Winter an der Flensburger Förde / Ostsee: Am Leuchtturm Falshöft

Der Winter ist da. Mit allem was geht: Sturm, eisiger Kälte und Schnee. In der Nacht gab es Strumflut an der Ostsee. Noch am Tag danach peitschen die Wellen über den breiten Strand Der Wind bläst unerbittlich in unser Gesicht. Kaum eine Chance, die Kamera ruhig zu halten. Doch heute sind wir wieder hier- an einem unserer Lieblingsorte: am Leuchtturm Falshöft.

Wenn die Begriffe Winter und Norddeutschland in Zusammenhang fallen, sorgt das durchaus für ein mitleidiges Lächeln. Ab südlich des Wiehengebirges. Schneechaos und gesperrte Straßen, fest gefahrene Räumfahrzeuge, das erntet wenig Verständnis im Süden, in dem man dem eigenen Empfinden nach den Umgang mit Winter und Schnee in die Wiege und in den Führerschein hinein gelegt bekam.

Nun haben wir wieder Winter. Mit allen Kapriolen. Dabei liegt doch kaum Schnee, hört man den genigten Südländer sagen. Aber genau das ist das tückische. Die große Herausforderung. Denn Winter an der Ostsee bedeutet vor allem Wind und Sturm.

Zwei Tage haben wir uns Zeit genommen. Zu warten. Um die wenigen Kilometer an die Ostsee zu fahren. Zwei Tage, an denen es nicht mehr schneit. In dieser Zeit den Kindern einen Hügel in den Garten gebaut. Ski und Rodel gut auf Norddeutsch. Die Felder vom Schnee sind leergefegt und die Straßen von den teils meterhohen Schneeverwehungen befreit. Wir können los. 

Das Auto hinter dem Deich gelassen. Eh es durch die Gischt des Meeres vereist. Und so eine Chance gehabt, die Türen des Bulli gegen den Wind aufzudrücken.

Von weit sehen wir die Schaumkronen der aufgewühlten Ostsee. Hier ab Falshöft gen Süden ist sie offen. Dagegen die Flensburger Förde wie eine Bucht geschützt. 

Tosend rauschen die Wogen gegen die Küste.  Ein Stück nehmen sie wieder mit. Was bleibt, vereist. Und so wächst eine Schicht, mit jeder Welle. Bis der Eispanzer so schwer ist, dass er dem Meer nachgibt. Und mitnimmt, was er umschlossen hat.

Ostwind bedeutet Kälte, bedeutet Hochwasser. Hier an der Ostsee. Das Binnenmeer läuft auf. Wird voll. Überspült die Häfen. Und bringt Stege zum Bersten. Abgebaut werden sie vorsorglich im Herbst. Denn man kennt das Spiel vom Ostwind, vom Hochwasser. Vom Eis. Schön ist es. Und faszinierend.

Winter an der Ostsee – ein Glück

Dankbar können wir sein. Für den Winter. Für den Sturm. Für Eis und Flut. Bald wird das Wasser wieder ablaufen. Spätestens bei der Sturmflut an der Nordsee. Wir an der Ostsee können uns dann im Sommer freuen, über das frische Wasser, was uns der Winter gebracht hat. Und so lieben wir den Wind. Gleich aus welcher Richtung. Fahren jetzt wieder nach Hause und genießen einen heißen Kakao.

 

*** Die Ostsee ist stark belastet durch Sauerstoffarmut und Schadstoffe. Da sie kein offenes Meer ist, hat sie einen geringen Wasseraustausch. Durch die abwechselnden Sturmfluten an Nord- und Ostsee kommt frisches Wasser in die Ostsee und nimmt das alte Wasser wieder mit. Nur so bekommt die Ostsee frischen Sauerstoff und die Tiere im Meer eine bessere Chance, mit dem Müll und den Giften in der Ostsee umzugehen.

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