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Bilder mit dem Leica M Elmarit 2.8 / 28mm asph. new + Kodak Portra 160

Urlaub mit unserem Hund | © weites.land
Immer mit dabei: Leo, aufgenommen mit Leica Elmarit 2.8 /28mm apsh. auf Kodak Portra 160 | © weites.land

Zu WEITES.LAND hat mich die Liebe zur Fotografie geführt. Schon vor vielen Jahren beschäftigte mich der Gedanke, wie ich Schleswig-Holstein und Skandinavien jenseits gestellter Bilder oder gleichgeschalteteter Stockfotos, automatisierter oder emotionsbefreiter Texte vorstellen kann.

Dabei gehört mein Herz nach wie vor der analogen Fotografie. Zum einen macht es mir einfach mehr Freude, einen Film oder ein Negativ in den Händen zu halten, zum anderen fotografiere ich persönlich viel ruhiger und überlegter als mit unserer digitalen Kamera.

In dem alten Buch „Meine Erfahrungen mit der Leica“ von Dr. Paul Wolf  habe ich die unterschiedlichen Brennweiten studiert, die der Fotograf zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit den ersten Leica-Objektiven einsetzte. Soweit weg von der Schärfe und dem Kontrastverhalten heutiger Filme, Objektive oder Chips waren sie doch so dicht dran am Herzen der Menschen, wie es heute selten ein Bild vermag.

Objektiv sind es 28mm, subjektiv ist es eine tolle Perspektive

Zunächst fotografierte ich mit dem Leica M Summicron 2.0 / 35mm, doch war es mir, vor allem in der Chrom-Ausführung zu schwer und es lag mir zu dicht von der Brennweite her an dem 50mm-Objektiv. Das 28er sollte also für mich die idealere Brennweite sein. Die Frage nach dem für meinen Bedarf richtigen 28mm Objektiv war recht schnell beantwortet. Zum einen ist die höhere Lichtstärke deutlich teurer, zum anderen aber auch deutlich schwerer. Da ich weniger Menschen fotografiere und eigentlich regelmäßig ein Ministativ mitnehme, reicht die Lichtstärke 2.8 völlig aus.

Die Sonnenblende ist robust und inspiriert mich, auch Gegenlichtaufnahmen mal kontrastmindernd ohne sie zu probieren. Eine Enttäuschung ist dagegen die Schutzkappe der Sonnenblende. Man muss schon sehr aufpassen, sie nicht zu verlieren. Eine weitere Schutzkappe wird aber für das Objektiv ohne Sonnenblende mitgeliefert. Leica würde hier entgegen kommen, wenn sie die verlorenen Sonnenblenden dieses Objektives zum halben Preis anbieten. Man sollte beim Einsatz der Sonnenblende aber kontrollieren, dass sie auch richtig aufgeschraubt ist, leichte Verdrehungen bringen zwangsläufig Schattierungen in die entsprechenden Ecken.

Das Leica Elmarit 2.8/28mm asph. liegt angenehm leicht in der Hand, es hat einen großen Schärfebereich, welcher der Brennweite geschuldet ist. Durch das relativ leichte Gewicht sind auch Innenaufnahmen aus der Hand sehr gut hin zu bekommen. Zudem ist es herrlich kompakt und handlich.

Wird das Objektiv gerade gehalten, brauche ich mir keine Gedanken über gewölbte Linien zu machen, die real gerade sind. Sie werden sauber wieder gegeben.

Die aber allerwichtigste Frage ist, was kommt raus bei einem solchen Objektiv. Und da wurde ich nicht enttäuscht. Im Zeitalter knackscharfer Objektive wirkt dieses angenehm weich bei einer wohltuenden Schärfe. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll, einen wissenschaftlichen Test führe ich ja nicht durch. Ich nutze es in der Realität und nur da müssen die Ergebnisse überzeugen. Im Zusammenspiel mit dem Analogfilm wirkt diese Kombination sehr harmonisch und verleiht den Bildern einen natürlichen Look.

Der Film macht die Musik

Zu meinen liebsten Farbfilmen gehört der Kodak Portra 160. Habe ich früher gerne mit Polfiltern gearbeitet, liebe ich bei diesem Film das helle und natürliche Blau des Himmels, es hat einen leichten Hang ins Grünliche. Der Film hat eine neutrale bis leicht warme Farbwidergabe, ohne aufdringlich zu sein. Gerade bei Mischlicht bietet der Kodak Portra 160 eine hervorragende Harmonie, selbst Neonlicht bekommt nicht den gefürchteten Grünstich. Ist der Kodak Portra 160 eigentlich ein Portraitfilm, so mag ich ihn genau deshalb für die Landschaftsaufnahmen.  Da ich gerne in kontrastreichem Licht fotografiere, begeistert er mich auch bei der Durchzeichnung der Schatten, wobei er Schatten auch wirlich Schatten sein lässt. Im Morgendunst mit der tageszeitüblichen Reduktion von Kontrasten bringt er eine angenehm warme Farbwidergabe.

Ich kombiniere

Gehört seit jeher das Summilux 1.4 /50mm asph. zu meinen beliebtesten Objektiven, hat mich das neue 28mm Objektiv zu neuer Sichtweise inspiriert. Die Bilder, die mit diesem Objektiv entstanden sind, wurden auf Kodak Portra 160 belichtet. Würde Geld keine Rolle spielen, so wären übrigens alle Bilder in diesem Magazin analog aufgenommen.

Messsucherwelt.com

Ein sehr persönlicher und leidenschaftlicher Blog zu dieser Art der Fotografie ist die Seite von Dr. Claus Sassenberg. Hier wird das Leica M-System mit seinen vielfältigen Objektiven aus persönlicher Erfahrung beschrieben. Bilder vom Author findet Ihr in unserer Beschreibung über Sylt.               Messsucherwelt.com

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

Kommentar

  • Der deutsche Magnum Fotograf Erich Hartmann besaß Wechselobjektive von 18 mm bis 500 mm Brennweite für seine baugleichen Motorkleinbildkameras – alles von einem Hersteller. Wenn er jedoch die Entfernung zum Motiv bestimmen konnte, fotografierte er mit kurzen Brennweiten!
    Der brasilianische Magnum Fotograf Sebastiao Salgado favorisiert zudem kleine Blendenöffnungen, die dem Seheindruck der Menschen mehr entsprechen.
    Die Fotografien von Steve McCurry (www.stevemccurry.com) kennzeichnet eine persönliche Signatur, auch was die Farbgebung seiner Kompositionen bezeugen, obwohl er überwiegend Kodachrome Filme mit ISO 25 belichtete – ohne jegliche Nachbearbeitung!

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