Flüsse Gewässer

Elbe von Hamburg bis zur Mündung

Elbe | © weites.land
Elbe | © weites.land

Die Elbe ist mehr als ein Strom, der seinen Weg durchs Land sucht. Die Elbe ist eine einzigartige Landschaft, in ständiger Veränderung sowohl durch die Gezeiten wie auch seit Jahrhunderten durch die Menschen.

Alle sechseinhalb Stunden wechseln sich Ebbe und Flut ab, spülen an und wieder fort. Die Elbe ist in ständiger Bewegung wie die Menschen auf dem Strom und ihre Schiffe.

In den zahlreichen Nebenflüssen machen sich die Gezeiten bis weit ins Binnenland bemerkbar. Die Menschen stellten seit jeher ihr Leben auf das Auf und Ab des Wassers ein.

Seit vielen hundert Jahren dient die Elbe als Schiffahrtsweg. Waren die Schiffe früher abhängig von den Gezeiten, transportieren sie heute ihre Ladung selbst bei Niedrigwasser. Dafür wurde in das Flussbett eine künstliche Fahrrinne geschaffen, die den Fluss nachhaltig veränderte. Aber abseits dieser Fahrrinne unterliegt die Landschaft weiter den Gezeiten.

Ganzjährig wird die Elbrinne passiert. Nur selten, in extrem kalten Wintern, friert die Elbe zu und treibende Eisschollen behindern die Schifffahrt. Dann stehen die Eisbrecher bereit und machen unermüdlich den Weg frei.

Alte Land

Umso schöner wird es im Frühling. Und wo könnte er schöner sein, als im Alten Land. Ein einziges Blütenmeer taucht die endlosen Apfelplantagen und ein unvergessliches Farbenspiel. Die järhliche Apfelblüte lockt tausende Menschan aus nah und fern in diese Region, zu dieser unvorstellbaren Blütenpracht. Ein verwunschener Garten, ursprünglich von einem niederländischen Mönch angelegt, war der Grundstein für diese Plantagen.  Zu Beginn des 12. Jahrhunderts kam er hier her und ließ sich mit seinen Landsleuten am südlichen Elbufer nieder. Er brachte die Erfahrungen der Niederländer in die Region, Marschland zu entwässern und zu nutzen. Heute ist das Alte Land das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet in Nordeuropa. Jeder dritte Apfel in Deutschland kommt aus dem Alten Land. Eindrucksvolle Höfe mit ihrem weißen Fachwerk und dem roten Klinker prägen die Silhuetten dieser Region. Zahlreiche Bienen aus ganz Norddeutschland kümmern sich fleißig um die Bestäubung. Doch Bienensterben und der Rückgang der Imker stellen auch die Obstbauern in diesel Alten Land vor besondere Herausforderung. Gerade hier zeigt sich, wie unverzichtbar eines der drei wichtigsten Nutztiere der Welt, die Bienen, für unsere Ernährung sind.

Der Begriff „Fleißige Bienen“ macht hier seinem Namen alle Ehre. Wussten Sie, dass eine Biene etwa fünf Millionen Blüten besuchen muss, damit wir ein Glas voller Honig haben? Dabei fliegt sie so viel, dass sie locker dreimal die Erde umrunden könnte.

Früher wurden die Äpfel mit Segelschiffen über die kleinen Altländer Flüsse nach Hamburg transportiert. Einige dieser Frachtewer sind erhalten geblieben und erzählen heute aus dieser Zeit.

Gezeiten

Die Unterelbe hat sich innerhalb der letzten 100 Jahre sichtbar verändert. Fürhten viele verschlungene Nebenarme durch die Landschaft, wurde sie für den Schiffsverkehr verändert und verformt. Denn Hamburg brauchte die Lebensader Elbe für ihre wirtschaftliche Existenz. Nebenarme wurden ausgetrocknet und zugeschüttet, der Strom in Teilen begradigt und vertieft. Bereits im Jahr 1910 erfolgte die erste Elbvertiefung auf acht Meter.

Mittlerweile haben die riesigen Containerschiffe die damaligen Segler und die darauf folgenden Stückgutfrachter abgelöst. Waren aus der ganzen Welt folgen dem Strom zu einem der größten Seehäfen der Welt, Hamburg. Und das, obwohl er sich 100 Kilometer von der Nordsee, tief im Binnenland, befindet. Der Hamburger Hafen provitiert von seiner umfangreichen Infrastruktur, die ganz auf den Hafenbetrieb abgestimmt wurde. Von hier aus gehen mit den kleineern Schiffen Waren nach Nordeuropa.

Die Elbe ist heute neben ihren Wirtschaftsfaktor aber auch Naturschutz- und Erholungsgebiet. Wie Ebbe und Flut halten auch die unterschiedlichen Ansprüche und Bedürfnisse das Leben am und auf dem Strom in ständiger Bewegung. Zwischen Hamburg und der Elbmündung besteht Lostenpflicht. Erfahrene Seemänner, die das Elbrevier wie ihre Westentasche kennen, beraten die Kapitäne bei der anspruchsvollen Durchfahrt durch die schmale Fahrrinne.

Schiffsbegrüßungsanlage Willkommenshöft

Am Willkommhöft in Schulau trifft sich die Welt. Die Schiffsbegrüßungsanlage empfängt jedes Schiff mit dessen Nationalhymne und gibt kurze Informationen zum Schiff.

Hamburger Hafen

Dann geht es nach Hamburg, in den zweitgrößten Containerhafen in Europa. Kaiser Barbarossa übergab im Jahr 1189 Hamburg einen Freibrief für die zollfreie Fahrt auf der Unterelbe. Dass hier eines Tages neun Millionen Container Jahr für Jahr voller Waren umgeschlagen würden, hat er sich kaum vorstellen können. Vielleicht hätte er es sich dann mit der Zollfreiheit noch einmal überlegt.

Doch Hamburg ist bestrebt, den Umschlag in den nächsten Jahren zu verdoppeln. Platz muss geschaffen werden für immer neue Stellflächen. So hat sich auch das Hafengebiet mit der Zeit grundlegend geändert. Schiffe verweilen nur noch kurz. So wurden Liegestätten rediziert, Hafenbereiche zugeschüttet und neue Stellflächen geschaffen. Für die Zukunft stehen aus Privatwirtschaft, der Stadt Hamburg und der Bundesrepublik Investitionen in Milliardenhöhe an.

Genau hier liegt ein weiterer Konflikt zwischen der Wirtschaft und der Natur. Können heute Schiffe bis zu einem Tiefgang von 13,50 Meter den Hafen passieren, doch die Giganten der Meere haben schon jetzt keine Möglichkeiten mehr, den Hafen anzusteuern. Eine erneute Elbvertiefung um nochmals zwei Meter steht an. Doch weiß man sehr wohl über die unabsehbaren Folgen der vergangenen und das Risiko einer neuen Vertiefung.  Solche Eingriffe verursachen in der Natur große Schäden und so geraten Interessen der Wirtschaft und der Natur gegeneinander.

Die Navigation der Schiffe richtet sich wie seit jeher nach den Gezeiten. Zweimal am Tag steigt der Wasserspiegel auch 100 Kilometer landeinwärts an. so sind bei Flut Schiffspassagen mi einem Tiefgang von 15 Metern möglich. Nur kurze Zeit steht dafür zur Verfügung. Ruhe kennt der Hafen nicht, Tag und Nacht wird gearbeitet, zu allen Zeiten laufen die Ladebrücken, wechseln Container ihren Platz. Jede Minuter Standzeit des Schiffes kosten Geld.

Auch die Werften richten sich nach Ebbe und Flut. Die berühmtesten Schiffe der Welt laufen den Hafen und auch seine Werften regelmäßig an. Der wohl prominenteste Gast ist Queen Mary II, die Königin der Meere. Verlassen die Schiffe das Dock, geht es auch nur hier bei Hochwasser. Nur dann ist die Gefahr des Aufsetzens gebannt.

Erfinder der Kreuzfahrt

Hier in Hamburg wurde die Kreuzfahrt erfunden, die dann ihren Siegeszug um die ganze Welt antrat. Der Hamburger Reeder Albert Ballin schickte in den ruhigen Wintermonaten 1891 den größten deutschen Passagierdampfer Augusta Victoria, der normal im Linienverkehr Reisende transportierte, über den Nordatlantik auf Vergnügungsfahrt ins Mittelmeer.

Elbfischer

Wenige Kilometer stromabwärts fangen die wenigen verbliebenen Flussfischer im großen Elbrevier ihren  Fisch. Waren es vor 100 Jahren noch etwa 1000 Fischer auf diesem Teil der Elbe, finden sich auf der gesamten Unterelbe nur noch fünf Hamenkutter. Sie arbeiten ohne Schleppnetzte, sondern hängen ihre Netze fest in die Strömung. Diese traditionelle Fangmethode ist die schonendste Art des Fischfangs. Allein Ebbe und Flut sorgen für das Füllen der Netze.

Doch diente die Elbe lange Zeit auch als Müllkippe, Giftstoffe der Industrie und des Schiffsverkehrs verseuchten den Strom. Erst seit knapp 15 Jahren beginnt der Fluss, sich mit seiner Tier- und Pflanzenwelt wieder zu erholen. Stint, Aal und Zander sind die Arten, die heute wieder befischt werden. Selbst der bedrohte Neunauge kehrt langsam in den Strom zurück.

Die Fischer leben auch heute noch einige Tage auf dem Strom, selbst, wenn ihr Zuhause nur weige Kilometer entfernt sind. Um Elbfischer zu werden, benötigt man heute auch die komplette Kapitänsausbildung. Erst dann darf man selbständig fischen. Eine erneute Elbvertiefung könnte diese sensible Erholung der Elbe wieder zunichte machen.

Blankenese

Der Strom hat auch seine ganz andere Seite. Beschaulich, romantisch liegt das ehemalige Fischerdorf Blankenese. Wohnten früher vor allem Fischer und Handwerker in diesem Ort, entdeckten ihn mit der Zeit auch die Kapitäne für sich. Denn auch an Land genossen sie den Blick auf das Wasser und die Schiffe. So verbrachten sie ihren Lebensabend an diesem Ort. Durch Blankenese führt heute der schönste Teil des Elberadweges auf seiner 1200 Kilometer langen Strecke. Die Villen von Blankenese mit ihren parkähnlichen Gärten sorgen für den wohl exklusivsten Stadtteil Norddeutschlands und wer Hamburg kennt, der hat auch von Blankenese gehört.

Museumshafen Oevelgönne

Unten, am Strom liegen neben Biergärten, Strandcafés und Restaurants der Museumshafen Oevelgönne. Hier taucht man ein in die alten Zeiten und Gaffelsegler, Dampfeisbrecher oder alte schimmkräne erzählen ihre Gezeitenreise von früher.

Binsenschneider

Die Tiede lässt das Land der Elbauen trocken fallen. Dann beginnen 12 Stunden harte Arbeit für die Binsenschneider. Früher lebten zahlreiche Familien von diesem Erwerb. Vor allem für die geflochtenen Stuhlsitze sind die Binsen bekannt. Der ständige Wechsel der Gezeiten hinterlässt Ablagerungen, die Sende und Watten hinterlassen.

Ein idealer Nährboden für Schilfe und Binsen. Das Fährmansander Watt in der Haseldorfer Marsch ist ein Süßwasserwatt. Es gehört zu den größten in Europa. Durch die Flut kommt das salzige Nordseewasser nur bis Stade, hier wechselt mit den Gezeiten das Süßwasser der Elbe. Der Boden des Fährmannsander Watts gehört zu den produktivsten Ökosystemen der Welt. Es gibt nur wenige Orte der Erde, wo so viele Kleinstlebewesen auf kleiner Fläche zuhause sind.Fische leichen hier und viele Vogelarten nisten und brüten an diesem wunderbaren und ursprünglichen Ort.

Den Binsenschneidern bleiben im Sommer gerade einmal zwei Wochen für die Ernte. Doch auch hier zeigen vergangene und anstehende Elbvertiefungen ihre Wirkung. die Binsen werden zurück gedrängt. Damit würde auch der Beruf des Binsenschneiders an der Elbe in die Binsen gehen. Ja , woher kommt dieses Sprichwort eigentlich, wenn nicht von hier?  Eigentlich hat es weniger mit dem Binsenschneiden zu tun als mit der Jagd. Ist eine Ente vor dem Jäger auf der Flucht und verschwindet in die Binsen, dann ist sie so gut versteckt, dass der Jäger sie nicht findet und somit verliert.

Schon jetzt sind durch die Eingriffe des Menschen viele  dieser so wertvollen Wattflächen verschwunden. Eine weitere Elbvertiefung würde eine weitere Dezimierung beschleunigen und somit die Möglichkeit der natürlichen Reinigung der Elbe durch diese Gebiete zukünftig noch stärker beeinträchtigen. Und diese Reinigung ist maßgeblich für die intakte Flusslandschaft.

Segelsport

Segler waren seit Jahrhunderten auf der Unterelbe unterwegs. Heute sind es die Freizeitsegler, die ihr Tuch spannen. Etwa 60 Wettkämpfe finden jährlich auf der Unterelbe statt. Seit etwa 150 Jahren fgibt es solche Veranstaltungen in der Region. Hamburger Kaufleute gründeten den Hamburger Regattaverein. Mittlerweile sind hier etwa 100 Segelclubs mit knapp 25.000 Segebooten aktiv. Neben dem geschickten Umgang mit dem Wind führt hier nur das wissen im Umgang mit den Gezeiten zum Erfolg.  Ohne Gezeitenkalender wird niemand starten.

Wedel

Die größte Marina Deutschlands ist der Hamburger Yachthafen in Wedel. Etwa 2000 Boote finden hier Platz.

Lühesand

Lühesand ist eine der schönsten Elbinseln. Eine kleine Fähre sorgt für die Überfahrt. Ein kleiner Campingplatz, nur mit dem nötigsten ausgestattet, und ein kleines Wirtshaus laden herzlich auf diese naturbelassene Insel mit ihrem Vogelschutzgebiet und einem luxusbefreiten Ambiente ein. Dichter kann man dem Elbverkehr nicht sein als an diesem Ort. 

Hier steht einer der höchsten Strommasten der Welt. Mit seinen mehr als 230 Metern Höhe ist er für die Elbquerung der Stromtrasse zuständig. Doch auf Lühesand müssen Solar- und Batteriestrom reichen. Auch, wenn es keine Straßen gibt auf dieser Insel, so sorgt ein alter VW T3 für die Versorgung auf der 3,5 Kilometer langen Insel.

 Stade

Mehr als 1000 Jahre haben diese Stadt nahe der Elbe geprägt. Zwischen Hamburg und Cuxhaven gelegen, entwickelte sich dieser Flecken sehr schnell zu einem der bedeutendsten Handelsplätze und Häfen. Bereits im Jahr 1209 bekam Stade das Stadtrecht. Über die Schinge segelten die Stader Kaufleute auf die Elbe, von dort aus weiter mit ihren Waren in die Niederlande oder nach Dänemark. Stade war einst eine Hansestadt und stellte Hamburg in den Schatten. In den Jahren 1645 bis 1712 gehörte Stade zu Schweden. Sie befestigten die Stadt mit einem großen Wallgraben.

Stade gehört zu den wenigen Städten in unserem Land, die der zweite Weltkrieg verschont hat. So blieb sehr viel an historischer Substanz erhalten und Stade darf sich heute wohl zu den schönsten Städten Deutschlands zählen. Ein verheerender Brand zerstörte die Stadt weitgehend im Jahr 1659, so stammen die meisten Gebäude und Inventare aus der Zeit des Neuaufbaus im 17. und 18. Jahrhhundert. Einige Gewölbe, wie der Gewölbekeller des Rathauses, gehen in ihrer Geschichte aber auf die Zeit der Gotik zurück.

Bei der Schönheit des Stadtzentrums fällt es schwer, nach den schönsten Gebäuden Ausschau zu halten. Einige Beispiele sind die vielen Fachwerkhäuser, aber auch das imposante Rathausportal, der Schwedenspeicher und die beiden Kirchen St. Wilhadi und St. Cosmae. Angezogen wird man immer wieder vom historischen Hafen aus dem 13. Jahrhundert mit seinen alten Drehkränen. Heute säumen malerische Gebäude, Cafès und Restaurants, Museen und Geschäfte die Umgebung, wo früher Frachtsegler für reges Hafentreiben sorgten.

Die wunderschöne Altstadt ist umgeben vom Burgraben, der dazu einlädt, eine der Touren auf den Fleetkähnen zu nutzen, um die Stadt von der Wasserseite anzuschauen. Diese Rundtouren starten am alten Holzhafen und dauern in der Regel etwa eine Stunde.

Zu einer historischen Stadt gehören auch historische Schiffe. Zu ist es etwas ganz besonderes, eine Tour auf der „Wilhemine von Stade“ nu nutzen und sich auf dem alten Frachtsegler in die frühere Zeit zurück versetzen zu lassen. Schüler  aus Stade haben den Traditionsewer jahrelang restauriert, heute gehört er zum Angebot für Törns in die Umgebung.

In der Nähe des Stadtzentrums befindet sich eine kleine Insel, sie diente den Schweden als Teil ihrer Befestigungsanlage, dem sogenannten Bleicher-Ravelin. Heute befindet sich hier seit mehr als 100 Jahren eines der ältesten Freilichtmuseum Deutschlands.

Haseldorfer Marsch

Unweit der Stadt Wedel befindet sich die Haseldorfer Marsch. Die Elbmarsch beheimatet die Dörfer Haselau, Haseldorf und Hetlingen. Die Elmarsch steh in großen Teilen unter Naturschutz. Viele Vögel nutzen die fast 16 Kilometer lange Umgebung als Rast- und Brutplatz.

Vor allem Haseldorf hat sich einen Namen gemacht mit seinem gleichnamigen Gut. Das Gut Haseldorf verzaubert mit seinem malerischen Schloßpark und dem alten Baumbestand. Lesungen und Konzerte finden hier im ehemaligen Rinderstall statt. Vor allem das Schleswig-Holstein-Musikfestival ist immer wieder Magnet für einen Besuch des Gut Haseldorf.

In Haseldorf befindet sich im ehemaligen Ispektorenhaus das Elbmarschenhaus. Hier ist eines der umfangreichsten Informatiosnzentren über die Elbmarsch mit seinem weitläufigen Angebot an Touren und Ausflügen. Die unterschiedlichsten Organisationen der Umgebung haben sich hier unter einem Dach eingefunden und koordinieren ihre Aufgaben für Tourismus, Naturschutz und die Jagd.

Haseldorf ist auch ein alter Hafenplatz an der Elbe. Idylisch liegt hier der Sportboothafen. Auch er ist geprägt vom Auf und Ab der Ebbe und der Flut. Hier zeigt sich ein Beispiel der Landschaft, wie sie einst typisch war an den Mündungstrichtern zur Elbe. Durch die Elbvertiefungen drohen die Häfen zunehmend zu verschlicken.

Noch eine Besonderheit hat die Haseldorfer Marsch. Sie ist das größte und wohl auch das schösnte Obstanbaugebiet in Scheswig-Holstein. Im Obstgarten Haseldorf darf man sich ausgiebig über die Sorten informieren, probieren und für den eigenen Bedarf nach Herzenslust pflücken. Dabei wird auf Eintritt und Kontrolle verzichtet. Jeder Besucher darf sich bis zu 10 Kilogramm des gesunden Lebensmittels mitnehmen und wer mag, kann noch vor Ort seine Früchte pressen.

Der Haseldorfer Obstgarten gehört dem Land Schleswig-Holstein und wird von Mitarbeitern des Elbmarschenhauses betreut. Der Garten ist sich weitgehend selbst überlassen, denn auf natürliche Entwicklung und Verzicht von Dünger und Pestiziden wird großen Wert gelegt.. Etwa 180 Sorten an Äpfeln, Birnen und Pflaumen, die nicht mehr im Handel sind, tragen hier ihre Früchte.

Auffallend sind die vielen Kopfweiden und diese erinnern an Zeiten, in denen der Fassbau in der Haseldorfer Marsch eine wichtige Rolle spielte. Vor allem Butterfässer wurden aus diesem Material gebunden. Zu der Zeit wurde fast alles in diesen parktischen Behältern transportiert. Über 200 Jahre lang schnitten die Bandreißer ihr Baumaterial, die Weiden. Drei Jahre alt mussten sie sein, gerade gewachsen und schön biegsam, um von den Fassbauern abgenommen zu werden. Heute gibt es wenige Menschen, die diese Zunft aufrecht erhalten. Kartons haben die Ära der Fässer abgelöst.

Lange Zeit galt die Haseldorfer Marsch als das größte Süßwasserwatt in Europa. Doch Elbeindeichungen veränderten dieses Biotop. Stillgewässer entstanden, da nun keine Ebbe und Flut mehr zu- oder abfließen konnte. So entstand auch die größte Kolonie der Graureier in Schleswig-Holstein.

In Hedlingen entstand eine ganz besondere Rarität von einmaliger Schönheit. Eine große Wiese voll der seltenen Schachblumen oder auch Rehtulpen genannt. Durch das Trockenlegen von Feuchtwiesen gehört die Schachblume zu den bedrohten Pflanzenarten. Die Hedlinger sind stolz auf diese Blumen,verzichten dafür auf Dünger und verschieben gar ihre Mart.Diese Wiese ist ein großartiges Beispiel für die Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft.

Strand bei Kolmar

Wenige Kilometer von diesem einzigartigen und beschaulichen Biotop „Haseldorfer Marsch“  sprudelt das Leben auf ganz andere Art. Fröhliches Geschrei und Getobe, Rummel und lustiges Treiben, das bietet der Strand bei Kolmar, der nur ein Beispiel von den vielen erholungszonen entlang der Unterelbe darstellt. Der Strand von Kolmar ist berühmt für seinen weichen und feinen Sand und manch Hamburger Familienvater ist hierher gekommen, um den Sandkasten seiner Kinder mit genau diesem Sand zu befüllen.

Festung Grauer Ort

Das Atelleriefort „Grauer Ort“ entstand auf eine in die Elbe ragende Landzunge. schon im 12. Jahrhundert nutzen die Kehdinger Seeräuber diese Lage aus Ausgangspunkt für Überfälle auf die Handelsschiffe der Elbe. Die Preußen erkannten die strategische Bedeutung dieses Ortes und bauten eine Festung, um den Hamburger Hafen zu schützen. Doch an dieser festung kam es nie zu Kampfhandlungen. Nach Jahren des Verfalls hat sich ein Verein der Erhaltung dieser imposanten festung angenommen. Heute finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und Führungen hier statt.

Krautsand

Umrahmt vom alten Elbarm zeigen sich die Elbinseln Asseler Sand und Krautsand. Viele kleine Werften waren hier zuhause. Eine Werft hat den Wandel ins Heute geschafft und entwickelt und produziert die weltweit gefragten Freifallboote. Das sind de Rettungsboote, die im Notfall aus einer Höhe von bis zu 20 Meter in freiem Fall mit den geretteten ins Meer stürzen. Etwa jedes dritte Rettungsboot disen Typs kommt von der Elbinsel Krautsand. Über 100 Menschen auf der Welt verdanken diesen Booten schon ihr Leben.

In den 20er Jahren kamen die Stadttouristen mit den Lustdampfern aus Hamburg. Immer noch eine Insel geblieben, ist sie über eine kleine Brücke erreichbar. Ebbe und Flut und groe Sturmfluten veränderten sie. Früher war sie, 1000 Meter entfernt, nur über eine Fähre erreichbar.

Denkmalgeschütztes Klinkerwerk Rusch bei Drochtersen

Große Tonvorkommen an der Unterelbe waren einst der begehrte Stoff für die vielen dutzend Ziegeleien im Umland der Umterelbe. Das im Jahr 1881 errichtete Klinkerwerk Rusch in Drochtersen mit seinem riseigen Ringofen ist mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt. Seit 150 Jahren werden auf diese Art die Oldenburger und die Hamburger Ziegel bei Temperaturen von 1250 Grad gebrannt, die hier ihre typische Farbe von schwarzblau über terracotta bis ins dunkle rot bekommen.  Noch heute wird hier traditionell gefertigt. Diese Ziegelei ist Europas letzte Vollziegelei ihrer Art und nur hier seihet man noch den rauchenden Schornstein. Diese Ziegelsteine prägen in der gesamten Umgebung das Aussehen der Städte. Noch bis ins Jahr 1970 wurden von hier aus auf dem wasserweg die Steine abtransportiert.

Wischhafen

Die Orte und Ortsteile Hörne, Balje, Krummendeich, Freiburg, Hamelwörden, Wischhafen und Neuland reihen sich entlang des alten Elbedeiches auf. In Hörne, Balje, Krummendeich, Freiburg, Hamelwörden sind von besonderer Bedeutung die unbebauten Außendeichsflächen und die nahezu unbebauten Flächen zwischen den Deichen.

Wischhafen besteht aus den Ortsteilen Hamelwörden, Wischhafen, Neuland, Wolfsbruchermoor, Neulandermoor und Hamelwördenermoor. Die Ortsteile weisen mit Ausnahme Hamelwördens, was sich als Haufendorf darstellt, ebenfalls eine Struktur als Reihendörfer auf. Bis auf Wischhafen ist auch eine landwirtschaftliche Prägung vorhanden.

Wischhafen selbst ist aus der ursprünglichen Bedeutung des Wischhafener Hafens entstanden und gewachsen und bildet heute das zweite Grundzentrum der Samtgemeinde. Neben der älteren Siedlung entlang vorhandener Straßen sind auch in Wischhafen jüngere Wohnbaugebiete sowie auch Gewerbegebiete entstanden.

Wischhafen zeichnet sich aus als ländlicher Wohnort mit guter Nahversorgungsstruktur, einem vielfältigen Vereinsangebot, guten und vielfältigen Sportanlagen, einem Nachfrage bedingten nahezu umfassenden Betreuungsangebot für Kinder und einem guten Angebot von Altenwohnungen.

Im alten Sielhafen von Wischhafen befindet sich das Küstenschifffahrts-Museum. Alte Küstenschiffe liegen hier, unter ihnen die „Iris-Jörg“ aus dem Jahr 1956. Durch den Deich geschützt geht es zum historischen Getreidespeicher. In seinen Räumen erzählt man sich die Geschichte der Menschen am Deich und auf dem Wasser. Für uns wird greifbar, wie sich die Geschichte der Küsterschiffer und ihrer Boote bis heute entwickelt und immer wieder verändert hat. Schiffsmodelle und Kombüsen, die Führerstände aus den unterschiedlichsten Küstenschiffen und einige der vielen technischen Geräte werden gezeigt und beschrieben.

Immer wieder ergänzen wechselnde Ausstellungen das kleine Museum. Beeindruckt geht es wieder zurück mit einem in Betrieb befindlichen Küstenboot, unserer Fähre von Wischhafen zurück nach Glückstadt. Aber diesen Weg werden wir auch beim nächsten Mal wieder nehmen. Informationen gibt es unter kehdinger küstenschifffahrtsmuseum.

Fährlinie Wischhafen – Glückstadt

Wer westlich von Hamburg über die Elbe möchte, kann dies nur mit einer der beiden Fährlinien. Seit über 100 Jahren besteht die Fährverbindung zwischen Wischhafen und Glückstadt. Im halbstündigen Wechsel können bis zu 60 Fahrzeuge mit einem der vier  Schiffe die Seiten wechseln. Doch seit Jahren schwebt der Gedanke eines weiteren Elbtunnels über der Fährlinie. Er würde das Aus dieses maritimen erlebens bedeuten. Die Pause auf dem schiff tutu gut und es ist ein Genuß, sich wie auf einem riesigen See zwischen den Giganten der Ozeane zu bewegen unter dem Geschrei der Möwen und dem Wind des nahen Meeres.

Glückstadt

An Hamburg sollte sie sich messen, diese einmalig schöne Stadt an der Elbe, die das Zeug hat, Weltkulturerbe zu werden. Komplette Stadtbereiche stehen zu Recht unter Denkmalschutz und es macht Freude, diese malerische Kulisse zu entdecken und zu genießen.

Dem König war es jeden Material- und Personaleinsatz wert, als er die auf dem Reißbrett entworfene Stadt nach seinen Plänen bauen lies. Im Stil der Renaissance führten auf Basis eines Sechseckes 12 Straßen vom zentral gelegenen Marktplatz zum Hafen und den umgebenden Wallanlagen. Das Sechseck wird aus der Luft sichtbar durch die Querstraßen an den Enden der Verbindungen.

Die modernen Wallanlagen widerstanden erfolgreich als einzige Festung der weiteren Umgebung  den Angriffen Wallensteins während des dreißigjährigen Krieges. Der König verteilte Vergünstigungen und Privilegien an reiche und geschäftstüchtige Bürger der Stadt und lockte jüdische und holländische Kaufleute mit besten Kontakten nach Glückstadt. Seine Rechnung ging auf, Glückstadt wurde eine erfolgreiche Handelsmetropole an der Elbe.  Doch die vor dem Hafen immer größer werdende Sandbank störte die großen Handelsschiffe und so wurde Glückstadt für Hamburg ein eher unbedeutender Konkurent.

Glückstadt hat sich herausgeputzt, als sei sie gestern erbaut worden. Dabei stammen die meisten Gebäude im Zentrum noch aus der Gründerzeit und stehen mit dem historischen Stadtkern im Ganzen unter Denkmalschutz. Diese idylische Stadt mit ihren 12.000 Einwohnern sucht ihresgleichen und so bekam sie auch den Titel „Anerkannter Erholungsort“ völlig zu Recht.

Man muss sich einfach treiben lassen durch diese hübsche Stadt. Der verträumte Hafen, de malerischen Gassen, die Nähe zur Elbe und die anliegenden Elmarschen, sie machen dieses Städtchen so endlos charmant.

Glückstadt zieht durch seine beondere Ausstrahlung seit einigen Jahren auch eine junge und lebendige Kunstszene heran. Sichtbar wird dies in den abwechslungsreichen Galerien und Ausstellungen. Die Stadt alleine ist schon ein echtes Kunstwerk, die Kunst der jungen Generation aber prägt das kulturelle Leben.

Eine Spezialität ist in Glückstadt berühmt geworden: Der Glückstädter Matjes. Es gibt noch zwei Hersteller, die ihn so zubereiten, wie es ihn einzigartig macht. Früher wurde der Hering direkt auf See auf dem Kutter gekehlt und gesalzen und durfte sich so Glückstädter Matjes nennen.Heute passiert es an Land. Beim Ausnehmen des Herings bleibt ein kleines Stück des Enddarms erhalten, das sorgt zusammen mit der Salzung für die richtigen Enzyme. Nach 10 Tagen Salzfasslagerung ist aus dem Hering der Matjes geworden.

Stör und Wilsterau

Infolge der schweren Sturmflut im Jahr 1962 versuchte man, das Landesinnere zukünftig besser vor diesen Naturgewalten zu schützen.

So wurde auch an der Mündung an dem größten Nebenfluss der Elbe auf der Nordseite, der Stör in die gezeitenabhängige und damit sturmflutgefährdete Elbe ein Sperrwerk gebaut. Das Störsperrwerk liegt in der Gemeinde Wewelsfleht.Für den Bau wurde nördlich des ursprünglichen Mündungsverlaufes einr neuer gegraben, der alte Mündungsverlauf dient heute als Hafen. Über das Störsperrwerk verläuft die Bundesstraße 431, welche die Wilstermarsch mit der Krempermarsch verbindet.

Nahe des Sperrwerkes befindet sich ein Parkplatz, von dem man aus schnell auf die Marschdeiche und Marschwiesen gelangt und den imposanten Bau beobachten kann.

Wewelsfleht war ein traditioneller Standort vieler Werften. Von ihnen hat eine Werft den Sprung in die neuzeit geschafft: die Peterwerft. Hier entstehen immer noch Neubauten und die Größe der hier gebauten Schiffe nimmt kontinuierlich zu.

Im 19. Jahrhundert verschifften die Breitenberger und die Itzehoer Fabriken ihren Zement über die Stör. Auf dem Rückweg brachte die Frachter dann die nötige Kohle für die Zementproduktion. Heute haben die historischen Schiffe die damaligen Frachter abgelöst, denn Zement wird hier schon lange nicht mehr produziert.

Zwischen Beidenfleht und Barenfleht sorgt die Kettenfähre „Else“ für die Überfahrt. Damit verbindet sie die Wilstermarsch mit der Krempermarsch. Mehr als 50.000 Fahrzeuge transportiert sie jedes Jahr zuverkässig über die Stör und erspart so den Fußgängern, Rad- und Autofahrern einen Umweg von 20 Kilometern. Diese Verbindung gibt es bereits seit 400 Jahren und ist die einzige zwischen Wewelsfleth und und dem von der Fähre 12 Kilometer entfernten Heilgenstätten. Im Süden führt das Sperrwerk mit der B 432 über die Stör, in Heiligenstätten eine Klappbrücke.

Von der Wilstermarsch kommt das Flüsschen Wilsterau zur Stör, doch zuvor muss es die Schleuse in Kasenort passieren. Schon seit dem 15. Jahrhundert schützt diese Schleuse das Hinterland vor den Gezeiten.  Als im Jahr 1920 sorgte ein Unfall für eine Überschwemmung. Ein Segelschiff blieb in der schleuse stecken. Als die Flut einsetzte, konnte das Schleusentor nicht geschlossen werden, was die Überschwemmung des Gebietes zur Folge hatte.

Die vielen Schleusen, Deiche und Schöpfwerke sorgen dafür, dass die Wilstermarsch vor Ebbe und Flut geschützt und somit trocken bleibt.

Auch die Wilsterau war einmal eine Wasserstraße. Der teilweise geradlinige Ausbau dieses kleinen Flusses ist ein Zeugnis davon. Etwa 100 Frachtschiffe sorgten früher für den Warentransport. Heute sind es ein Ausflugsschiff und einige Freizeitkapitäne.

Brockdorf

Brokdorf in Schleswig-Holstein ist vor allem dadurch in die Schlagzeilen geraten, dass gegen den Willen der Menschen an der nördlichen Elbe ein Kernkraftwerk gebaut wurde. Dieses soll noch bis 2021 in Betrieb sein und dann innerhalb von 40 Jahren abgerissen werden.

Dabei ist Brokdorf mehr als diese strahlende Fehlentscheidung. Mir tut es schon sehr leid, wie eine Landschaft ihren Wert durch die unsägliche Atomkraft verliert, wo sie so viel zu bieten hat. Nun passieren nur sehr selten Unfälle mit Kernkraftwerken und so sollte man sich Brockdorf einfach nicht entgehen lassen.

Brokdorf liegt an der Deutschen Fährstraße und an der Grünen Küstenstraße. Im Ort gibt es einen direkten Zugang zum Elbstrand. Ein Freizeitbad hat während der Sommermonate geöffnet. Über den Elbdeich führt auch der Elberadweg als Teil der North Sea Cycle Route entlang.

Der Ort hat gewachsene Strukturen, wie ein echtes Dorf eben hat. Nur einen teuren Störfall gibt es und den wird der Ort wohl nicht mehr los- die billige Atomkraft.

Schöpfmühle Honigfleht

In der langen Geschichte der Elbe wurde die Elbmarsch durch die Gezeiten überschwemmt. Die Ebbe ließ dann den wertvollen Schlick zurück. Ertragreicher Boden entstand und war ein Traum für Natur und Landwirtschaft. Doch zunächst galt es, das Land trocken zu legen und trocken zu halten.Immerhin liegt dieses Gebiet tiefer als der Meeresspiegel. Zu den Eindeichungen kamen Mühlen, die das Wasser aus den tieferen Bereichen abschöpften und in die Elbe transportierten. Diese Schöpfmühlen sorgen heute wie damals für den Ausgleich des Wasserstandes.

Heute funktionieren die Pumpen der Schöpfwerke elektrisch, doch früher waren sie windbetrieben. Die letzte windbetriebene Schöpfmühle steht in Honigfleth, diese Mühlen waren früher charakteristisch für das Marschland. Noch vor etwa 100 Jahren gab es etwa 350 Schöpfühlen dieser Art. Holländer brachten diese Technik hierher. Sie mussten ind en Wind gedreht und ständig beaufsichtigt werden. Die Mühle transportiere das Wasser in die Wettern, die höher gelegenen Kanälen. Mit einer Schnecke konnten so Höhen von mitunter über zwei Meter überwunden werden. An dem Prinzip der Technik hat sich bis heute nichts geändet, nur die Pumpen sind heute moderner.

Tiefste Landstelle Deutschlands

Niemand hatte sich Gedanken gemacht, wo denn die tiefste Lanstelle Deutschlands liegen könnte. Doch dann riefen die Ostfriesen die Bewohner der Wilstermarsch auf den Plan. Behaupteten die Ostfriesen, einen Ort mit 2,30 Meter unter dem Meersspiegel zu haben, erinnerten sich die Menschen in Neuendorf-Sachsenbande daran, dass da mehr geht. Sie ließen ihren tiefsten Punkt vermessen und führen  mit dem Maß 3,54 Meter unter dem Meersspiegel seitdem den Titel „Tiefste Landstelle Deutschlands“. Die umliegenden Deiche haben hier eine Höhe von acht Metern.

Freiburg

Die Flut bringt immer neue Ablagerungen mit sich, die die Häfen der kleinen Orte zunehmend versanden und verschlicken lassen. Freiburg nutzt die Gezeiten geschickt, um der Ebbe auf ihrem Weg zurück ins Meer einen Haufen dieses Materials mitzugeben. Bei Flut wird das hinter dem Hafen liegende Speicherbecken gefüllt, alle Tage wird bei Ebbe das Wehr geöffnet und das rauschende Wasser transportiert den abgelegten Schlick zurück an seinen Ursprungsort. So werden die teuren Ausbaggerungen des Hafens deutlich reduziert.

Freiburg war früher ein bedeutender Werftplatz. Hier entstanden die Ewer, Fischkutter und kleine Personenschiffe. Allesamt aus Holz waren sie und sie sind zum Teil noch heute im Einsatz. Eine dieser Werften  hat den Sprung in die Neuzeit geschafft, hier wird noch tradionell mit alten Werkzeugen und in Handarbeit in fünfter Generation Bootsbau betrieben. Heute werden kleine Boote vom Stapel gelassen, handgefertigt aus Holz.

Brunsbüttel

Eine der längsten Brücken in Deutschland führt die B5 bei Brunsbüttel über den Nord-Ostsee-Kanal. Mit einer Länge von 2831 m ist sie die längste Brücke des Kanals. Die besondere Herausforderung in Marsch und Gest ist der weiche und stark nachgebende Grund, was widerum die langen Rampen erforderlich machte. Würde man die Pfahlfundamente dieser Brücke aneinander reihen, käme man auf eine Länge von fast 21km.

Vor knapp 800 Jahren war Brunsbüttel nicht mehr als ein Ausgangspunkt für Seeräuber.

Sie hatten es auf die vollbeladenen Handelsschiffe abgesehen, die von und nach Hamburg an ihnen vorbeizogen. Mit der Zeit wandten sich die Dithmarscher jedoch zivilisierten Tätigkeiten zu und verdienten sich ihren Erwerb zunehmend mit der Fischerei, der Landwirtschaft und dem Handel.

Immer wieder hatten die Menschen hier mit schweren Sturmfluten zu kämpfen. Aus dem Holz ihrer verlassenen Häuser bauten sie im heutigen Brunsbüttel-Ort ihre neue Heimat, die jedoch durch eine schwere Sturmflut zu Weihnachten 1717 zerstört wurde. Deiche brachen und 173 Menschen fanden in den Fluten den Tod. Die Folge waren Armut und Entbehrung und noch heute erinnert die Braake als sichtbares Mahnmal an diese Tragödie.

Dies änderte sich mit der Entscheidung Kaiser Wilhelms, zwischen Brunsbüttel und Kiel eine Verbindung für die deutsche Kriegsflotte zu bauen. Seit dem 8.Dezember 1948 hat Brunsbüttel Stadtrechte.Durch seine Lage und Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal ist Brunsbüttel heute in Seefahrerkreisen weltbekannt.

Brunsbüttel liegt an der Nordsee. Die Nordsee unterliegt den Gezeiten und ist geprägt durch den ständigen Wechsel von Ebbe und Flut. So kommt der Schleusenanlage in Brunsbüttel eine besondere Bedeutung zu. Differiert der Wasserstand in Kiel zur Ostsee nur ca 20-30cm, so liegt der Wasserstand des Kanals zur Nordsee hin etwa 1,40m über dem mittleren Niedrigwasser und 1,40m unter dem mittleren Hochwasser der Elbe, deren Wasserstand durch die Nordsee gegeben ist.

Über 100 Jahre sind die Schleusen bereits in Betrieb. Defekte und Ausfälle häufen sich . So war es unumgänglich, dem Verkehrsaufkommen gerecht zu werden und endlich mit dem Bau einer dritten Schleusenkammer zu beginnen. Diese soll 2020 in Betrieb gehen.

Oste

Kurz vor der Mündung der Elbe in die Nordsee begegnet ihr der letzte ihrer Nebenflüsse, die Oste. Ein fast vergessener Fluss, ruhig und romantisch, doch in damaliger zeit von strategischer Bedeutung. Nebeneine vielfältigen Industrie waren es die Fischer der Oste, die Hamburg mit frischem Fisch versorgte.

Über die Oste erinnert eine Stahlkonstruktion an frühere Zeiten. Bei Hemmor führt eine von nur noch acht Schwebefähren weltweit über den Fluss. Ihr Erbauer war einst Schüler des Konstrukteurs des Eifelturms. Heute dient das Technikdenkmal dem Tourismus.

150 Kilometer is die Oste lang und bahnt sich ihren Weg zwischen der Elbe und der Weser. Dieser natürliche Fluss ist ab Bremervörde schiffbar. Hier beginnt auch die Deutsche Fährstraße auf ihrem Weg nach Kiel.

Befuhren früher bis zu 3000 Schiffe Jahr für Jahr die Oste, ist heute nur noch die Mocambo der Berufsschifffahrt zuzuordnen. Sie lief 11872 als Dampfschiff vom Stapel und  ist das älteste noch fahrende Passagierschiff Deutschlands. Mit diesem Schiff entdeckt man den Mündunsgberich ins Wattenmehr.

Otterndorf

Otterndorf ist heute ein Touristenmagnet. Der kleine  Hafen ist Anziehungspunkt für die Sportschiffer und der Elbdeich bietet einen traumfaten Blick auf das Wattenmeer. Im Dunst ziehen die Schiffe von der Elne hinaus in das weite Meer oder kommen aus allen Teilen der Erde auf den Weg in die Elbe hier entlang. Im Zentrum der kleinen historischen Stadt steht das Kranichhaus. Helle, farbenfrohe und großrämige Kirchen pägen die Orte. Reiche Menschen und Kapitäne haben aus Dankbarkeit oft das Inventar gespendet.

Otterndorf fasziniert mit seiner beschaulichne Betriebsamkeit, mit seinen wunderschönen weißen Fachwerkhäusern und dem typischen Klinker. Im Zentrum erinnert die Lateinschule daran, dass bereits im Mittelalter an dieser Schule unterrichtet wurde.

Die Unterlebe mit ihren fruchbaren Böden bildet den Abschluss dieses langen und spannenden Stromes. Das milde Seeklima im Zusammenspiel mit Ebbe und Flut haben die Region rechts und links der Unterelbe zu einem  bedeutenden Anbaugebiet für Kohl gemacht. Sauerkraut war seit jeher das ideale Reiselebensmittel, reichhaltig an Vitaminen und lange haltbar. So sorgte es der berüchtigten Mangelkrankheit Skorbut vor. Heute gibt es unter Seefahrern diese Krankheit nicht mehr, doch der Sauerkraut wird immer noch in Otterndorf in der Sauerkrautfabrik hergestellt. Statt in Fässern landet es heute in Dosen.

Nun ist die Elbe so breit, dass das gegenüberliegende Ufer kaum noch sichtbar ist. Leuchtfeuer weisen den Kapitänen den Weg in die Elbe. Die in die Welt fahrenden Schiffen entlässt die Elbe an diesem Ort. Mal ist es hier stürmisch und dramatisch, dann aber ist dieser Ort der stillste Ort der Welt.

Die Elbe ist vielfältig wie kaum ein anderer Strom und wehmütig blickt man zurück und möchte noch einmal…..

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