Die Ölmühle von Jürgensby – als die Wind- und Wassermühlen in Flensburg überflüssig wurden

Im Johannisviertel von Flensburg entdecken wir das glücklicherweise erhaltene Gebäude der alten Ölmühle von Jürgensby. Sie gehörte einst zur Palmölfabrik Jürgensen und Krog und ist Symbol für die Industrialisierung in Flensburg und damit mit verantwortlich für das weitgehende Verschwinden der Wind- und Wassermühlen in Flensburg.

Flensburg war einst Mühlenstadt. Es gab den Großen Mühlenteich zwischen Bahnhof und Deutschem Haus. An deren Ufer lagen einige Wassermühlen. An den Hängen drehten sich die Windmühlen. Die Mühlen hatten unterschiedliche Aufgaben. Mal sorgten sie für die Verarbeitung von Getreide oder Reis. Mal trieben sie die Werkzeuge einer Fabrik an. Dann gab es auch Ölmühlen, die das Öl aus den Früchten quetschten.

Die Ölmühle in der Wilhelmstraße in Flensburg wurde als Palmölfabrik Jürgensen & Krog im Jahr 1872 gegründet. Flensburg hatte über Jahrhunderte Erfahrung mit dem Überseehandel. So gab es auch keine Gründe, die gegen das Anlanden von Reis oder Palmöl sprachen. Wurden Ölmühlen bisher zumTeil durch Pferde bewegt, hatte eine Dampfmaschine die Leistung von sechs Pferden. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel die Umgebung um die Ölmühle in der Wilhelmstraße in Flensburg zusehends. Die nach Abbrucharbeiten entstandenen Brachflächen wurden zu großen unansehnlichen wilden Parkplätzen. Ab 2011 wurde das Gebiet um die Ölmühle der einstigen Palmölfabrik saniert. An der Ölmühle selbst wurden alle angebauten Nebengebäude abgerissen. Die Ölmühle sollte eigentlich weiterhin Öl produzieren. Sie wurde dann aber in attraktive Büroflächen umgewidmet und bildet heute das Herz der neuen Straße „An der Ölmühle“.

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