Warum nicht mal wieder analog fotografieren? Wir nehmen den Kodak Color 200 aus dem Discounter-Regal
Immer mal wieder finden wir den als Discountfilm angebotenen Kodak Color 200 ( Kodak 200-8) in den Regalen der Geschäfte. Oft wird er als Alternative zum Kodak Gold (Kodak 200-7) angeboten.
Irgendwann habe ich den Kodak Color 200 mitgenommen und auf eine Gelegenheit gewartet, bei der ich ihn einsetzen könnte. Und die Gelegenheit kam. Beim königlichen Besuch aus Dänemark. Zwar liegt der nun schon ein wenig zurück. Aber der Charakter des Kodak Color 200 hat an seiner Aktualität nichts verloren.
Eigentlich verwende ich in der analogen Fotografie bei der Auswahl von Farbfilmen den Kodak Portra 160 und Kodak Ektar. Aber der Kodak Color 200-8 hat mich schon lange neugierig gemacht. Ein gewisser Retro-Charme würde vielleicht zum anstehenden Königinnen-Besuch aus Dänemark passen. Immerhin ist der Anlass historisch: Es geht um das 100jährige Jubiläum der demokratisch festgelegten Grenze zwischen Dänemark und Deutschland.
Wir sind in Flensburg. Der Regen will gar nicht mehr aufhören. Zahlreiche Straßen sind gesperrt, denn Königin Margrethe von Dänemark absolviert in der Stadt zahlreiche Termine. Sie erinnert daran, dass Flensburg zu Zeiten ihres Großvaters noch zu Dänemark gehörte. Seitdem ist viel passiert. Und die dänische Königin ist heute die Königin der Herzen in Schleswig-Holstein. Denn gerade hier im Grenzgebiet gibt es eine tiefe Verbundenheit zwischen Dänemark und Deutschland.
Sonniges Wetter hätte besser zur Situation gepasst, aber immerhin lässt sich die Sonne zumindest gelegentlich blicken. Wenn auch nicht so oft wie Königin Magarethe.
In diesen Wetterwechseln spule ich den Kodak Color 200-8 in meine Leica M7 und bin neugierig. Sowohl auf die Ergebnisse wie auch auf die dänische Königin.
Den richtigen Platz suchen. Aus welcher Richtung wird sie kommen? Wie steht das Licht? Einen Plan haben für das erste Bild. Und schon einen Standpunkt haben für das nächste Bild. Ein Motiv vor Augen haben, ohne es zu sehen. Ein Objektiv gewählt haben, dass der Situation vor Ort gerecht wird. Und einen Film, den ich nicht kenne. Zeit? Nur Sekunden. Nur eine Chance.
Die ersten Bilder aus der Hocke, dann zum nächsten Punkt, wenn die Königin zurück kommt. Wieder warten. Das Umfeld beobachten. Einen neuen Standpunkt suchen und wieder genau mein Motiv vor Augen haben.
In diesem Moment habe ich ausgeblendet, dass irgendetwas nicht funktionieren könnte. Es wird schon. Da baut sich die Wagenkolonne auf. Es wird unruhig. Wieder nur Sekunden Zeit. Um im richtigen Moment den Auslöser drücken. Ein- zwei mal.
Das schöne an der analogen Fotografie ist ja, dass man sich am Auslöser zurück hält. Die Bilder werden dabei nicht schlechter. Ich beobachte einfach intensiver. Und habe in der Nachbearbeitung einfach mehr Zeit. Denn aussortieren muss ich nicht.
Der Kodak Color 200 hat genau die Stimmung wiedergegeben, die ich mir gewünscht habe. Nein, der Kodak Color 200 ist nicht die Königin unter den Filmen, aber er hat Königin Margrethe würdig wieder gegeben und mir zu einer lebendigen Reportage verholfen. In allen Situationen des Tageslichts.

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