu packen und dieses mittelalterlich anmutende Juwel von außen nach innen zu entdecken.
Für gerade mal eben ist es fast zu schade, wir haben uns mehrere Tage Zeit genommen und werden hier Midsommer erleben. Zunächst laufen wir etwa 3,5 Kilometer die Stadtmauer bis zum Kruttorn. Den Kruttorn gab es bereits vor dem Mauerbau und ist heute das älteste erhaltene Gebäude. Die weiteren Türme wurden nachträglich ergänzt. Im Laufe der nächsten Tage werden wir durch verschiedene Tore in die Stadt gelangen und erhalten dadurch immer wieder neue Bilder. Viele Szenen der ersten Pipi Langstrumpf–Verfilmung sind hier entstanden.
Die Saison startet um Midsommer und wir gehen zunächst zum Fährterminal in den Hafen, um eine Rückfahrt zu buchen. Zwar sind noch wenige Tage Zeit, aber viele Verbindungen sind bereits jetzt ausgebucht. Nun haben wir den Tag Zeit, die Stadt kennen zu lernen, mit ihren Cafès, kleinen Läden, den Kirchenruinen und dem beindruckenden Dom. Vom Hafen aus kommend führt es uns durch die Strandgatan (Strandstraße), doch liegt diese fast 150 Meter vom Strand entfernt. Das war allerdings nicht immer so; noch im Mittelalter kamen die Schiffe bis hier her.
Es gibt in Visby zu vieles, um es ausführlich zu beschreiben, deswegen laufen wir einfach kreuz und quer durch die Gassen, mal geht es eine schmale Strasse auf die Anhöhe, dann wieder ein paar Treppen hinab. Die Stadt ist übersichtlich, ein Verlaufen ist kaum möglich. Menschen aus der ganzen Welt kommen hier her, wurde doch Visby im Jahr 1995 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.
Es währe vermessen, bestimmte Sehenswürdigkeiten zu empfehlen, es würde einschränken, die Stadt in ihrerem Innersten zu entdecken. Visby wird man fühlen und die Augen werden leuchten, denn an jeder Ecke lauern neue Motive, hinter fast jeder Fassade eine eigene Geschichte und auf jeder Anhöhe ein atmenberaubender Blick. Holz- und Steinarchitektur wechseln sich ab, allein die vielfältigen Haustüren in den Gassen sind einen Spaziergang wert.
Einen besonderen Blick auf den Dom bekommen wir, als wir durch die Fiskegrän (Fischergasse) einwärts gehen. Die Häuser sind mit leuchtend blühenden Rosen verziert und hoch oben zeigen sich erhaben die Domspitzen. Der Dom wurde im 12. Jahrhundert errichtet und war einst die Gemeindekirche deutscher Kaufleute.
Im 14. Jahrhundert ließen sie über dem Mittelschiff einen Boden errichten und nutzten diese Ebene als Speicher. Auf der Otsseite sichtbar ist das hoch liegende Speichertor mit seinem Seilzug. Als Gotland eigenständiges Bistum wurde, erhob man 1572 diese Kirche zum Dom.
Wenn man den Dom erreicht und sich in seinem Inneren vielleicht andächtig gesammelt hat, lohnt es sich, die kleine Treppe auf die Anhöhe Klinten zu ersteigen und auf einer der dort stehenden Bänke die Aussicht über die Stadt zu genießen.

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Das stimmt, Visby ist so wunderschön, dass man kaum etwas empfehlen kann. Einfach kreuz und quer durch die Stadt laufen und sich inspirieren lassen– hinter jeder Ecke wartet ein schönes Fotomotiv. Bästa hälsningar från ön!
Ich kann mich der Visby-Begeisterung absolut anschließen, für mich auch eine der liebens- und lebenswertesten Städte, die ich kenne. Und großes Kompliment für die schönen Bilder mit vielen sehenswerten Details. Jetzt, da ich gelesen habe, dass du analog fotografierst, steigt meine Bewunderung steil an !! Feine Aufnahmen. Ich freue mich, dass ich fast alles wiedererkannt habe. Ein paar schöne virtuelle Urlaubsmomente… Diese website ist eine unerschöpfliche Fundgrube, voll mit lesenswerten Beschreibungen, spannenden Details und gelungenen Fotos. Mach weiter so, großes Kompliment und für mich eine Entdeckung, die mir viel Freude macht.
Freundliche Grüße
M. Schmelzer