Die Geschichte des Kodak Tri X
Der Schwarz-Weiß-Film Kodak Tri X ist einer der populärsten Filme in der monochromen und analogen Fotografie und Kinoproduktion der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart. Vor allem in der Kunstfotografie findet er heute seine Anwendung. Wir haben uns für seine Geschichte interessiert.
Wer sich mit analoger Fotografie beschäftigt und sich für den klassischen Fotojournalismus interessiert, wer Ausstellungen altbekannter Fotografen besucht, der kommt um den Kodak Tri-X nicht herum. Wir nutzen den Film für eine ganz traditionelle Reportage und wollen herausfinden, was ihn nach über 60 Jahren immer noch so jung hält.
Möchte man den Kodak Tri-X entdecken, lohnt sich eine Zeitreise zurück bis ins Jahr 1954. Denn das ist die Geburtsstunde dieses Klassikers. Und damit werden neue Klassiker geboren, die es ohne diesen Schwarz-Weiß-Film nie so geben würde.
Doch dann kommt das Jahr 1957. Eine Filmkamera liegt in einem Kinderwagen. Die Frau, welche ihn durch die Straßen von Paris zu nächtlicher Zeit führt, hastet, fühlt sich verfolgt und rennt um ihr Leben. Allein die Lichter der Stadt beleuchten sie. An Dramatik und Realitätssinn ist dieser Film nicht zu toppen. Über Nacht wird Moreau weltberühmt als die Frau, die den Kinderwagen schiebt. Als eine der Szenen des bis heute berühmten Filmes von Regisseur Louis Malle, „Fahrstuhl zum Schafott“.
Dieser Film wäre nie ohne den Kodak Tri-X zu einem Klassiker geworden, vielleicht sogar ohne Erfolg geblieben. Zum ersten Mal in der Filmgeschichte ist es möglich geworden, Nachtszenen ohne künstliches Licht zu erzeugen. Als der Film im Jahr 1959 in zahlreichen europäischen Kinos anläuft, begeistert er die Massen und verhilft zugleich auch dem Kodak Tri-X zum Durchbruch.
Auf einmal nehmen sich Fotografen quer durch die Bank dieses Materials an und nutzen ihn im Belichtungsbereich zwischen 200 und 1600. Es sollte kein Genre mehr geben, in dem dieses Material nicht eingesetzt wird. Das gilt für die Kinowelt genau so wie für die Fotografie.
Noch heute zählt dieser nun weit mehr als 60 Jahre alte Film zu den Favoriten der Analogfotografen. Aus der Reportage hat er sich verabschiedet, aber nicht, weil er seine Wirkung verloren hätte. Vielmehr hat die Reportage durch ihre eigene Beliebigkeit an Wert verloren. Und doch gibt es Menschen, die die Entwicklung des Filmmaterials immer weiter ausreizen, herausholen, was heraus zu holen ist. Mittlerweile ist es möglich, den Kodak Tri-X in einem Empfindlichkeitsbereich von ISO 50 bis zu 12.800 zu belichten.
Dabei verrät er aber nie seinen eigenen Charakter. Unangepasst, eigenwillig, robust, kantig und kontraststark- das sind einige der Attitüde, die ihn noch heute so populär machen. Die Motive intensiv zu gestalten, ist Sache des Fotografen- den Rest übernimmt dieser Film.

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