Am Industriemuseum Kupfermühle an der Grenze Deutschland-Dänemark
Wir besuchen die ehemalige Arbeitersiedlung des heutigen Industriemuseum Kupfermühle bei Flensburg. Kupfermühle ist einer der Ortsteile der Gemeinde Harrislee. Ein kleiner Bach ist Schuld daran, dass Kupfermühle heute zu Deutschland gehört. Denn die Krusau fließt mitten durch die ehemalige Fabrik, dem heutigen Industriemuseum Kupfermühle.
Wo liegt denn eigentlich Kupfermühle?
Man muss schon um dieses kleine Museumsdorf mit seinem Industriemuseum Kupfermühle wissen, um sich hier her zu verirren. Denn es führt nur ein Weg hin und wieder zurück. Kupfermühle liegt in einer Sackgasse. An der dänischen Grenze endet der Ort. Dort führt nur ein schmaler Weg nach Krusau, dem dänischen Grenzort.
Dieser kleine Grenzübergang liegt am ehemaligen Schmugglerpfad. Das wissen natürlich die dänischen Grenzbeamten und so kontrollieren sie hier regelmäßig. Aber umgekehrt biegt man an gleicher Stelle auch vom Gendarmstien ab, der offiziellen Bezeichnung des Schmugglerpfades. Der ist heute einer der beliebtesten Fernwanderwege.
Warum sieht Kupfermühle so dänisch aus?
Den Ursprung nahm das kleine Dorf um das Jahr 1600 an der kleinen Krusau. Denn hier verfügt sie über ausreichend Gefälle in dieser sonst sehr flachen Landschaft. Zuvor versorgen zahlreiche kleine Quellbäche die Krusau und geben ihr genug Schwung. Genug Schwung in den Augen des dänischen König und Herzog von Schleswig, Christian, um an dieser Stelle ein Hammerwerk errichten zu lassen. Angetrieben von einem Wasserrad.
Schleswig und Holstein gehörten zu jener Zeit nicht zusammen, vielmehr wurde Schleswig von Dänemark aus regiert.
So galt auch Flensburg als die wichtigste Hafenstadt Dänemarks im Ostseehandel. Flensburg ist nicht weit, so konnte man die Erzeugnisse des Hammerwerkes von Kupfermühle aus auf kurzem Wege auf die Schiffe im Hafen von Flensburg bringen. Und ebenso die benötigten Rohstoffe wie Kupfer von dort aus anliefern.
Das Hammerwerk, unter dem Namen Crusauer Kupfer- und Messingfabrik entwickelte sich um 1800 zur wichtigsten Industrieanlage des Herzogtum Schleswig. Sie zählte zu den größten Anlagen im dänischen Königreich.
Nach einer wechselvollen Geschichte schloss die Crusauer Kupfer- und Messingfabrik im Jahr 1962 ihre Pforten. Sie sollte später als Industriemuseum Kupfermühle ihre Geschichte an unsere Generationen weitergeben.
Warum gehört Kupfermühle heute zu Deutschland?
Im Jahr 1864 verlor Dänemark den blutigen Krieg gegen die Truppen von Preußen und Österreich. Schleswig und Holstein gehörten nun zu Preußen. Süddänemark wurde von Preußen besetzt.
Nach dem verlorenen ersten Weltkrieg konnten die Menschen in Nordschleswig und Südschleswig abstimmen, zu welchem Land sie denn gehören wollten. Es zeigte sich, dass der kleine Fluss Krusau zum Grenzfluss werden sollte.
Doch in Kupfermühle floss er direkt durch die Kupfer- und Messingfabrik. So einigte man sich in Kupfermühle auf einen Gebietsausgleich am Grenzort Krusa und schlug Kupfermühle komplett dem Deutschen Reich zu.
Vom Ende der Kupfermühle in eine neue Zukunft
Doch im Herzen ist Kupfermühle dänisch geblieben. Die ehemaligen Arbeiterhäuser wurden liebevoll restauriert und bewohnt. Prägnant ist das Turmhaus, in dem in der ersten Zeit der Direktor der Crusauer Kupfer- und Messingfabrik lebte. Später stand die Direktionsvilla hinter dem Turmhaus. Das Turmhaus stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. Als nach etwa 300 Jahren die Kupfermühle schloss, kaufte das Ehepaar Gisela und Bodo Daetz die Arbeiterwohnungen und gründete die Gisela-und-Bodo-Daetz-Stiftung Kupfermühle. Die Häuser mit ihren 36 Wohnungen wurden saniert und vermietet.
Im Jahr 1997 entstand das kleine Kobbermølle Museum, was im JAhr 2006 ins Turmhaus verlegt wurde. Doch viele Menschen trauerten der alten Kupfermühle mit ihrer imposanten Technik nach. So gründete sich im Jahr 2006 der Förderverein Industriemuseum Kupfermühle e.V mit dem Ziel, die Industrieanlage zu erhalten. Damit war der Grundstein für das heutige Industriemuseum gelegt. Seit 2014 ist die faszinierende Industrietechnik in drei restaurierten Hallen als Industriemuseum Kupfermühle zugänglich.
Die Direktionsvilla, gleich hinter dem Turmhaus wird heute als Gästehaus genutzt.
Entlang der ehemaligen wunderschönen Arbeiterhäuser führt eine romantische Kopfsteinstraße. Sie ist neben dem Industriemuseum Kupfermühle das Aushängeschild des kleinen Ortes.
Was sollte man sich in Kupfermühle unbedingt anschauen?
In Kupfermühle sollte man spazieren gehen. Natürlich steht ein Besuch im wirklich tollen und schönen Industriemuseum Kupfermühle an. Und genauso empfehlen wir, in das kleine herzliche Museumscafé im Turmhaus einzukehren.
Der kleine Grenzort Krusau ist durch den angerenzenden Kollunder Wald in 20 Minuten gut zu erreichen. Ebenso nah liegt einer der kleinsten Grenzübergänge Europas, der Grenzübergang Schusterkate. Diesen erreicht man durch den Kollunder Wald auf den Spuren des Gendarmstien.

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