Stadt

Itzehoe

Itzehoe | © weites.land
Itzehoe | © weites.land

Itzehoe ist eine Stadt im Grünen. Sie liegt am Fluss Stör und ist umgeben von Wiesen und Wäldern. Der Flussverlauf wurde im Jahr 1974 an dieser Stelle gravierend verändert. Die ursprüngliche Flussschleife musste einer neuen Stadtplanung weichen. Dabei lässt sich vermuten, dass sich der Name der Stadt von „Weideland an der Flussbiegung“ ableitet.

Itzehoe ist ein wenig verrufen als hässliche Stadt. Diesen Eindruck kann man gewinnen, nimmt man die Umgehungsrouten in die Nachbarstädte. Aber man verpasst Wesentliches. Wir sind ausgeschert, haben den Weg ins Zentrum genommen, die Stadt an der Stör einmal anders entdeckt und sind restlos begeistert. Itzehoe hat Herz – ein richtig bezauberndes Herz.

Älteste Stadt

Itzehoe gehört zu den ältesten Städten Schleswig-Holsteins. Bereits im Jahr 1238 schuf Garf Adolf IV. am Fuße seiner Burg eine Siedlung. Sie war der Beginn der heutigen Stadt. Im Mittelalter war sie, begünstigt durch ihre Lage an der Stör, ein wichtiger Handelsplatz für Salz, Tuch und Getreide. Heute wird hier immer noch gehandelt – mit  der Fußgängerzone an der Westküste und einer großen Auswahl an Geschäften kommen viele Menschen zum Einkaufen und Bummeln genau hierher.

Wenn heute die Menschen aus Schweden kommen, freuen wir uns, wir fühlen uns oftmals freundschaftlich verbunden. Als sie aber während des Dreißigjährigen Krieges kamen, fanden die Itzehoer das gar nicht toll. Im Jahr 1657 überrannten sie diese Stadt und ließen kaum einen Stein auf dem anderen. Aber die Itzehoer ließen sich nicht unterkriegen und bauten ihre Heimat wieder auf.

 Prinzesshof / Kreismuseum

Ein Gebäude trotzte den Schweden, denn nur so kann man erklären, dass das älteste Haus der Stadt aus dem Jahr 1556 stammt. Der Prinzesshof war als Adelssitz gedacht und beherbergte zwischen 1810 und 1941 drei Prinzessinnen – die Äbtissinnen des Klosters Itzehoe.

Das Gebäude in der Kirchstraße ist heute Heimat des Kreismuseums Itzehoe und erzählt die Geschichte des Landkreises Steinburg. Ein Tabakladen oder ein Biedermeierzimmer, Gegenstände des Alltags, Werkzeuge aus dem Handwerk und Exponate aus der Industriegeschichte versetzen uns in die damalige Zeit.

Zu einem Prinzessinnenhaus gehört auch ein Garten. Dieser ist als Parkanlage erhalten geblieben und grenzt gleich an das Prinzessinnenhaus. Die drei Skulpturen der Prinzessinnen Louise, Marie und Juliane stehen für die Namensgeberinnen des Parkes. Im Prinzesshof befindet sich in dieser romantischen Umgebung ein liebliches Café mit frischem Kaffee und allerlei hausgemachten Kleinigkeiten. Es rundet auf besondere Art das Schweifen durch diesen Hof ab und inspiriert zu neuen Gedanken und Träumen.

St. Laurentii-Kirche

Die St. Laurentii-Kirche ist so eine richtige Steh-Auf-Kirche, vielleicht symbolisch für eine Auferstehungskirche? Zweimal wurde sie zerstört und zuletzt im Jahr 1716 – 1718 im barocken Stil wieder aufgebaut. Wer Zwiebeltürme bisher nur von Ansichtskarten aus Bayern kennt, komme gern nach Itzehoe. So etwas gibt es eben auch hier. Der etwa 80 Meter hohe Turm mit dem besagten Zwiebelturm will erklommen werden.

Wer die 252 Stufen (bitte nachzählen) auf sich nimmt, hat einen unvergesslichen Blick über die Stadt und die malerische Flusslandschaft. Aber auch ein Besuch im Inneren lohnt sich. Zum einen natürlich für einen Gottesdienst und für die innere Einkehr. Zum anderen stehen in der Gruft einige Erinnerungen an den irdischen Abschied als alte Sarkophage. Der barocke Altar aus der Werkstatt des Hamburger Holzschnitzers Hans Baxmann zeigt 24 Szenen der Bibel. Auch die Orgel ist einen Blick wert. Sie wurde vom berühmten Orgelbauer Arp Schnitger kreiert und ist in ihrer Originalfront erhalten geblieben.

Klosterhof

Gleich hinter der St. Laurentii-Kirche bietet ein kleiner, hübsch angelegter Park Raum, die Stadtseele ein wenig baumeln zu lassen. Ein paar lauschige Plätze, ein Teich, schattige Bäume und Bänke im Grünen laden zum Verweilen ein. Den Klosterhof gibt es bereits seit dem Mittelalter und dient heute als evangelisches Damenstift. Die Umgebung des Klosterhofes zählt mit ihren historischen Gebäuden zu den bevorzugten Wohngegenden der Stadt.

Alter Markt / Altes Rathaus

Viele historische Häuser umsäumen den schönsten Platz der Stadt, den Alten Markt. Er ist mit seiner Umgebung mehr als ein Fotomotiv wert, hier verweilt man einfach gerne. Eines der anliegenden Gebäude ist das Alte Rathaus aus dem Jahr 1695. Irgendwann wurde es den Ansprüchen nicht mehr gerecht, so stockte man es gegen Ende des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Stil auf. Heute ist hier das Standesamt untergebracht.

 Wenzel-Hablik-Museum

Im alten Kaufmannshof gleich nebenan widmet sich das Wenzel-Hablik-Museum dem Werk des gleichnamigen Malers, Grafikers und Innenarchitekten der jüngeren Zeit. Sein Genre war der Expressionismus. Wenzel Hablik, geboren 1881, verbrachte seine Zeit von 1907 bis zu seinem Tod 1934 in Itzehoe. Die Sammlung umfasst mehr als 200 Gemälde, Entwürfe der Architektur, kunsthandwerkliche Arbeiten und Möbelstücke. Die Sammlung des Wenzel-Hablik-Museums ist die umfangreichste aus dem Leben des Künstlers. Informationen gibt es unter wenzel-hablik museum

St. Jürgen-Kapelle

Im Mittelalter befand sich nahe der St. Jürgen-Kapelle ein Hospital, um Kranke und Aussätzige zu versorgen. Doch vernichtete ein verheerendes Feuer im 17. Jahrhundert das Gebäude. Erhalten blieb eben diese Kapelle aus dem Jahr 1661.

Grün und Blau

Itzehoe ist von vielen Wäldern, Wiesen und Auen umgeben, Flüsse und Bäche säumen die Wege. Ausgiebige Rad- und Wanderwege sind beschildert. Itzehoe selbst ist als fahrradfreundliche Stadt ausgezeichnet worden. Die berühmten Fernwege Mönchsweg und Ochsenweg führen durch Itzehoe. Diese haben wir ausführlich in je einem eigenen Artikel beschrieben. Informationen gibt es unter Mönchsweg / Ochsenweg. Itzehoe ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für das Entdecken des Flusses Stör. Die Stör mit ihren Nebenflüssen sind ein ausgezeichnetes Kanurevier. Wer also mit dem Kanu loslegt und dann den Tiedenwechsel durch die Gezeiten der Nordsee nutzt, hat eine ganz entspannte Rückfahrt. Informationen in unserem Beitrag unter Fluss Stör.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.