Grenzübergänge

Grenzübergang Vilmkær – Ellund | Grenzroute Dänemark – Deutschland

Der Grenzübergang Vilmkær – Ellund verbindet Dänemark mit Deutschland und zählt wohl zu den verrücktesten Geschichten, die man in einem Grenzland erleben kann. Denn wer muss schon, um ins eigene Haus zu kommen, eine Landesgrenze überschreiten?

Eigentlich kennen nur die Anwohner diesen Grenzpunkt, dabei war er einst einer der am schärfsten überwachten Kontrollpunkte mit dem sicherlich wenigsten Betrieb. Aber von Anfang an:


Mit der Grenzziehung änderte sich für die Menschen im Grenzland auch die Staatszugehörigkeit. Doch nicht jeder wollte sich dem Mehrheitsbeschluss fügen. So kam es, dass die Hofbesitzer von Vilmkær unbedingt Dänen bleiben wollten, ohne auf ihren Besitz zu verzichten. Sie stellten einen individuellen Antrag, dem dann auch entsprochen wurde. So ragt dieses Grundstück, der Hof mit seinem Feldern, wie eine kleine gezackte Halbinsel in das Gebiet von Deutschland. Was die Besitzer und glücklichen Dänen aber nicht erwartet hätten: Die Straße vor ihrem Hauseingang verblieb bei der Grenzziehung in Deutschland. Somit bedeutet seither jedes Ein- und Ausgehen des Hauses ein Grenzübertritt.

Scheune auf deutscher und der Hof auf dänischer Seite beim Gut Vilmkær / Grenzübergänge Dänemark-Deutschland. Fotografiert mit Leica M7 und Elmarit M 2.8/28 asph. new auf Kodaak Portra 160 | © mare.photo

Scheune auf deutscher und der Hof auf dänischer Seite beim Gut Vilmkær / Grenzübergänge Dänemark-Deutschland. Fotografiert mit Leica M7 und Elmarit M 2.8/28 asph. new auf Kodaak Portra 160 | © mare.photo

Nun gehörten aber auch Felder auf deutschem Territorium zum Hof Vilmkær, die bestellt werden mussten. Ihre Erzeugnisse durfte der Besitzer aber nicht in sein eigenes Land einführen. So musste der Hofbesitzer im Jahr 1927 eine Scheune auf deutschem Grund bauen, eben auf der anderen Straßenseite vor seinem dänischen Grund. Zur Ernte halfen Menschen aus Deutschland auf den deutschen Feldern. Aber ihnen war es untersagt, im Haus des Bauern verpflegt zu werden- denn. damit wären sie illegal nach Dänemark eingereist. So bekamen sie ihr Essen in der Scheune auf deutschem Gebiet.

Da der Hof sehr einsam liegt, nutzte man den Grenzübergang gerne zu Schmuggel. Das wusste auch der Zoll und kontrollierte oft und sehr genau jeden Besucher des Hauses. Immerhin war diese Grenze die einzige ohne einen Schlagbaum.

Auch heute sollte man nicht versucht sein zu glauben, dass dieser kleine Übergang, der eher ein befestigter unscheinbarer Feldweg ist, unbewacht wäre.

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