High by Hay – The other Art of Jam | Die ersten Heu-Skupturen in Dänemark

Zum ersten Mal überhaupt bauen Menschen in Dänemark Skulpturen aus Heu. Nein, nicht etwa im Skagen, Kopenhagen oder Roskilde. Nein, im kleinen beschaulichen Højer (Hoyer) am südwestlichsten Zipfel Dänemarks, nahe der Grenze zu Deutschland. Genauso verwundert werden die internationalen Künstlerinnen und Künstler sein, welche zum Start aus Mexico, Mazedonien oder Frankreich anreisten. Das ganze organisiert von der selbst international ausstellenden Künstlerin Steffi Pedersen als Vorsitzende von Art Jam Højer.

Art Jam Højer startet die Hay Art

Es ist Septemer. Der Herbst zeigt seine erste kalte Schulter. Nieselregen und starke Nordseewinde bei fallenden Temperaturen. Immer wieder schickt die Sonne ihre letzten Grüße der vergangenen Wochen. Im Wettlauf mit dem Wetter wird die Ernte eingefahren. Die Landschaft taucht in herbstliche Farben ein. 

Auf der großen Wiese am Ortsrand von Højer (Hyoer) stehen drei große Heuballen parat. Erworebn von eimer der Landwirte am Ort. Ein kleiner Pavilon, ein kleine sZelt udn ein paar Menschen, die auf den Startschuss warten. Pünktlich um 14.00 Uhr schreiten Christian Burger mit Hyacinthe Burger aus Frankreich, Aleksandar Eftimovski mit Jan Laštovička aus Mazedonien und Gina und Carlos Miguel Ramirez Pereyra aus Mexico an ihre Plätze. Mit einer festen Idee, einem Entworf von dem, was sie in den nächsten fünf Tagen erschaffen möchten. 

Da werden zuerst bis zu zwei Meter tiefe Löcher gebuldet für einen sicheren Halt der Skulpturen, weitere Zelte aufgebaut und sich schon jetzt auch gegenseitig unterstützt.

 

Heu im Kinder-Garten

Doch bei der Hay Art des Art Jam in Hoyer geht es gar nicht so sehr um das Zeigen fertiger Ergebnisse. Vielmehr und sogar wesentlich spannender ist die Entstehung einer solchen Figur. Ganz gleich, ob Bienenwaben, ob pinkelnder Hund oder das beeindruckende Zebra. Aber nicht nur zum Schauen sind wir eingeladen. Tagtäglich kommen Kindergartengruppen und basteln mit den Künstlern- selbstverständlich mit Heu als Material.

Auf der Wiese wird zugleich das Gerippe aus Eisenstangen gebogen und geschweisst. Und nimmt so jeden Tag mehr an Form an. Bald schon werden die Heuballen gerupft.  Immer nur so viel, wie getragen und gebunden werden kann 

blank

 

Das Wetter macht die Arbeiten nicht unbedingt einfacher. Aber in Künstlerkreisen ist man ein Talent in Sachen Improvisation und Bescheidenheit. Rechtzeitig hatte Steffi Pedersen die Künstler auf das potentielle Wetter hier oben an der durchaus rauen Nordsee vorbereitet.

Wie gerne hätte sie noch weitere Künstlerteams eingeladen. Doch, auch wenn die Gäste im familiärem Umfeld untergebracht sind, für mehr reicht einafch das Geld nicht. Um so dankbarer ist der Kunstverein Art Jam in Højer über die Würdigung und finanzielle Unterstützung durch siw Tønder Kommune, den regionalen Sparkassen-Fond, dem Jorck´s Fond und dem BHJ Fond.

Die Abschiedsveranstaltung werde ich aus terminlichen Gründen nicht schaffen. Aber als ich Tage später nach Hoyer fahre, streffe ich imme wieder Menschen, die fasziniert staunen.  Menschen, die immer wieder um die Skulpturen der Hay Art laufen, sie aus allen Perspektiven betrachten und bewundernd inne halten. Einmal mehr wird mir bewusst, dass Kunst auch an den entlegendsten Orten Raum für echte Begegnungen bietet. Mit Menschen, die man wahrscheinlich nie wieder sieht. Welche aber etwas Bleibendes hinterlassen. Sowohl von den Künstlern wie auch von den Betrachtenden. Ganz unabhängig davon, dass diese wunderschönen Figuren nun ungeschützt dem Wind und Wetter der Nordsee preisgegeben sind und sich langsam wieder auflösen. Realer kann das Leben eigentlich nicht sein.

Weiterführende Links: