„Unsere Obstwiese“ in Jardelund – entlang der Grenzroute Deutschland-Dänemark

„Unsere Obstwiese“ in Jardelund ist wohl der berührendste Ausflugsort und Rastplatz in Schleswig-Holstein und liegt auf der deutsch-dänischen Grenzroute.

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„Unsere Obstwiese“ in Jardelund – der schönste Rastplatz in Schleswig-Holstein

Nun sind wir oft und ausgiebig im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Dänemark unterwegs, entdecken die zum Teil halbherzig gepflegten Rad- und Wanderrouten, versuchen die Umgebung zu fotografieren und zu beschreiben. So gelangen wir aktuell auch von der Grenzstraße aus ins nahe Jardelund.

Gleich vor dem Ortseingang von Jardelund erwartet uns auf der östlichen Seite die große, mit Obstbäumen und zahlreichen romantischen Sitzgelegenheiten gestaltete „Unsere Obstwiese“. Ja, sie lädt uns ausdrücklich ein und die Schilder am Bretterzaun mit seinem kleinen offen stehenden Holztor bitten uns auf dänisch und deutsch, das  frischgemähte und liebevoll gepflegte Grundstück doch zu betreten.

Fast ungläubig machen wir es auch, wundern uns, dass es in solch kleiner Gemeinde wie Jardelund einen so aufwendig hergerichtete Oase wie „Unsere Obstwiese“ zum Halten, zum Innehalten  zu geben scheint. Die Blüten schießen aus den zahlreichen Obstbäumen, die kleinen Sitzgelegenheiten funktionieren wie riesige Hollywoodschaukeln. Auf den Tischen stehen kleine Laternen mit Teelichtern.

 

In den Körben auf den Tischen soll sich manchmal ein wenig Proviant für uns Reisende befinden. Auf kleinen Zetteln  vermittelt Familie Maaßen, wie sehr sie sich über eine Postkarte freuen würde, adressiert an die eigene Adresse „Unsere Obstwiese, 24994 Jardelund“.

Ein ganz persönliches Geschenk von Familie Maaßen aus Jardelund

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Der Kleinunternehmer ist es auch, der auf seiner Koppel zusammen mit seiner Familie diese Perle „Unsere Obstwiese“ im deutsch-dänischen Grenzgebiet geschaffen hat. Grund dazu ist allerdings ein sehr trauriger: im Jahr 2004 verunglückte sein Bruder auf einer Motorradtour in Norwegen tödlich. Peter Maaßen bat um Spenden anstelle der Kränze und Blumen und schuf mithilfe des Geldes diesen kleinen Garten Eden. Er habe einen schönen Erfolg in seinem Leben gehabt, nun sei Zeit, den Menschen etwas zurück zu geben.

Heute sind wir hier auf „unserer Obstwiese“, unser angeleinter Hund döst neben uns, während wir uns in der Ruhe wiegen und unsere beiden Kinder ungestört über die Wiese toben. Den Kuchen und eine Kanne Tee haben wir uns mitgebracht. Die Vögel zwitschern und es summt wohlig in der farbigen Blütenpracht der Bäume. Wir fühlen uns ein wenig wie in einer Wolke, sind hier gefangen und wollen gar nicht mehr weg.

Aber der Gedanken treibt uns, wie wir Familie Maßen etwas zurück geben können. Dass wir ihnen eine Karte aus unserem nächsten Urlaub senden, ist die kleinste Selbstverständlichkeit. Aber vielleicht bringen wir bei unserem nächsten Besuch einfach auch mal Proviant für die anderen mit. Oder helfen einfach mal einen Tag im Jahr, unsere Obstwiese zu pflegen. Oder engagieren uns einfach in irgendeiner Form in der eigenen Gemeinde.

 

Während unsere Gedanken kreisen, kommen Radfahrer entlang des deutsch-dänischen Nord-Ostsee-Radweges und machen hier Rast. Rast auf „unserer Obstwiese“

Berührt verlassen wir zwei Stunden später unsere Obstwiese und sagen leise: „Danke“.

 

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