Dänemark

Rinkenæs

Gendarmstien zwischen Dalsgard und Alnor | © weites.land
Gendarmstien zwischen Dalsgaard und Alnor | © weites.land
Auf dem Weg von Flensburg nach Gråsten kommt man an einer dieser typisch weißen dänischen Kirchen vorbei, herrlich gelegen auf einer Anhöhe oberhalb der Flensburger Förde. Eine weite, hügelige Landschaft formt die Umgebung. Hier liegt so ein richtig dänisches Dorf- kein außergewöhnliches, aber aufgeräumtes und gepflegtes, in dem man sich auf Anhieb wohlfühlen kann.

Dänemark ist kein Freilichtmuseum, hier wird genauso gelebt und gearbeitet wie in Deutschland. Nur, dass die Dänen das glücklichste Volk der Erde sein sollen. Und vielleicht drückt sich dies in den Ortschaften ja auch einmal mehr aus. Immer wieder stellen wir bei unseren vielen Dänemark-Besuchen fest, dass es eigentlich kein ungepflegtes, verwahrlostes oder häßliches Dorf gibt in diesem Land. Die vielen Mohnblumen an den Feldrändern sind genauso selbstverständlich  wie der minimale Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft. Die Kirchen sind oft weiß gestrichen und drücken damit deutlich die frohe Botschaft des Neuen Testamentes aus. Dänemark hat in vielen Ortschaften lange vor uns die digitalen Geschwindigkeitstafeln aufgestellt, genauso sind die Straßen deutlich mehr mit Kleinwagen als den aggressiven und übermotorisierten SUV ausgesetzt. Die Ortsein- und Ausgänge werden durch weiß gestrichene Holzwände optisch verengt, um die Geschwindigkeiten zu drosseln, ebenso selbstverständlich sind die zahlreichen Bodenwellen. Wer hier zu dicht auffährt und zu schnell fährt, hat in den meisten Fällen ein deutsches Kennzeichen. Sehr beschämend.

Sicherlich passt diese Beschreibung auf sehr viele Orte Dänemarks, aber Rinkenæs mit seinen etwa 2.500 Einwohnern ist ein gutes Beispiel für ein solches. Zur Gemeinde selbst gehören die Ortschaften Alnor, Naldmadebro (Nalmabrück) und Trappen, sowie die kleinen Siedlungen Sandacker und Dalsgaard. Während man man gefühlt die Ortschaften eher als Vororte Gråstens annehmen würde, liegen die Siedlungen unten an der Flensburger Förde, recht versteckt hinter den weitläufigen, welligen landwirtschaftlichen Feldern. Die schmalen Wege dorthin enden in Sackgassen oder kleinsten Parkplätzen.

Gendarmstien zwischen Dalsgard und Alnor | © weites.land

Gendarmstien zwischen Dalsgard und Alnor | © weites.land

Durch Alnor, Sandacker und Dalsgaard führt ein wunderschöner Abschnitt des Gendarmstiens, auf denen die Grenzgendarmen zwischen 1920 und 1958 patrolliert haben. 

Eien Zeit gehört in der wechselvollen Geschichte der Grenzregion Ringenæs zu Preußen, nachdem Preußen den Krieg mit Dänemark 1864 gewonnen hat. Doch im Rahmen der demokratischen Volksabstimmung wurde die Grenze im Jahr 1920 neu gezogen. Zuvor hatte sich eine überwältigende Mehrheit der Ortsbewohner für einen Verbleib in Dänemark ausgesprochen.

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