Trøjborg Slotruin (Schlossruine) – Irgendwo im Nirgendwo
Wir fahren heute nach Visby. Dieses Mal nicht in die Hauptstadt von Gotland, sondern in ein kleines, gleichnamiges Dorf nahe Tondern an der südlichen Westküste. Visby, wie man es von dänischen Ortschaften gewohnt ist, wirkt freundlich und aufgeräumt. Wir wissen- hier in der Nähe soll es ein altes Schloss geben, zumindest etwas, was davon übrig geblieben ist. Deswegen suchen wir weiter etwas außerhalb des Dorfes, bis am Trøjborgvej ein kleines Schild auf der rechten Seite und auf die Trøjborg Slotruin aufmerksam macht.
Noch vielleicht 100 Meter, dann wartet links ein kleiner Park- und Rastplatz, gleich gegenüber führt ein Weg zur Ruine. Leicht schimmert sie durch das dichte Gehölz und wir sind neugierig, was uns erwartet.
Einst wurde hier ein Hügel aufgeschüttet, rundherum zwei Wassergräben gezogen, dann konnte mit dem Bau des etwas 30×30 Meter großen Wasserschlosses begonnen werden. Um 1407 wurde es aber schon das erste Mal verkauft, und zwar an Königin Margarethe. Sie veräußerte es aber umgehend an das Bistum Ribe im etwa 45 Kilometer entfernten Ribe weiter.
Um 1560 tobte der siebenjährige Nordische Krieg, auch Dreikronenkrieg genannt. Daniel Rantzau vom Gut Deutsch Nienhof bei Rendsburg unterstütze Dänemark erfolgreich und bekam als Dank vom nun amtierenden dänischen König Friedrich II im Jahr 1566 die Burg geschenkt. Doch schon drei Jahre später verstarb er und vererbte die Tjørborg an seinen Bruder Peter.
Dieser ließ die Burg sogleich abreißen und 1580 ein Wasserschloss im Renaissance-Stil nach niederländischem Vorbild bauen. Um 1740 wurde sie jedoch, wie auch andere dänische Schlösser, in den barocken Stil umgestaltet.
Als im Jahr 1851 der Gutsherr K.L. Knutsen die Anlage kaufte, blieb ihm kein Geld mehr, um die notwendigen Sanierungen zu beauftragen. Vergeblich versuchte er, das Schloss zurück an die Dänische Krone zu veräußern, genauso scheiterte er mit dem Versuch, das Gebäude für Seminare zu nutzen. Was blieb, war der Abriss, um vielleicht das Baumaterial weiter zu verkaufen. Die Abbrucharbeiten begannen 1854 und waren, wie wir heute sehen können, erfolgreich fortgeschritten. Doch dann stürzte die Brücke über dem Wassergraben ein. Die Arbeiter konnten also nicht mehr zu ihrer Baustelle gelangen. So mussten die Arbeiten beendet und das Schloss sich selbst überlassen werden.
Heute ist dieser verlassene Ort schon fast meditativ. Er strahlt viel Ruhe und Gelassenheit aus. Wir werden wiederkommen, um ihn zu den unterschiedlichen Jahreszeiten zu entdecken.

Dänemark
Grenzübergänge Deutschland-Dänemark Alle Grenzübergänge zwischen Deutschland mit ihren Geschichten und örtlichen Beschreibungen selbst fotografiert und geschrieben… Status Öffnungen Grenzübergänge Deutschland-Dänemark Wir informieren an dieser Stelle

Der nördlichste Leuchtturm der Welt: Slettnes Fyr in Gamvik
Vom südlichsten zum nördlichsten Leuchtturm in Norwegen: auf nach Slettnes Fyr Der Leuchtturm Slettnes Fyr ist der nördlichste Leuchtturm der Welt, der je auf dem

Die nördlichste Kirche der Welt: Gamvik Kirke* auf Nordkyn
Die nördlichste Kirche Europas* – Gamvik Kirke auf Nordkinn (Nordkyn) Zu Norwegen gehören die Kirchen wie die Trolle zur Kultur. Die Kirche hat den Sprung vom

Und noch eins… Die Plage mit den Steinmännchen
Macht die Steinmännchen platt – aber mit Gefühl Wir kennen das: Irgendwo in Frankreich hat mal jemand ein Liebesschloss an ein Brückengeländer gehängt, plötzlich hängt

Traumstraße von Skåbu nach Bygdin – Norwegens Jotunheimvegen
Skåbu – Bygdin und zurück. Auf der norwegischen Traumstraße Jotunheimvegen durch das Hochgebirge Warum der Jotunheimvegen Jontunheimvegen heißt, konnte mir noch niemand erklären. Denn er

Kirkenes als häufigstes Bombenziel im Zweiten Weltkrieg
Kirkenes und die zweit meisten Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges Eigentlich gingen die etwa 10.000 Menschen, die im Gebiet Sør Varanger lebten, ihrem Alltag nach.

Für alle Fälle – Das Zoom Leica SL 2.8 24 – 70mm
Ein Zoom für alle Fälle – Leica SL 2.8 / 24 – 70mm ASPH. Seit zwei Jahren haben wir entgegen unserer Natur ein Zoomobjektiv im

Astrofotografie von Katja Seidel – Rheinwerk Verlag
Astrofotografie von Katja Seidel / Rheinwerk-Verlag – Rezension Astrofotografie erfreut sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Gab es früher Fotografierende, die sich auf dieses Thema

Homestory bei Lassen´s – Das Christian Lassen´s Museum Jardelund
Christian Lassen´s Museum Jardelund | Entlang der Grenze Deutschland – Dänemark Jedes noch so kleine Kaff hat heute sein eigenes Museum. So haben wir auch

Der Plastikwal hatte keine Wahl – Plastikmüll in Norwegen
Norwegen und sein Plastikmüll – der Wal hatte keine Chance An vielen Orten, in den Bergen und an den Stränden wird in Norwegen willkürlich Plastik

Mittendrin statt nur dabei – Was ist eine Reportage
Was ist eigentlich eine Reportage? Wir definieren den Begriff Es gibt verschiedene Wege, den Ort mit seinem Menschen und Tieren zu beschreiben. Die langweiligste Form

Auf Schwedens höchster Bergstation des STF – Blåhammarens Fjällstation
Unterwegs im Sylarna: Blåhammarens Fjällstation Wie lange habe ich geträumt, wieder an diesen Ort zu kommen. Einst war ich hier mit Ski und Rucksack, auf

Schreibe uns Deine Meinung