Weltwassertag

Weltwassertag | Wie lange braucht Plastik…

© Umweltbundesamt
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Thalasso steht für die Heilkraft der Meere, für die Einheit von Körper, Geist und Seele mit dem Meer und jeder, der einmal an der Nord- oder Ostsee war, weiß, wie herrlich es ist, im Meer zu baden oder sich bei Wellengang dem Wind und Sturm entgegen zu stellen. Jeder, der es einmal erlebt hat, weiß, wie der Fisch aus diesen Gewässern schmeckt, oder die Algen. Und er weiß, wie schön es ist, wenn das Salz auf der Haut klebt und diese sich so richtig rein und erfrischt fühlt. Jeder, der einmal an diesem Meeren war, weiß, was es heißt, einmal richtig durchzuatmen.

Ohne Meer gibt es für uns kein Leben, das sollten wir wissen und endlich anfangen, so wertschätzend mit dem Element, welches nicht ansatzweise so erforscht ist wie der Mond, umzugehen. Vielleicht schaffen wir es, das Meer zu lieben.

Denn vielleicht erst dann fällt uns das auf, was das Meer krank macht und, wenn wir nicht sofort handeln, ganz persönlich handeln, sogar tötet. Und damit auch uns krank macht. Und auch tötet. Der meiste Müll käme nicht von uns, so habe ich oft Kommentare gehört oder gelesen. Dabei möge man sich einfach bewusst machen, wie oft jeder von uns den gelben Sack vor die Tür stellt, den Beutel für den Hundekot in der Landschaft liegen lässt,  beim Bäcker oder Fast Food den Einwegbecher mitnimmt, die Reste der Sylvesterknaller hinter sich lässt und die elenden Plastikflaschen aus welchen Ausreden auch immer den Mehrwegflaschen vorzieht.

Ach, da bleibt ja noch das schwere Auto mit diesen geilen breiten Reifen. Aber auch die nutzen sich ab. Diesen Abrieb kann man nicht auffegen und einsammeln, dieser Abrieb geht mit dem nächsten Regen in die Kanalisation, damit in den nächsten See oder Fluss, der dann letztlich in die Nord- oder Ostsee landet und seinen letzten Platz irgendwo in den Weltmeeren findet. Oder viel früher zu uns zurück kommt, in die Tiefkühltruhe mit dem leckeren Fisch auf unseren Teller in unseren Magen, in unseren Körper. der dann Zellen entwickelt, diese kleinsten Plastikteile wieder abzustoßen und wuchern, bis wir qualvoll daran sterben.

Welchen Anteil welcher Verursacher an der Vermüllung unserer Meere hat, ist nicht bewiesen und gar nicht so leicht zu ermitteln. Aber jeder von uns hat seinen erheblichen Anteil an diesem Müll.

Denn in jeder Minute landet der Inhalt eines Müllwagens im Meer. 60 Müllwagenladungen in einer Stunde, 1440 Müllwagenladungen an einem Tag. Das entspricht jährlich einer Menge von gigantischen mehr als acht Millionen Tonnen Plastik. Man stelle sich also vor, wir würden mittlerweile 140 Millionen Opel Corsa im Meer versenkt haben. 

Den Fischern und Tauchern fallen weit draußen im Meer oft Plastiktüten und PETFlaschen auf. Aber auch Angelschnüre. Fischernetze, Autobatterien, Eimer, Kanister…. Was sie nicht sehen können und was trotzdem im Meer enthalten ist, sind Fasern von Kleidung oder unserer Kosmetika.

Aber was kann ich selbst tun im Kleinen?

  • Wir füllen unser Obst nicht mehr in Tüten ab, sondern legen es lose auf die Kassenwaage.
  • Wir haben einen Thermobecher gekauft und lassen uns darin unterwegs den Kaffee zum Mitnehmen abfüllen
  • Wir fahren die kleinstmögliche und trotzdem oder gerade deswegen sichere Bereifung und verzichten auf abnutzende hohe Geschwindigkeiten
  • Wir nehmen keine Plastiktüten
  • Wir kaufen unseren Käse an der Theke (ist nicht teurer)
  • Wir nehmen bei Milch Glasflaschen oder Tetra-Packs ohne Kunststoffverschluss
  • Wir berücksichtigen bei Körperpflegeprodukte die Liste über Mikroplastikprodukte des BUND.
  • Wir vermeiden Blisterverpackungen und bevorzugen Kartonverpackungen
  • Wir kaufen auch im Outdoorbereich wieder mehr Textilien aus natürlichen Materialien und nutzen elektronische Artikel bis an ihr tatsächliches Lebensende.
  • Wir verzichten beim Kinderspielzeug auf elektronische Artikel.

Mit diesen wenigen und einfachen Punkten haben wir es geschafft, unsere Plastikflut in kurzer Zeit um 50 Prozent zu minimieren. Aber wir wollen noch mehr und bleiben dran. Denn wir lieben unser Zuhause. Wir lieben unser Meer.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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