Seen

Ruppersdorfer See – Seen in Schleswig-Holstein

Ruppersdorfer See – Seen in Schleswig-Holstein | © weites.land
Ruppersdorfer See – Seen in Schleswig-Holstein | © weites.land

Fahren wir die Autobahn A1 von Scharbeutz aus in den Süden, dann bietet sich uns in Höhe der Gemeinde Ratekau ein impressionistisches Bild. Ob es aus dieser Perspektive einmal Maler inspiriert hat, diese Szene festzuhalten? Alles andere wäre mir unverständlich.

Ein See breitet sich in einer moorigen Landschaft aus, am gegenüberliegenden Ufer, eingewachsen in viel grünes Strauch- und Baumwerk, eine märchenhaft anmutende Feldsteinkirche mit rundem Turm. Es ist wie ein Bild aus einem Märchen, wie ein Schaufenster in eine Zeit vor 200 Jahren. Und gefühlt gleich neben der Autobahn dieser See. Still wirkt er und still ruht er.

Ruppersdorfer See – Seen in Schleswig-Holstein | © weites.land

Ruppersdorfer See – Seen in Schleswig-Holstein | © weites.land

Viel zu oft sind wir hier entlanggefahren, einfach vorbei. Doch mit jeder Autofahrt wuchs der Wunsch, nach Ratekau abzubiegen und genau diesen See und die Gemeinde zu entdecken. An den See kommt man schneller, von der Autobahn ab geht es rechts entlang der Gleise bis zu einem Sperrschild. Von hier aus spazieren wir mit Hund und Kind eine kleine Privatstraße, die wohl zu dem abgelegensten Haus Ratekaus führt.

Auf einmal sind wir da, am See und Naturschutzgebiet „Ruppersdorfer See.“  Weil sich nicht jeder diesen Namen merken kann, ist er auch inoffiziell als Ratekauer See ein Begriff.

Fast wäre der See in Vergessenheit geraten, denn er war bereits verschwunden. Die Menschen wollten ihn nicht, kaum verständlich. Wie so oft standen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, der See, bis zum 19. Jahrhundert mit einer Fläche von 45 Hektar, wurde trockengelegt. In den vorigen Jahrhunderten war er allerdings zunehmend vermoort und verlandet. So sollte die gewonnene Fläche als Weideland dienen.

Doch in Ratekau erinnerte man sich an diesen See. Zusammen mit dem Land Schleswig-Holstein und naturnahen Verbänden wurden die Flächen in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts aufgekauft. Ab dem Jahr 1989 begann man, den See wieder aufzustauen, 1992 erreichte er seine heutige Größe. Hilfreich war sicherlich, dass der See selbst begann, sich aufzustauen, da genau zu dieser Zeit das Schöpfwerk (Pumpwerk zur Entwässerung) ausfiel. Das beschleunigte das Vorhaben, ohne auf die Genehmigungen warten zu müssen.

Im See befindet sich eine Insel und darauf gibt es die Reste einer Burg. Diese mittelalterliche Burg in Form einer Motte oder auch Turmhügelburg wurde wohl  im 12. oder 13. Jahrhundert errichtet, noch heute gibt es hier den Turmhügel mit einer Größe von 55 x 30 Meter mit Resten der damaligen Gräben.
Die Rekonstruktion einer solchen Burg haben wir beschrieben unter turmhügelmuseum lütjenburg.

Der See ist Teil des gleichnamigen Naturschutzgebietes, als Badesee kann er nicht genutzt werden. Dazu bietet der nahe gelegene Hemmelsdorfer See schönere Möglichkeiten.

  • Fläche:   22,6 ha
  • Höhe über NN:   — m 
  • Umfang:  2,42 km 
  • max.Tiefe:  2,00 m
  • mittlere Tiefe:  1,50 m 
  • Länge: — m 
  • Breite:   — m
  • Zufluss: keiner
  • Abfluss: über die Aalbek in den Hemmelsdorfer See
  • Anliegende Orte: Ratekau

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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