Finnmark

Im Pasvikdal: Der alte Bauernhof Bjorklund Gard (Bjørklund Gård) bei Svanvik

Museum Bjorklundgard, Bjørklund Gård, Pasvikdal, Pasvik, Svanvik, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar | © mare.photo
Museum Bjorklundgard, Bjørklund Gård, Pasvikdal, Pasvik, Svanvik, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar | © mare.photo

Wir sind im äußersten Nord-Osten von Norwegen. Nur eine schmale Straße führt entlang der russischen Grenze. Unvorstellbar, dass es hier außer Braunbären und Rentieren auch noch menschliche Zivilisation geben soll. Doch ein kleines Hinweisschild führt uns auf ein Grundstück inmitten der Birkenwälder.

Im Pasvikdal: Der alte Bauernhof Bjorklund Gard (Bjørklund Gård) bei Svanvik

Ein kleines Holzschild nahe Svanvik weist uns im Pavikdal an den Straßenrand. Von hier aus geht es durch hohes Gras und einen lichten Birkenwald zu einem fast baumlosen Grundstück. Die Wiese auf der Zufahrt hat hier schon lange niemand mehr gemäht und so liegt der versteckte Bauernhof Bjorklund Gard (Bjørklund Gård) wie im Dornröschenschlaf in diesen Ausläufern der sibirischen Taiga. Dabei sah es hier mal ganz anders aus.

Es war das Jahr 1869, als der Straßenarbeiter Jon Pedersen Fætten von Folldal nach Pasvik kam um hier sesshaft zu werden. Zwei Jahre später kaufte er hier in Svanvik den Bauernhof Bjorklund Gard (Bjørklund Gård). Der Name des Hofes bezieht sich auf die umgebenden ausgedehnten Birkenwälder der Taiga. Zu dieser Zeit kamen wie auch Jon P. Fætten einige Siedler aus dem südlichen Folldal ins Pasvikdal, um hier eine neue Zukunft zu suchen.

Mit dem Bauernhof Bjørklund Gård handelt es sich um eine für diese Region ganz typische Form, wie man sie häufiger im norwegisch-finnisch-russischen Grenzgebiet im Pasvikdal vorgefunden hat. Einige Elemente weisen auch auf die Kven-Kultur* hin. Die Grundstruktur aber folgt der norwegischen Bautradition.

Bjørklund Gård war bis ins Jahr 1960 in Betrieb. Das alte Haus stammt aus dem Jahr 1870, das Gutshaus aus dem Jahr 1906. Der Kuhstall wurde im Jahr 1930 ergänzt.  Zum Hof Bjørklund gehören auch eine Sauna,  ein eigener Keller, zwei Holzschuppen und eine Wippe.

Bjørklund Gård ist heute eine Außenstelle des Varanger Museum. Der Hof wird aber lediglich zu besonderen Veranstaltungen geöffnet.

Für einige Fotos mussten wir durch meterhohe Brennnesseln, die selbst durch eine dünne Trekking-Hose durchdringen. Festes Schuhwerk ist außerhalb der gemähten Flächen unbedingt zu empfehlen, da es auch kleine Schlangen ähnlich der Kreuzotter geben kann. Mücken sind auf Bjørklund Gård allgegenwärtig.

*Die Kven waren finnische Bauern und Fischer, die im 18. und 19. Jahrhundert nach Nordschweden und Nordnorwegen ausgewandert waren. Sie sind in Norwegen als Minderheit anerkannt und haben eine eigene Sprache

 

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