
Fotoschule Hundefotografie vom Rheinwerk-Verlag – Rezension
Hundefotografie – So setzt Du Deine Fellnase liebevoll in Szene | Rheinwerk Bald wird unser Hund 15 Jahre alt. Auf allen Reisen begleitet er uns.
Lange Zeit hat sich Leica mit dem digitalen Mittelformat versucht und dabei viele wirklich herausragende Objektive auf den Markt gebracht. Zu diesen gehört auch das Leica Makro Summarit 120mm f2.5. Im Jahr 2023 wurde das System (in meinen Augen bedauerlicherweise) eingestellt. Der Markt war überschaubar und abseits der Studiofotografen sorgte die modernere, vor allem aber wesentlich leichtere Leica SL Serie für interne Konkurenz. Profis wie Milan Wolffs dagegen schwärmen auch heute noch von der Widergabe der Leica S und der extrem hohen Qualität der dazugehörigen Objektive.
Kritikern zufolge war der Sensor im faslchen Format, löste die Leica S nur bis ISO 3200 zufriedenstellend auf und der glasklare Spiegelreflexsucher wäre aus der Zeit. Ob es eine S4 als Nachfolgemodell geben wird, ist fraglich. Da die Stückzahlen der Leica S-Serie überschaubar waren und in professionellen Studios die Objektive sicherlich ein langes Arbeitsleben genießen, ist der Gebrauchtmarkt überschaubar. Könnten wir die Leica S Objektive also einfach links liegen lassen. Wäre da nicht der zugegebener Maßen teure aber gut funktionierende Adapter, welcher S Objektive kompatibel für die Leica SL macht.
Wer schnelle Fotografie mag, wer Sport und Action bevorzugt und einen rasenden Autofokus benötigt, wird sich mit diesem Thema nicht auseinander setzen müssen. Für alle anderen könnte aber die Qualität und bei langen Brennweiten sogar das Gewicht eine Überlegung wert sein. Ich selbst habe mir das Leica Makro Summarit S 120 f2.5. zugelegt und verrate am Schluss, ob es mein einziges Objektiv der S-Serie bleiben wird.
Die meiste Zeit fotografiere ich mit 28mm oder 75mm Brennweite. Gerade das Leica SL 75mm ist in seiner Bildsprache ein Traum. Liefere ich Bilder ab, die mit diesem Objektiv aufgenommen sind, kommen nicht selten erstaunte Blicke. Ganz gleich, ob Hochzeits-, Portrait-, Museums- oder Reportagefotografie. Der größtmögliche Abbildungsmaßstab von 1:4.5 ist beeindruckend für echte Nahaufnahmen. Möchte ich aber Bären im Gehege, Moschusochesen im Dovrefjell oder Oldtimer auf der Straße fotografieren, muss ich die Bilder nicht selten zuschneiden. Nun lösen immer größere und schwerere Teleobjektive im Marketing die extremen Weitwinkel ab. Doch mit großen Blendenöffnungen werden diese auch entsprechend schwer.
Ganz schöne Brocken also für jemanden, der seine Ausrüstung zum Beispiel beim Wandern oder in der Konzertfotografie in eine kleine Headley-Tasche packt und daruf achtet, dass seine Objektive (zusammen!) die 500 Gramm-Marke nicht überschreiten. Aber wie gesagt, es gibt bei mir einen Bedarf jenseits der Brennweite 90mm. Nicht sehr oft, aber wichtig. Und nun beginnt ein bischen die Rechnenaufgabe. Ein Leica S-Objektiv hat den Faktor 0,8 gegenüber Vollformat. Die Brennweite 120mm im Mittelformat entspricht also der Vollformat-Brennweite 96mm. Adaptiere ich ein 120mm-Leica-Mittelformatobjektiv mit seinem größeren Bajonett aber an ein Vollformatsystem, erreiche ich damit eine Brennweite von 150mm. Eine Blende von 2.5 bei einer Brennweite von 150mm ist ja schon ganz ordentlich. Aber vielleicht währe einigen diese Blende noch nicht gut genug für ein tolles Bokeh? Auch hier kommt aber der Faktor 0.8 wieder ins Spiel. Zwar bleibt der Lichteinfall bei Blende 2.5. Aber die Bokehwirkung entspricht im Mittel- wie im Vollformat einer Blende f2.0.
Fangen wir im unteren Brennweitenbereich an und vergleichen verschiedene Objektive vom leichten bis mittleren Telebereich:
Eine Leica SL Festbrennweite 90mm f2 wiegt 700 Gramm. Das ist so meine gewohnte und als angenehm empfundene Gewichtsklasse, wenn ich z.B. Veranstaltungen fotografiere. Übrigens wird der Pendant mit M-Bajonett aus gleichem Hause zusammen mit Adapter lediglich 130 Gramm leichter. Das Summilux M 90mm dagegen bringt mit Adapter 1190 Gramm auf die Waage.
Leica bietet neu das Makro SL 100mm (made in Japan) mit einer Blende f2.8 an. Mit 862 Gramm ist es dank geringerer Blendenöffnung fast ein Leichtgewicht. Immerhin bietet es einen echten Makrobereich von 1:1. Das Bokeh ist hier in der Anwendung eher zweitrangig.
Kommen wir zum Bokehmonster von Sigma. Es ist wohl das erste Objektiv, welches bei Brennweite 135mm eine Anfangsöffnung von 1.4 hat. Dieser Umstand sorgt für einen Filterdurchmesser von 105mm bei einem Gewicht von knapp über 1.400 Gramm. Dieses Objektiv etwas kleiner mit einer Blende zwischen f2.0 und 2.8 währe für mich interessant gewesen. Mir persönlich ist die verfügbare Variante aber in ihren Dimensionen einfach zu groß.
Mit Zoom-Objektiven bin ich zwiegespalten. Ich mag sie eigentlich nicht. Maximal das Leica APO 90-280mm (1710 Gramm) würde für mich infrage kommen. Aber natürlich habe ich mich auch mit dem SL 70-200mm auseinander gesetzt. Bei einer größtmöglichen Blende von durchgehend 2.8 hält man ein Gewicht von 1670 Gramm in den Händen und ist natürlich damit super flexibel. Das Filtergewinde liegt bei noch erträglichen 82mm. Schneller Autofokus ist auch hier inbegriffen.Kommen wir zum oberen Ende der Alternativen- und das ist wahrlich eine Waffe. Ein Sigma L Mount mit einer festen Brennweite von 200mm und einer gigantischen Blendeöffnung von f2.0. Wow! Letzteres gilt auch für das Gewicht: 1820 Gramm bringt es auf die Waage. Ohne Stativ nahezu unmöglich zu nutzen. Hauptsächlich ist es wohl für den Einsatz im Sportstadion gedacht.
Kommen wir nun zum Leica Makro Summarit S 120mm.
Um es an die Leica SL anzuschließen, wird ein entsprechender Adapter benötigt, den es auch nur von Leica gibt. Wenn man ihn noch bekommt, bezahlt man gut und gerne 700-1300 €. Der Adapter wiegt 245 Gramm, mit Stativschelle sogar 330 Gramm. Wobei dann das Gewicht auch egal ist. Im Vergleich: Das kleine Leica Elmarit M 2.8/28mm ASPH. bringt es 175 Gramm. Der S Adapter L ist so das gewaltigste, was ich zu diesem Thema jemals gesehen habe. Aber er funktioniert auch entsprechend.
Nun setzen wir noch das Objektiv vorne an. Das Leica APO Makro S 120mm f2.5 wiegt ohne/mit Zentralverschluss 1135 bzw. 1205 Gramm. Sind wir bei einem Gesamtgewicht von 1380 Gramm. Also fast dem doppleten Gewicht einer APO-SL-Festbrennweite. Ich gehe ganz kurz auf den Zetralverschluss ein, ohne das Thema kompliziert zu machen. Die Zusatzbezeichnung CS weist auf einen Zentralverschluss hin, welcher außerhalb einer Leica S Kamera aber gar keine Funktion hat. Er ist lediglich für Studioblitz-Systeme mit der entsprechenden Kamera erforderlich. Man kann also ein paar Gramm bei entsprechendem Angebot sparen.
Das APO S 120mm Makroobjektiv eignet sich für Aufnahmen, bei denen der Autofocus Zeit hat, sich auszurichten. Verfolgung funktioniert nicht. Aber fotografiere ich parallel verlaufende Bewegungen wie gar im Renn- oder Pferdesport, dann komme ich mit einem fixierten Autofukus bestens zurecht. Bei Makroaufnahmen (Abbildungsmaßstab 1:2,1) oder auch bei Portraits spielt Geschwindigkeit eh eine untergeordnete Rolle.
Idealerweise fokussiert man manuell vor, um dem nicht ganz schweigsamen Autofokus nur noch den letzten Kick zu überlassen. Oder fokussiert gleich ganz manuell. Das ist eigentlich die beste Variante und schont zudem den Akku.
Das Leica Makro S 120mm ASPH. ist in seiner optischen Qualität wohl nicht zu übertreffen. Auch ganz ohne elektronische Korrekturen. Es bietet sich für so ziemlich jeden Bildstil an, bei dem es auf optische Perfektion ankommt. Dieses Glas verfügt über eine extrem geringe Schärfentiefe und eine unnachahmliche Klarheit bei weichem und gleichmäßigen Bokeh. Es soll eine der schärfsten Linsen des gesamten S-Systems sein. Entsprechend seiner Qualitäten lagen die Neupreise je nach Ausführung ohne/mit Zentralverschluss zwischen 6.700 und 7.500 €. Das Objektiv ist kein Leichtgewicht. Aber im Vergleich bei einer Vollformatbrennweite von 150mm und eines Schärfebereichs, welcher Blende f2 entspricht, ist es in seinen Dimensionen sogar noch im unteren Bereich. Ohne motorische Eingriffe lässt sich wie gesagt das Objektiv klassisch manuell fokussieren. Ein echter Alleskönner, wenn es um Tele-, Makro- oder Portraitfotografie geht. Auf jeden Fall bietet es sich an für möglichst unbewegte Motive.
Auch um die Wetterfestigkeit muss man sich kaum Gedanken machen. Es verfügt über die gleiche Abdichtung wie seine SL-Pendanten.
Neben guter Recherche und wirklich kompetenter Beratung durch den Leica Store in Konstanz habe ich das Leica APO S 120mm f2.5 an die Leica SL3-S gesetzt. Wichtig zu wissen ist, dass die Leica S Objektive anfangs Probleme mit dem Schrittmotor des Autofokus hatten. Im Jahr 2017 wurden sie durch zuverlässige neue Motoren ausgetauscht. Beim Kauf sollte man also darauf achten, dass das anvisierte Objektiv nach 2017 produziert oder der Motor im Rahmen eines Service am Objektiv getauscht wurde. Auch aktuell kann diese Serie bei Leica repariert und gewartet werden. Gut zu wissen: Selbst bei einem Ausfall des Motors ist diese Objektivserie uneingeschränkt manuell fokussierbar.
Für einen Nurtzer von Leica M Gläsern ist der Einsatz von S Objektiven an der Leica SL durchaus eine Herausforderung. Doch es gibt einige Gründe, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Leica S Gläser verbinden die Schärfe der besten SL-Objektive mit dem Charme der M-Objektive. Optische Perfektion dagegen muss mit ihnen neu definiert werden. Das Leica APO Summarit 120mm Makro ist ein perfekter Einstieg in diese Objektivserie. Von der optischen Qualität her dürfte man kaum etwas besseres bekommen. Mit der Brennweite 120mm hat man ein perfektes Universalobjektiv für Makroaufnahmen, für Portraits mit sanft verlaufendem Hintergrund und sehr klarer Schärfe. Ebenso klar sind die Farben in der Landschaftsfotografie. Wie anfangs erwähnt, sind die S Objektive an der Leica SL langsam. Aber es gibt mehr als genug Gelegenheiten, bei denen man die Wichtigkeit eines schnellen Autofokus überschätzt.
Der Gebrauchtmarkt dürfte in Bewegung sein. Am beliebtesten scheinen die S Objektive mit 30mm, 70mm, 120mm Makro gewesen zu sein. Entsprechend trifft man diese Produkte öfter auf dem Gebrauchtmarkt. Wahrscheinlich sind es meist die wenigen Amateure, die ihre Ausrüstung verkaufen. Profistudios werden diese Gläser aufgrund ihrer Qualität lange nutzen wollen.
Der Preis, den man bezogen auf die Qualität bezahlt, ist fast lächerich im Vergleich zu entsprechenden Gläsern der M- und SL-Serie. Diese dürften bei gutem Zustand zwischen 1.500 € und 2.500 € liegen. Sie könnten für die Leica SL eine kluge Ergänzung sein, wenn man Festbrennweiten bevorzugt. Vor dem Hintergrund der Möglichkeit einer echten manuellen Fokussiermöglichkeit sind Sorgen über das Ende einer Reparaturmöglichkeit nahezu unbegründet. Würde ich mir noch weitere Objektive der Leica S Serie zulegen? Tatsächlich, wenn Geld für mich keine Rolle spielen würde, käme sogar die aus heutiger Sicht schon unmoderne und riesige Leica S3 infrage. Inklusive dem ein oder anderen passenden Objektiv. Mit dem Leica S aufgenommene Bilder haben mich in der Regel jedes Mal vor Erfurcht umgehauen. Es scheint, als fotografiere man wesentlich intensiver und langsamer. Und hat die besten Chancen, überragende Fotos zu kreieren.
Im Netz habe ich ein überzeugendes kompetentes Review der meisten Leica S Kameras und Objektive bei Milan Swolfs gefunden. Er ist absoluter Profi in der künstlerischen Portraitfotografie. Ebenso gibt es gerade in der LFI-Gallery zahlreiche hervorragende Aufnahmen zu den Themen Landschaft oder Portrait, welche die Leistungsfähigkeit des Systems auch aus heutiger Sicht unterstreichen.

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