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Kungsbacka: Lebenswert auf Schwedisch

Kungsbacka im Speckgürtel von Göteborg

Kungsbacka im Hallands Län liegt nur etwa 25 Kilometer südlich von Göteborg. Kaum einer, der hier nicht zu hause ist, wird Kungsbacka zuordnen können. Wer aber hier zuhause ist, will in der Regel kaum woanders leben. Wir sind regelmäßig in Kungsbacka und haben das große Glück familiärer Beziehungen. Und so geben wir an dieser Stelle ein paar Einblicke in eine kleine Stadt mit Dorfcharakter.

Einst gehörte Kungsbacka zu den kleineren Städten Dänemarks. Genauer gesagt handelte es sich dabei um die kleinste Grenzhandelsstadt Dänemarks. Das änderte sich in einem der nordischen Kriege und so fiel Kungsbacka 1645 an Schweden. Doch den Schatten des nördlich gelegenen Göteborgs wurde Kungsbacka nie los. Was allerdings keine negativen Auswirkungen hat. Denn die idyllische Atmosphäre ist geblieben. Das wissen bis heute viele Menschen zu schätzen die hier leben und im Großraum von Göteborg ihrer Arbeit nachgehen.

Kungsbacka glich im späten Mittelalter eher einem größeren Dorf. Im Jahr 1864 wurde diese Siedlung aber fast völlig zerstört. Einzig ein Gebäude überstand den Stadtbrand und ist bis heute erhalten.

Vor allem als Wohnort für die Arbeitskräfte aus Göteborg hat sich Kungsbacka schnell einen Namen gemacht. Und so blieb vielleicht der produktive Entwicklungsschub der Kleinstadt aus. Doch lag die Einwohnerzahl zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei gerade einmal 1000 Menschen, so sind heute über 20.000 Einwohner in Villen, Ein- und Mehrfamilienhäusern und Eigentumswohnungen zuhause. 

War es Mitte des 20. Jahrhunderts der soziale Wohnungsbau, der vor allem Familien aus dem Zentrum von Göteborg hier her lockte, ist es heute auch der hohe Wohn- udn Erholungsort, der diese Kleinstadt so beliebt macht. Grüne Anlagen, schöne Gärten und der sich mitten durch die Stadt ziehende Kungsbackaån mit seiner charmanten Promenade. Lauschige Plätze, Holztreppen zum Verweilen, Radwege entlang des Flusses und parkähnliche Spielplätze machen aus dem kleinen Fluss eine der sozialen udn ökologischen Lebensadern Kungsbackas. 

Ebenso gewinnen wir den Eindruck, dass sich Städteplaner udn Architekten mit ihrem Ideen und ihrem Einfühlungsvermögen einem bereits Jahrzehnte währenden Wettbewerb hingegeben haben. Bereits um 1950 entstanden innerhalb des sozialen Wohnungsbaus große Innenhöfe mit üppigen Grünanlagen und Spielplätzen. Dass die Menschen diese Konzepte angenommen haben, zeigt sich in der langen Wohndauer, die nicht selten allein infolge des letzten Lebensabschnittes endet.

Allerdings hat sich auch die Architektur innerhalb von Kungsbacka weiterentwickelt. Allerdings, ohne zu verdrängen. Moderne und teils futuristische Gebäude harmonieren  mit klassischen Bauten verschiedener Epochen. Soziale Brennpunkte sind unserem Eindruck nach in Kungsbacka fremd. Das ist in der aktuellen Situation Schwedens alles andere als selbstverständlich.

Eines der ältesten Gebäude ist heute sicherlich die Kirche von Kungsbacka. Die im neugotischen Stil erbaute Holzkirche entstand gleich nach dem verheerenden Feuer in den Jahren 1864/ 65. Sie wurde allerdings erst 1875 geweiht. Im Jahr 1951 wurde das Gotteshaus grundlegend restauriert und erstrahlt heute erstaunlich jugendlich. So verwundert es wenig, wie harmonisch sie selbstverständlicher Bestandteil des zentralen Marktplatzes und Standzentrums ist.

An jedem Donnerstag, ausgenommen an einem Feiertag, ist der Marktplatz dann auch als solcher in Betrieb. Dann prägen zahlreiche Stände den großen zentralen Platz mit seinem gemütlichen Cafés.

Die tatsächlich ältesten Gebäude, welche das Feuer 1864 überstanden haben sind zum einen die Röda Stugan (Rote Hütte) in der Norra Torgaten und das ehemalige Haus des Bürgermeisters, Borgamästarebostaden in der Östergatan.

Schöne Aussichten: Vattentornet auf dem Tölöberg

Einen wunderbaren Blick auf die Stadt hat, wer sich die 182 Stufen zum Wasserturm hinauf auf den Tölöberg begibt. Seit 1897 steht hier die rote Pumpstation, die eher einer romantischen Holzhütte gleicht und tatsächlich die Funktion eies Wasserturmes inne hält. 

Die Aussicht ist in alle Himmelsrichtungen grandios und reicht bis in die Schärenlandschaft Kungsbackas. Man darf seine Verweildauer an diesem wunderschönen Platz noch steigern, wenn man sich zu einem kleinen Picknick auf dem Tölöberg entschließt. Verteilt laden ein paar Tische und Bänke zu diesem sicherlich unvergesslichen Outdorerlebnis ein.

Wer die Treppen zum Tölöberg nicht schaffen sollte, kann sich aber auch entspannt zu Fuß oder auf dem Rad innerhalb der Stadt Kungsbackas bewegen. Überall finden sich Rad- und Fußwege. Immer wieder unterbrochen durch kleine Parks und Sitzgelegenheiten. Die Wege sind kurz und schön. Als Vater von zwei kleinen Kindern habe ich schon einige Spielplätze gesehen. Ob in Hamburg oder an der Barentssee im arktischen Raum. Aber noch nie einen so schön angelegten wie in Kungsbacka. Als koste es was es wolle waren auch hier wieder Planer am Werk, die augenscheinlich fühlen, was sie tun. eine ruhige Oase für Kinder und Eltern aller Altersgruppen. Allein dafür ist es schon wert, Kungsbacka zu besuchen.

Besuchen kann man Kungsbacka am entspanntesten mit dem Zug. Ganz gleich, ob von Kopenhagen, Malmö oder Göteborg- der Zug hält mitten in der kleinen Stadt. Beispielhaft für die Gestaltung von Kungsbacka befindet sich das moderne Reisezentrum neben dem historischen Bahnhof, in dem u.a. ein richtig guter Bäcker seine Waren anbietet. Gerüstet für die Zukunft gibt es großzügige und überdachte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und einen Busbahnhof.

Kurze Infos über Kungsbacka

Kungsbacka liegt an der Autobahn E6 an der Westküste von Schweden.

Kungsbacka liegt an der Öresundverbindung nach Göteborg und wird mit Direktzügen aus Richtung Kopenhagen und Göteborg angefahren.

Kungsbacka ist Ausgangspunkt zahlreicher kleiner und reizvoller Sehenswürdigkeiten, Naturschutzgebiete und typischer schwedischer Schärenlandschaft.

In Kungsbacka bieten sich drei prägnante Einkaufsmöglichkeiten:

  • Kungsmässan- ein neugestaltetes modernes Einkaufszentrum mit etwa 90 Geschäften, die es nicht unbedingt überall gibt
  • Kungsbacka Zentrum mit kleinen Boutiquen und zahlreichen Cafés
  • Outlet Hede Fashion im Stadtteil Hede, ideal mit der Bahn zu erreichen. In Hede gibt es zudem einen kostenfreien großzügigen Pendlerparkplatz, der sich z.B. auch für Ausflüge mit der Bahn nach Lisseberg oder Göteborg anbietet

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