Unterwegs mit der Brennweite 135mm – Das Leica Elmarit M 2.8 / 135mm
Ich mag die Brennweite 135mm. Tatsächlich war das erste Leica-Objektiv in meinem Leben ein Leica Elmarit R 2.8 / 135mm. Als ich für einen Reisekatalog auf Kreta fotografiert habe, hatte ich nur zwei Objektive im Gepäck: Das Leica Elmarit 135mm und das Leica Summilux 1.4 /50mm.
Die Brennweite 135mm setze ich liebend gern für Portraits ein, aber auch für schwer zugängliche Landschaften. Es ist keine Brennweite, die man oft einsetzt. Aber die Brennweite 135mm würde mir mittlerweile fehlen. Auf unserer Norwegenreise habe ich mir ein gebrauchtes Leica Elmarit M 2.8 / 135mm für wenig Geld gekauft.
Denn an der Leica M ist es außergewöhnlich schwer. Die Konstruktion hat man augenscheinlich aus der R-Serie adaptiert und mit einer Sucherbrille ergänzt. In meinen Augen zwar ein klobiges und schweres aber deutlich unterschätztes Objektiv. Die Sucherbrille allerdings ist im Messsucher durch das durch ihre Konstruktion große Sucherbild von unschätzbarem Vorteil.
Im ersten Beispiel zeige ich eine Aufnahme mit dem Leica M 2.8 / 135mm und daneben dem Leica Elmarit M 2.8 / 28mm ASPH. Wir waren drei Monate in Norwegen und haben in Stryn Halt gemacht. Für die beiden Aufnahmen, welche die gleiche Bootshütte zeigen, stand ich auf der gegenüberliegenden Flussseite und hatte den gleichen Standpunkt.
Im zweiten Beispiel sind wir am Inlandgletscher Supphellebren nahe Mundal. Dichteres Herankommen wäre aufgrund ständigen Eis- und Gesteinsschlages nicht möglich gewesen. So entstand eine Aufnahme mit der Brennweite 135mm, die beiden weiteren mit Brennweite 28mm und 50mm. Nun bin ich kein Pixelzähler und zoome nicht mikroskopisch in die Bilder und Ecken hinein. Das Bild muss stimmen. Und das tut es. Obgleich das Leica Elmarit M 2.8 / 135mm nun vor knapp 60 Jahren auf den Markt kam, zeigt es eine feine Abstimmung in Farbe und Kontrast. Zahlreiche Details des Eises und Gesteins sind auch im Druck fein zu erkennen. Die Aufnahmen wirken sehr klar.
Nachstehend drei weitere Beispiele unserer Norwegenreise mit unterschiedlichen Aspekten. Alle drei Aufnahmen entstanden mit dem Leica Elmarit M 2.8 / 135mm. Zum einen lag das Felsmassiv im Kongsfjord der Barentssee extrem weit weg. Durch den Einsatz der 135mm Brennweite konnten wir das Bild so beschneiden, dass diese bizarre Felskirche immer noch gut zu erkennen ist. Normalerweise muss man stundenlang dorthin wandern und klettern oder von einem Boot aus fotografieren. Auch die abgestellten Bohrinseln in Südnorwegen konnten durch den Wechsel der Brennweite 135mm in den Fokus gerückt werden. Das gezeigte Schiff im Geirangerfjord wäre ohne diese Telebrennweite kaum sichtbar gewesen.
Die 135mm Brennweite ist eine leichte Telebrennweite, die im Portraitbereich ein wunderschönes Bokeh bei Blende 2.8 erzeugt. Einige Fotografierende haben an der Leica M ihre Probleme mit dem Fokussieren. Das hat sich für mich allerdings nie eingestellt. Auch für das moderne und nur halb so schwere Leica Elmar M 3.4 / 135mm ASPH. gibt es für den Messsucher immer noch eine aufsteckbarer Suchervergrößerung. An der Leica SL oder auch anderen spiegellosen Kameras sollte eine Scharfstellung gar kein Problem darstellen.
Für die meisten Menschen ist die Brennweite 135mm exotisch. bei Leica hat sie Tradition. Verzichtet man auf Autofokus und eine noch höhere Anfangsöffnung als 2.8, spart man deutlich an Gewicht und Größe. Sicherlich wird man die Brennweite 135mm nicht oft brauchen. Aber gerade auf Reisen ist sie das Objektiv für die besonderen und seltenen Momente.
Kleine Leica Historie in der Brennweite 135mm für den Messsucher
- 1933 – 1960: Hektor 4.5 / 135mm
- 1960 – 1965: Elmar 4.0 / 135mm Art.-Nr. 11850
- 1963 – 1998: Elmarit 2.8 / 135mm Art.-Nr. 11829 (zunächst Serie VII Filter, ab 1977 mit 55mm Filtergewinde)
- 1965 – 1980: Tele Elmar 4.0 / 135mm Art.-Nr. 11851
- 1980 – 1998: Tele Elmar 4.0 / 135mm Art.-Nr. 11861
- 1998 – aktuell: APO Telyt 3.4 / 135mm (ab Ende 2012 mit 6 Bit Codierung)

Die Dolomiten als Wellnessziel: Warum Felsen und Ruhe zusammenpassen
Kaum eine Gebirgsformation der Alpen wirkt so eindrücklich wie die Dolomiten mit ihren schroffen, hellen Felstürmen. Diese besondere Kulisse hat sich in den letzten Jahren

Südkap Norwegen – die Halbinsel Lindesnes als südlichster Punkt Norwegens
Von welchem Punkt aus kann man besser zum Nordkap starten als vom Südkap Norwegen? Wir sind am tatsächlich südlichsten Punkt Norwegens, auf der Halbinsel Lindesnes und lassen uns ein wenig Zeit, eh wir nach Norden aufbrechen. Denn die Schönheit Norwegens, sie beginnt genau hier.

Sommertage im Kvitfjell (Gudbrandsdalen) in der Gemeinde Ringebu
Fast ein Lost Place – Das Kvitfjell Dem Namen nach ist das Kvitfjell ein weißer Berg. So jedenfalls die Übersetzung des Namens aus dem Norwegischen.

Nationale Touristenstraße Ryfylke | Die schönsten Landschaftsrouten in Norwegen
Nationale Touristenstraße Ryfylke – eine der dramatischsten Landschaftsrouten in Norwegen Die norwegische Landschaftsroute Ryfylke schließt sich an die norwegische Landschaftsroute Jæren an und zeigt doch

Traumstraße von Skåbu nach Bygdin – Norwegens Jotunheimvegen
Skåbu – Bygdin und zurück. Auf der norwegischen Traumstraße Jotunheimvegen durch das Hochgebirge Warum der Jotunheimvegen Jontunheimvegen heißt, konnte mir noch niemand erklären. Denn er

Auf der Rondane Touristenstraße (Rondanevegen)
Auf der Rondane Touristenstraße – unterwegs im ältesten Nationalpark in Norwegen In Ringebu ist mal wieder unser Quartier. Die E6 führt durch den Ort und

Leica Super Elmar M 3.8 / 18mm – Review, Test, Beispielbilder…
Leica Super Elmar M 3.8/18mm ASPH. – Praxisbericht statt Review, Test oder Beispielbilder Ich erinnere mich noch gut, als Leica im März des Jahres 2009

Foodfotografie Rheinwerk Verlag von Maria Panzer – Rezension
Foodfotografie – Genuss und Lifestyle in Szene setzen | von Maria Panzer + Rheinwerk Verlag Vor wenigen Wochen fragten wir bei Rheinwerk das Fotohandbuch zur

Das Hurtigruten-Museum in Stockmarknes auf den Vesterålen
Das Hurtigruten Museum Stokmarknes auf Vesterålen Wer Norwegen kennt, der weiß auch um die alte Linie der Postschiffe und den heutigen Hurtigruten. Und selbst derjenige,

Die Geschichte der NOAHB Lokomotiven aus Trollhättan
Die Geschichte der NOHAB Lokomotivfabrik Das Maschinenbauunternehmen Nydqvist und Holm (Nohab) wurde 1847 gegründet und war über hundert Jahre lang das führende Unternehmen in Trollhättan.

Traumstraßen in Norwegen – Hardanger und Hardangerfjord
Traumstraßen in Norwegen | Hardanger und Hardangerfjord Im südlichen und südwestlichen Teil von Norwegen zeigt sich das Land in seiner vielseitigsten Form. Traumstrände, schroffe Gebirge, Hochebenen

Die Geschichte des Schwedenrot (Falunrot, Falu Rödfärg)
Falun im Schwedenrot – Die Geschichte des Falunrot (Falu Rödfärg) Überall begegnen uns schwedenrote Holzhäuser und Gartenlauben. Was hat es mit dieser Farbe Schwedenrot, auch

Schreibe uns Deine Meinung