Stadt

Lauenburg

Lauenburg | © weites.land
Lauenburg | © weites.land

Der alte Herzogssitz Lauenburg liegt malerisch an der Elbe. Die Elbe durchfließt alleine in Deutschland sieben Bundesländer, ehe sie in die Nordsee mündet. Gerade Lauenburg ist aufgrund seiner Lage und seiner Schönheit einer der beliebtesten Anlaufpunkte für Reisende entlang des Stromes.

Lauenburg wäre ohne die Elbe kaum denkbar, die Stadt entwickelte sich durch den Strom zu einer reichen Schifferstadt. Nach dem zweiten Weltkrieg geriet Lauenburg durch seine Nähe zur innerdeutschen Grenze ein wenig ins Abseits, doch konnte die Stadt mit ihrem gut erhaltenen historischen Kern ihren Charme erhalten und begeistert heute die Menschen immer wieder aufs Neue vor der atemberaubenden Kulisse des Elbpanoramas.

Leben am Strom
Lauenburg an der Elbe | © weites.land

Lauenburg an der Elbe | © weites.land

Lauenburg liegt zum einen an der „Alten Salzstraße“ und zum anderen eben an einem der wichtigsten Wasserstraßen Europas. Das machte die Stadt reich. Im Jahr 1417 erhielt die Stadt Lauenburg das Elbschifffahrtsprivileg. So konnten von hier aus Waren und Güter nach Hamburg verschifft und dort gehandelt werden. Durchfahrende Schiffe aus dem Süden mussten an der Grenze zum Herzogtum Lauenburg Wegezoll entrichten und ihre Ladung verzollen.

Die gut erhaltenen Fachwerkhäuser zeugen vom Wohlstand der Schiffer. Die  reich geschmückten Fassaden und die Anzahl der Fenster sind ein deutlicher Hinweis darauf. Eine der schönsten und farbenfrohesten Häuserzeilen steht in der ältesten Straße Lauenburgs, der Elbstraße. Ein Beispiel ist das auffällig verzierte „Mensingsche Haus“ aus dem Jahr 1573.

Wenn eine Stadt so dicht am Fluss liegt, bekommen die Einwohner regelmäßig nasse Füße. Das war schon immer so und passiert auch alle Jahre wieder. So haben die Lauenburger die Eingänge ihrer Häuser einfach ein wenig höher gelegt. Die kleinen Treppen vor den Haustüren zeugen davon.

Herzogssitz
Lauenburg | © weites-land

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Lauenburg hat eine lange und spannende Geschichte und es lohnt, sich mit ihr zu beschäftigen. Die Stadt war, wie bereits angedeutet, Sitz des Herzogs. Ein Herzog hatte zu seiner Zeit auch eine würdige Unterkunft, so gehörte auch ein Schloss zur Stadt. Doch die auf einem etwa 50 Meter hohen Hügel (Sie wissen – wir Schleswig-Holsteiner sind stolz auf jede Erhebung oberhalb des Meeresspiegels) gelegene Anlage wurde im Jahr 1616 durch einen verheerenden Brand zerstört. So kam der Sitz des Herzogs ins benachbarte Ratzeburg. Der Schlossturm aus dem Jahr 1477 ist erhalten geblieben und lädt zu einem Besuch ein. Von diesem Standpunkt aus hat man einen herrlichen Blick weit über die malerische Elb- und Stadtlandschaft.

„Macht den Strom wieder frei“,
Lauenburg–der Rufer: „Macht den Strom wieder frei!“ | © weites.land

Lauenburg–der Rufer: „Macht den Strom wieder frei!“ | © weites.land

das war die verzweifelte Botschaft des Bürgermeisters Richard Reuter im Jahr 1959 infolge der deutsch-deutschen Teilung. Das mitten in Deutschland gelegene Städtchen war auf einmal unfreiwillig Grenzstadt. Wie viele andere Orte entlang der Grenze hatte Lauenburg besonders darunter zu leiden, war die Stadt doch von Bewegung und Begegnung geprägt. Auf einmal war es eine Sackgasse und hatte gut 40 Jahre darunter sehr zu leiden.

Diese Sehnsucht und diese herzzereißende Bitte, dieses Flehen, all das ist der Skulputur „Der Rufer“ in den Mund gelegt, die der Bildhauer Karlheinz Goedtke im Jahr 1959 enthüllte. Nach 31 Jahren wurde das Rufen erhört und Lauenburg von dieser unsäglichen Grenze befreit, Nachbarn durften wieder zu Nachbarn werden.

Kaiser Wilhelm

Wer mich ein wenig näher kennt, weiß um meine besondere Affinität zu Kaiser Wilhelm II.. Er liebte den Norden wie ich und auch die Schifffahrt. Allderdings kann ich gerade mal ein Kanu mein Eigen nennen, Kaiser Wilhelm jedoch einen kohlebefeuerten Raddampfer, getauft auf seinen Namen. Kaiser Wilhelm ist tot, es lebe die „Kaiser Wilhelm“. Und sie zeigt als einer der letzten kohlebefeuerten Raddampfer alle 14  Tage in der Zeit von Ende Mai bis Anfang Oktober, wie lebendig sie ist. Dann steuert die ehrenamtlich engagierte Besatzung wie in alten Zeiten mit dem im Jahr 1900 erbauten Schiff von Lauenburg die Städte Bleckede, Hitzacker und Hoopte an.

Elbschifffahrtsmuseum
Lauenburg Touristinfo und Elbschifffahrtsmuseum | © weites.land

Lauenburg Touristinfo und Elbschifffahrtsmuseum | © weites.land

Wo es eine Schifferstadt gibt, da gibt es viel zu erzählen. Von der ersten Dampferfahrt im Jahr 1861, von einer Geschäftsreise nach Hamburg und all der damit verbundenen Technik berichtet das Elbschifffahrtmuseum im alten Rathaus. Hier steht auch die imposante zweitälteste Dampfmaschine der Elbschifffahrt. Aus dieser Zeit stammt auch die benachbarte Werft, die sich seit mehr als 125 Jahren dem schiffbau widmet und mit der Elbe groß geworden ist. Spannende Führungen geben Einblick in den Bau und die Wartung und Reparatur von Binnenschiffen.

Lauenburg entdecken

Die Stadt liegt an drei Radfernwegen, der bekannteste und weiteste ist der Elberadweg. Dieser gehört zu den touristischen Highlights von Radreisenden. Um Lauenburg gibt es auch zahlreiche Wanderwege , am Elbufer entlang oder in die angrenzende Natur. Auf jeden Fall vermittelt Lauenburg in besonderem Maße einen ganz anderen Blickwinkel vom Land zwischen den Meeren mit seiner grenzenlosen Vielfalt.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.