Weltwassertag

Thalasso (θάλασσα thálassa) – Das Meer

Thalasso (θάλασσα thálassa) kommt aus dem altgriechischen und heißt übersetzt nichts anderes als „Meer“. Es waren schon die alten Griechen und Römer und sogar Kleopatra, die um den Wert des Meeres wussten und das Meer als Gesundbrunnen schätzten.

Bereits um 1750 setzte sich der englische Arzt Richard Russel in seiner Doktorarbeit zur Heilung von Infektionskrankheiten mithilfe des Meeres auseinander. Und so nahm die Entwicklung in der Meeresheilkunde ihren Lauf.

Es war der französische Arzt La Bonnardière, der die Thalasso-Therapie vor etwa 150 Jahren, im Jahr 1867, begründete. Bereits 1899 entstand das erste Thalasso-Institut. Die Idee dahinter war, Rheuma- und Gelenkerkrankungen behandeln zu können. Aber wie hat man Thalasso entdeckt? Indem man auf das Meer und auf die Menschen des Meeres geschaut und von ihnen gelernt hat.

Nicht nur deen Medizinern der damaligen Zeit fiel auf, dass es unter ihren Patienten keine Fischer oder Seefahrer gab. Also musste ihre Ressistenz gegen solche Krankheiten doch irgend etwas mit dem Meer zu tun haben. Und so war man sich einig, dass es die Mineralien des Meeres sein müssen, die solchen Krankheiten vorbeugen. Also müsste man mit dem Meereswasser oder seinen Inhaltsstoffen doch zumindest Leiden lindern oder vielleicht sogar heilen können.

Mit zunehmender Forschung bemerkte man, dass unsere Meere so etwas wie ein Allheilmittel und schlicht und ergreifend unsere Lebensquelle sind. Und so widmete sich die Meeresheilkunde neben Infektions- und Gelenkerkrankungen zunehmend auch den Atemwegserkrankungen und der Immmunstärkung.

Mit den Therapien kam neben der Behandlung von Krankheiten nun auch die Gesundheitsvorsorge. Das war die weitere Erkenntnis, die, wie gesagt, schon den Römern und Griechen im Mittelalter bewusst war. Denn wer nicht krank wurde, blieb also durch den intensiven Kontakt zum Meer gesunder und offenbar unanfälliger.

Im 19. Jahrhundert erlebte die Thalasso-Therapie ihren Höhenflug und fand im zweiten Weltkrieg, in dessen Schatten nur noch das nackte Überleben zählte, ein jähes Ende.

Nach dem zweiten Weltkrieg kamen neue Medikamente auf den Markt, deren Anwendung nun die herkömmlichen und natürlichen Therapiewege augenscheinlich überflüssig machten. Das kam gerade recht, waren doch die Kur- und Therapieeinrichtungen sehr aufwendig und teuer.

Doch dieser vermeintliche Fortschritt ist in vielen Gesichtspunkten ein Rückschritt uns so besann man sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts an den unerschöpflichen Wert des Meeres. Es entstanden neue Thalasso-Zentren, vornehmlich in Frankreich und Marokko mit geschätzten 600.000 Anwendern. Auch an der deutschen Nord- und Ostsee besann man sich  dieses Schatzes und gründete neue Zentren. Das größte seiner Art befindet sich seit 2005 auf Norderney.

Da es keinen gesetzlichen Schutz für „Thalasso“ gibt, kann eigentlich jeder diesen Begriff für was auch immer benutzen. Um aber der Besonderheit in Bezug auf die Heilwirkung des Meeres gerecht zu werden, hat der Verband Deutscher Thalasso-Zentren folgende verbindliche Mindeststandards für seine Mitglieder beschlossen, um den Patienten eine echte Thalasso-Therapie garantieren zu können. Diese lauten

  • Die Einrichtung darf nicht weiter als 300 Meter entfernt vom Meer sein
  • Es darf nur mit frischem und unbehandeltem Meerwasser behandelt werden
  • Es muss mindestens ein Meerwasserbecken und eine entsprechende Anzhall an Behandlungsräumen vorhanden sein, um jedem Patienten täglich mindestens drei Anwendungen bieten zu können
  • Der Einrichtung muss mindestens einen Badearzt, Masseur, Sportlehrer und Therapeuten zur Verfügung stehen
  • Es findet eine ständige Kontrolle in Bezug auch Hygiene und Sicherheit statt
  • Es werden über die Meeresheilangebote weitere gesundheitsfördernde Aktivitäten angeboten

Vor allem die Nordsee bietet ein hervorragendes Meeresklima, entsprechend findet sich die Mehrzahl der Thalasso-Zentren an deren Küsten. Unterscheiden muss man zwischen der medizinischen Anwendung und dem Erholungsprogramm in Form von Wellness.

In den medizinischen Thalasso-Heilbehandlungen kommen folgende Krankheitsbilder zum Tragen:

  • Chronische Verstopfung
  • Durchblutungsstörungen
  • Erschöpfungszustände
  • Morbus Crohn
  • Rheuma
  • Rückenschmerzen
  • Neurodermitis und Schuppenflechte
  • Streß (ohne Blthochdruck)

Aber auch ohne eine Thalasso-Anwendung ist jeder Besuch des Meeres ein erholsamer und wohltuender Ausflug. Wie besonders alleine schon die Meeresluft an der Nordsee wirkt, bemerkt man durch eine recht schnell einsetzende schwere und entspannte Müdigkeit in den ersten Tagen nach Ankunft. Dabei ist die Luft gesättigter, je kälter sie ist. 

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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