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Nord-Ostsee-Kanal – Flüsse und Kanäle in Schleswig-Holstein

Nord-Ostsee-Kanal – Flüsse und Kanäle in Schleswig-Holstein

Der Nord-Ostsee-Kanal gehört zu den Flüssen und Kanälen in Schleswig-Holstein und ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. International auch als Kiel-Canal bekannt begann er seine Laufbahn als Kaiser-Wilhelm-Kanal.

Der Nord-Ostsee-Kanal ist weit mehr als nur die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Er ist ein Fluss mit einer spannenden Geschichte, mit ursprünglicher Natur, mit traditionsreichen Orten und modernen Städten, mit spannenden historischen Bauwerken und stillen und romantischen Refugien.

Dieser Nord-Ostsee-Kanal hat Schleswig-Holstein verändert und in seiner Vielfalt bereichert. Hier entstehen die modernsten Lokomotiven und liegen die schönsten Obstplantagen. Hier finden sich die ältesten Güter und die größten Schleusen der Welt. Kaum anders sind Gegensätze so vereint – aber darum geht es ja auch beim Nord-Ostsee-Kanal – er will verbinden. Nicht nur die Nordsee mit der Ostsee.

Nord-Ostsee-Kanal

Nord-Ostsee-Kanal, Kiel-Canal, Flüsse und Kanäle in Schleswig-Holstein

Die Geschichte des Nord-Ostsee-Kanal

Bereits 1784 eröffnete der dänische König Christian die erste künstliche Wasserstraße zwischen Nord- und Ostsee, die einen Weitertransport auf dem Wasserwege ermöglichte. Dabei handelte es sich um den Eiderkanal mit seinen sechs Schleusen, der in Holtenau begann und sich bis nach Rendsburg zog. Dort mündete er in die Eider, welche wiederum in die Nordsee bei Tönning führte.

Der Einzug der Dampfschifffahrt beendete den Rang dieser Verbindung, da die Schleusung für solche Schiffe zu umständlich war. Strategische Gedankenspiele brachten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Reichskanzler Otto von Bismarck zu der Überlegung, Ostsee und Nordsee mit einem leistungsfähigen Kanal zu verbinden. Die in Kiel und Wilhelmshaven stationierte Marine sollte durch diesen Kanal schneller reagieren können.

Am 3. Juni 1887 wurde der Grundstein für dieses Projekt gelegt. 9.000 Arbeiter bewegten 80 Mio. Kubikmeter Erdreich und bauten je eine Doppelschleuse in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau, ferner zwei Hochbrücken, sechs bewegliche Brücken und 16 Fähren. Mit für damalige Verhältnisse modernsten Mitteln wurde der Kanal in nur acht Jahren fertiggestellt. Aus heutiger Sicht fast unvorstellbar, wurde der Kostenrahmen eingehalten. Am 20. und 21. Juni 1895 eröffnete Kaiser Wilhelm II. den Kanal und taufte ihn auf den Namen „Kaiser-Wilhelm-Kanal“. Doch setzte sich der Name „Nord-Ostsee-Kanal“ durch oder im internationalen Gebrauch die Bezeichnung „Kiel-Canal“. 13 Stunden dauerte eine Passage durch ihn, doch die rasante Entwicklung der Schifffahrt machte eine Erweiterung nur wenige Jahre nach Eröffnung unausweichlich.

2.000 Menschen sorgten dafür, dass der Kanal auf 103 Meter verbreitert und auf 11 Meter vertieft wurde. Zeitgleich entstanden damals die größten Schleusen der Welt. Auch aktuell wird der Nord-Ostsee-Kanal wieder ausgebaut und damit zukunftsfähig gemacht.

  Gewässerdaten 

  • Baujahr: 1887 – 1895  
  • Eröffnung: 21. Juni 1895
  • Höhe über NN:  0,00 m  
  • Tiefe:   11,00 m (mittlere Tiefe) max. 13,00 m 
  • Länge: 98,6 km 
  • Breite:  bis zu 90,00 m (Breite der Sohle), bis zu 162 m (Gesamtbreite)
  • Anzahl der Brücken: 10
  • Durchfahrthöhe der Brücken: 42,00 m
  • Zufluss: Nordsee
  • Abfluss: Ostsee
  • Anliegende Städte: Brunsbüttel, Rendsburg, Kiel
  • Klasse: nicht klassifiziert
  • Beginn: Brunsbüttel Schleuse
  • Ende: Kiel Schleuse
  • Kilometrierung: 0 km 0,18 (Schleuse Brunsbüttel) – km 98,6 (Schleuse Kiel-Holtenau)

Schleusen in Brunsbüttel und Kiel

Schleusen sollen Schiffen ermöglichen, unterschiedliche Wasserstände zu überwinden. Allerdings kostet jede Schleusung Zeit und Geld. So gab es zu Beginn des Kanalbaues Überlegungen, auf Schleusen zu verzichten. Doch geht man von unterschiedlichen Wasserständen in Nord- und Ostsee aus, welche zum einen durch Windverhältnisse stark variieren, zum anderen aber durch die Gezeiten vor allem in der Nordsee entstehen, so wäre es zu Strömungen gekommen, die das Steuern der Schiffe in diesem engen Fahrwasser unkalkulierbar gemacht und zudem die Böschungen konstant destabilisiert hätten.

So entschied man sich von Beginn an für den Bau von Schleusen am Anfang und Ende des Kanals. Allerdings arbeitete man in Kiel anfangs mit offenen Schleusen und nahm Wasserstandsunterschiede von bis zu 50 Zentimetern in Kauf. Nur bei Hochwasser wurden dann die Tore geschlossen. Doch mit der ersten Erweiterung des Kanals in den Jahren 1914 – 1918 wurde dieser Zustand geändert. Der Unterschied zwischen dem Wasserstand in der Kieler Förde und dem Kanal beträgt im Mittel 40 Zentimeter.

Für den Betrieb der Schleusen zeichnen die Schleusenmeister verantwortlich. Sie müssen die Schiffsbewegungen vorausschauend planen, um Wartezeiten so gering wie möglich zu halten. Ein Schleusungsvorgang dauert etwa 25 Minuten. Während dieser Zeit kann Schiffsbedarf an Bord genommen werden. Doch darf der Ladevorgang niemals länger dauern als der Schleusungsvorgang selbst.

Alte Schleusen

Zur Eröffnung des Kanals standen in Brunsbüttel und Kiel je zwei Schleusenkammern zur Verfügung, die heute als „kleine Schleusen“ bezeichnet werden. Sie entstanden südlich der Schleuseninsel.

  Schleusendaten Alte Schleuse

  • 2 Kammern
  • Bauzeit 1887 – 1895
  • Nutzlänge 125 m
  • Nutzbreite 22 m
  • Drempeltiefe 9,80 m (NHN) – Holtenau
  • je Kammer 2 Ebbe- und 2 Fluttore
  • Füllung durch 2 Seitenkanäle mit je 12 Stichkanälen
  • Schleusungszeit ca. 15 bis 30 Minuten

Neue Schleusen

Bereits 1914 wurden die Schleusen an beiden Standorten durch jeweils zwei zusätzliche, größere Schleusenkammern erweitert. Sie werden heute als „große Schleusen“ bezeichnet.

  Schleusendaten Neue Schleuse

  • 2 Kammern
  • Bauzeit 1911 – 1914
  • Nutzlänge 310 m
  • Nutzbreite 42 m
  • Drempeltiefe 14,00 m (NHN) – Holtenau
  • Schleusungszeit im Mittel 20 bis 25 Minuten – bei Niveauausgleich (Kanal und Ostsee gleicher Wasserstand) 3 bis 15 Minuten

Besichtigung Schleuse Kiel-Holtenau

Die Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals zählen zu den größten Schleusenanlagen der Welt. Da über den Nord-Ostsee-Kanal auch der Weltverkehr fließt, gehören all seine Einrichtungen zu einem internationalen Sicherheitsbereich. Auf der Südseite des Kanals, im Stadtteil Kiel-Wik, befindet sich eine Schleusenaussichtsplattform, die von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang besucht werden kann. Diese liegt über einem Schleusentor auf einem Schleusenbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Verschiedene Infotafeln und Modelle erklären das Geschehen um den Kanal. Ein barrierefreier Zugang ist durch einen Aufzug gewährleistet. Hier ist das Relief des Kaisers von der Levensauer Brücke integriert. Zwischen der Nord- und Südseite des Kanals, ganz in Schleusennähe, verkehrt die kostenlose Personenfähre Adler I.

Brunsbüttel

Brunsbüttel, Nord-Ostsee-Kanal, Flüsse und Seen in Schleswig-Holstein

Brunsbüttel – Beginn des Nord-Ostsee-Kanal

Brunsbüttel ist auf der ganzen Welt bekannt. Es gibt keinen Kapitän der sieben Weltmeere, dem diese kleine Stadt zwischen Elbe und Nord-Ostsee-Kanal nicht geläufig wäre.

Nur uns Schleswig-Holsteinern ist das nicht immer ganz so bewusst. Dabei ist die Stadt einen Bummel und  eine Entdeckunsgtour wirklich wert. Das Kernkraftwerk wird abgewickelt und in die Schleusen wird endlich investiert.

Das sind die beiden Schlagzeilen, die in Deutschland durch die Medien laufen. Zeit, sich mit der Stadt und mit ihrer spannenden und schönen Seite zu beschäftigen. Brunsbüttel ist die zweitgrößte Stadt der Region Dithmarschen  und liegt an der Elbe und am südlichen Beginn des Nord-Ostsee-Kanals.

Die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt machte aus dem kleinen Hafenstädtchen eine wichtige Industrie- und Hafenstadt. Große Firmen haben sich hier angesiedelt und viele Arbeitsplätze geschaffen.

Immer mehr gewinnt Brunsbüttel auch an touristischer Bedeutung, vieles wird unternommen, um den Gästen aus nah und fern einen tollen und unvergesslichen Aufenthalt zu bieten.

Eine der längsten Brücken in Deutschland führt die B5 bei Brunsbüttel über den Nord-Ostsee-Kanal. Mit einer Länge von 2831 m ist sie die längste Brücke des Kanals. Die besondere Herausforderung in Marsch und Geest ist der weiche und stark nachgebende Grund, was wiederum die langen Rampen erforderlich machte. Würde man die Pfahlfundamente dieser Brücke aneinanderreihen, käme man auf eine Länge von fast 21 km.

Vor knapp 800 Jahren war Brunsbüttel nicht mehr als ein Ausgangspunkt für Seeräuber. Sie hatten es auf die vollbeladenen Handelsschiffe abgesehen, die von und nach Hamburg an ihnen vorbeizogen. Mit der Zeit wandten sich die Dithmarscher jedoch zivilisierten Tätigkeiten zu und verdienten sich ihren Erwerb zunehmend mit der Fischerei, der Landwirtschaft und dem Handel. Immer wieder hatten die Menschen hier mit schweren Sturmfluten zu kämpfen. Aus dem Holz ihrer verlassenen Häuser bauten sie im heutigen Brunsbüttel-Ort ihre neue Heimat, die jedoch durch eine schwere Sturmflut zu Weihnachten 1717 zerstört wurde. Deiche brachen und 173 Menschen fanden in den Fluten den Tod. Die Folge waren Armut und Entbehrung und noch heute erinnert die Braake als sichtbares Mahnmal an diese Tragödie.

Dies änderte sich mit der Entscheidung Kaiser Wilhelms, zwischen Brunsbüttel und Kiel eine Verbindung für die deutsche Kriegsflotte zu bauen. Seit dem 8. Dezember 1948 hat Brunsbüttel Stadtrechte. Durch seine Lage und Einfahrt in den Nord-Ostsee-Kanal ist Brunsbüttel heute in Seefahrerkreisen weltbekannt. Brunsbüttel liegt an der Nordsee. Die Nordsee unterliegt den Gezeiten und ist geprägt durch den ständigen Wechsel von Ebbe und Flut. So kommt der Schleusenanlage in Brunsbüttel eine besondere Bedeutung zu. Differiert der Wasserstand in Kiel zur Ostsee nur ca 20–30 cm, so liegt der Wasserstand des Kanals zur Nordsee hin etwa 1,40 m über dem mittleren Niedrigwasser und 1,40m unter dem mittleren Hochwasser der Elbe, deren Wasserstand durch die Nordsee gegeben ist.

Brunsbüttel – Die Geschichte

Vor etwa 800 Jahren waren die Seeräuber in Brunsbüttel zu Hause. Handelsschiffe, die vollbeladen Hamburg ansteuerten oder gerade von dort kamen, waren die bevorzugte Beute. Aber die Dithmarscher wurden mit der Zeit auch friedfertiger und widmeten sich verstärkt der Fischerei, dem Handel und der Landwirtschaft. Denn sie hatten sich vertraglich verpflichtet, der Seeräuberei nicht mehr beizuwohnen. Die Nähe zur Nordsee war nicht immer so romantisch, wie wir es heute gerne haben. Schwere Sturmfluten brachen über Land und Stadt herein und hinterließen viel Leid und Zerstörung.

Eine dieser Katastrophen ereignete sich Weihnachten 1717, als in der Folge einer solchen Sturmflut die Deiche brachen und 173 Menschen ertranken. Aus dem Holz der daraufhin verlassenen Siedlung bauten die Menschen im heutigen Brunsbüttel-Ort ihre neue Heimat. Heute erinnert die Braake an diese Tragödie. Hatten die Menschen Erfahrung mit Armut und Entbehrung, änderte sich dies durch die Entscheidung Kaiser Wilhelms, zwischen Kiel und Brunsbüttel den Kanal zu bauen. Für Brunsbüttel begann eine neue Zeitrechnung. Am 08. Dezember 1948 wurden Brunsbüttel Stadtrechte übertragen.

Kudensee

Kudensee, Fähren Nord-Ostsee-Kanal, Flüsse und Kanäle Schleswig-Holstein

Kudensee am Nord-Ostsee-Kanal

Wie an vielen Punkten des Nord-Ostsee-Kanals hat auch hier der Kanalbau für tiefgreifende Veränderungen gesorgt. Früher war die Burger Au, ein über 8000 Jahre altes Fließgewässer, ein wichtiger Handelsweg.

Von hier aus gelangten die Burger Schiffer über die Flüsse Stör und Wilster in die Elbe bis nach Hamburg. Heute werden hier von April bis September gestakte Kahnfahrten in originalen Spreewaldkähnen mit Kaffee und Kuchen angeboten. Das ist einzigartig in Schleswig-Holstein.

Die Au ist auch ein bevorzugtes Kanurevier. Uth dem Kudensee wurde erstmals 1454 urkundlich erwähnt.

Namensgeber für den Ort Kudensee war der gleichnamige Flachwassersee mit seinem angrenzenden Moor. Hier wurde früher Torf abgebaut und mit dem Kudenseer Kahn, einem neun Meter langen Lastkahn mit einer Kapazität von 7000 Soden zur Elbe transportiert.

Seit 1935 ist die tiefste Landstelle Deutschlands als Teil der Wilstermarsch Naturschutzgebiet und Rückzug für zahlreiche Vogelarten. Vielleicht treffen sich die weltreisenden Vögel und Schiffe ja irgendwo auf der Welt wieder und freuen sich auf ihre Rückkehr nach Kudensee.

Burg

Nord-Ostsee-Kanal, Kiel-Canal, Flüsse und Kanäle in Schleswig-Holstein

Burg am Nord-Ostsee-Kanal

Warum heißt ein Ort wie dieser Burg? Die Geschichte dazu reicht bis etwa 800 nach Christus zurück, als die Gegend von Burg zu Nordelbien gehörte.

Die Angst war groß vor den Überfällen der Wikinger, Franken und Slawen. So entschloss man sich für einen Ringwall aus Erde, auf dessen Krone man eine Palisade setzte. Diese für die damalige Zeit moderne Wehranlage lag inmitten eines Buchenwaldes. Buchen nannte man in der Zeit Bökeln, so bekam diese Anlage, welche die Gebäude für die Soldaten und Bewohner umgab, den Namen Bökelnburg. Ein Modell dieser Anlage befindet sich im Schloss Gottorf in Schleswig.

Heute ist Burg staatlich anerkannter Luftkurort und trägt seinem Bezug zur Natur mit dem Park, dem Baumgarten, Rechnung, in dem seltene Baum- und Pflanzenarten gezeigt werden.

Mitten im Park sorgt eine Freilichtbühne mit ihrem Angebot an Konzerten und Aufführungen für spannende Unterhaltung. Für das Schlechtwetterprogramm, aber auch für regionale Messen und Ausstellungen steht die Bökelnburghalle offen. Ach ja, Burg hat was mit Wald, in allen Facetten. Da darf natürlich auch ein beheiztes Waldschwimmbad mit seiner 80 Meter langen Rutsche, seinen Sprungtürmen und Kleinkinderbecken nicht fehlen.

Burger Waldmuseum

Dieser Ort sticht ein wenig heraus. Hier begegnen sich Marsch und Geest, zwei unterschiedliche Landschaftsformen mit unterschiedlichen Höhen. So hat sich die Gemeinde Burg für ihr stärkstes Gut engagiert, was sie hat – die Natur. Und dass Natur alles andere als lediglich grün und langweilig ist, beweist die kreative Gemeinde mit ihrem vielfältigen Naturerlebnisraum.

Schleswig-Holstein hat einen der geringsten Waldbestände der Republik, gehört aber wiederum zu den Bundesländern mit den besten Waldprojekten. Das Waldmuseum hier in Burg ist einer der Beweise dafür. Zum einen bietet hier der 21 Meter hohe Aussichtsturm auf dem 65 Meter hohen Wulffsboom einen grandiosen Panoramablick in die Weite des darunterliegenden flachen Landes, über Dithmarschen bis hin zur Elbmündung. Zum anderen steht ein großer, voll ausgestatteter Seminarraum für Unterricht und Seminare zur Verfügung.

Erlebbar wird das Ganze aber in der freien Natur. Auf 28 Hektar Waldfläche finden sich die unterschiedlichsten Biotope wie Quellgewässer, Teiche und Seen, aber auch Heide, Streuobstwiesen oder Moränenhänge. Verschiedene Bewirtschaftungsformen des Waldes werden gezeigt. Wie vielfältig allein eine Hecke sein kann, zeigt eine 70 Meter lange Strauchhecke mit ihren mehr als 30 Straucharten. Etliche Hinweistafeln und Sitzgelegenheiten machen einen Aufenthalt kurzweilig. Ein kreativer Waldspielplatz mit spannenden Spielgeräten zeigt einmal mehr die Vielfalt der Burger Natur.

Burger Museum

Ich bin immer wieder fasziniert, wie sich Menschen mit ihren Freunden oder Vereinen sozial und kulturell für ihr kleines Dorf engagieren. Ein Beispiel ist das kleine Museum im Ortskern, in der Großen Mühlenstraße 6 in Burg. Hier zeigt sich lebendig die Geschichte einer kleinen Landapotheke und das Leben der Handwerker und Gewerbetreibenden der letzten beiden Jahrhunderte.

Öffnungszeiten: 1.Mai bis 31.Oktober: Freitag, Samstag, Sonntag und Dienstag jeweils von 14:30 Uhr bis 16:30 Uhr. Von Ostersonntag bis Ende April nur sonntags. Burger Museum Große Mühlenstraße 6 25712 Burg (Dithm.)

Burger Museum: Tel. 04825-902200 info@burger-museum.de

Hochdonn

Hochdonn, Gemeinden Schleswig-Holstein, Nord-Ostsee-Kanal

Hochdonn

Weithin sichtbares Wahrzeichen des Ortes Hochdonn ist die gleichnamige zweigleisige Eisenbahnbrücke. T

äglich rollen in einer Höhe von 42 m über 75 Eisenbahnzüge. Auf einer Länge von 2218 m verbindet die 15.000 Tonnen schwere Stahlfachwerkskonstruktion die Marsch mit der Geest. Sie gehört zu den drei ältesten Brücken des Kanals und wurde 1915–1919 im Zuge der ersten Kanalerweiterung gebaut.

Die Brücke Hochdonn ist Teil der Marschbahn und verbindet beispielsweise Hamburg mit Westerland auf Sylt. Durch die erforderliche Rampe werden die Züge oftmals mit zwei Lokomotiven bespannt. Im Ort Hochdonn befindet sich Klein Westerland als die einzige Badestelle an dieser internationalen Schifffahrtsstraße.

Die Wasserqualität in der feinsandigen Bucht wird regelmäßig überprüft. Im Ort selbst befindet sich die Holländer Mühle Aurora aus dem Jahr 1855. Mittlerweile ist sie zu einer Wohnmühle umgebaut.

Hohenhörn

Hohenhörn, A23, Nord-Ostsee-Kanal

Hohenhörn

Schleswig-Holstein ist ein recht flaches Land. So bieten sich entlang des Nord-Ostsee-Kanals wunderbare Orte als Aussichtspunkte. Dazu gehört auch die Hochbrücke Hohenhörn, die an der Westküste die höchste Erhebung bildet.

Direkt unterhalb der Autobahnbrücke hat man einen herrlichen Blick über den Kanalverlauf und die weite, flache Landschaft. Nahe der Brücke, in Schafstedt, entdeckt man eine der Kanalfähren, an deren Nordseite sich das Kanal 33 befindet, eine Pension mit traumhaftem Biergarten und Café und einem ungestörten Blick auf die großen und kleinen Schiffe des Nord-Ostsee-Kanals.

Grünentaler Hochrücke

Hochdonn, Gemeinden Schleswig-Holstein, Nord-Ostsee-Kanal

Grünentaler Hochbrücke

Die Grünentaler Hochbrücke besteht in ihrer jetzigen Form seit 1986. Die ursprüngliche Brücke von 1892 war zu klein geworden, da sich Eisenbahn und Autoverkehr die Spuren teilten und es so zu langen Wartezeiten kam.

Auch die Durchfahrtsgröße für die Schiffe entsprach nicht mehr den Ansprüchen der heutigen Zeit. Heute überquert man an dieser Stelle den Kanal auf der Landstraße 316 über eine imposante 405 Meter lange Stahlfachwerkskonstruktion. Neben ihr sind noch Reste der alten Brücke zu sehen. Auf der Nordseite bietet die Aussichtsplattform einen weiten Blick über den Kanal.

Sie wurde errichtet unter Verwendung der Granit- und Klinkersteine der alten Brücke. Auch ein 25 Tonnen schweres Steinrelief mit Kaiseradler ist erhalten geblieben.

Fischerhütte

Kettenfähre Fischerhütte, Kodak Portra 160, Leica M Summilux 1.4 50 asph., mare.photo

Fischerhütte am Nord-Ostsee-Kanal

Am 21. Februar 1990 hatte die noch einzig verbliebene Kettenfähre des Kanals ihren letzten Arbeitstag. 40 Jahre lang verband sie, von einer Kette geführt, die beiden Kanalseiten, lag dann noch zwei Jahre am Ufer, bevor sie als Technik-Denkmal an Land kam. Im Jahr 1950 wurde sie in Rendsburg bei der Saatsee Werft Rendsburg unter der Bezeichnung SF 80 auf Kiel gelegt.

Bei einer Länge von 23,5 Metern und einer Breite von 9 Metern hatte sie einen Tiefgang von 90 Zentimetern. Auf der Südseite des Kanals blickt sie nun zurück an ihren alten Arbeitsplatz, von einem erhabenen Sockel aus. Und wer den Kanal mit den Augen dieser alten Dame sehen mag, ist bei ihr herzlich willkommen. Gut zu sehen ist der Kettenantrieb durch einen Glaseinsatz im Boden der Fähre. Ein gemütliches Gartencafé gleich nebenan lädt zum Verweilen ein.

Oldenbüttel

Nord-Ostsee-Kanal, Fähre Oldenbüttel, Flüsse und Kanäle Schleswig-Holstein | © mare.photo

Oldenbüttel am Nord-Ostsee-Kanal

Nahe dem Fähranleger Oldenbüttel liegt der gleichnamige Ort. Seit 1937 verbindet hier der Gieselaukanal die Eider mit dem Nord-Ostsee-Kanal. Über eine Schleuse werden die unterschiedlichen Wasserstände ausgeglichen; bis zu 65 m lange und 9 m breite Schiffe können den nach dem Flüsschen Gieselau benannten Kanal passieren. Eine in holländischem Stil erbaute Klappbrücke führt den Straßenverkehr über die Schleuse.

Breiholz

Nord-Ostsee-Kanal, Fähre Oldenbüttel, Flüsse und Kanäle Schleswig-Holstein | © mare.photo

Breiholz am Nord-Ostsee-Kanal

Eine der schönsten Autostrecken führt nördlich am Kanal entlang von Rendsburg nach Breiholz. Eine besondere Lichtstimmung bietet der Kanal in den Morgen- und Abendstunden. In den Sommermonaten trifft sich hier die Kreuzfahrergemeinde der ganzen Welt inmitten einer grandiosen Natur zwischen Eider und dem Nord-Ostsee-Kanal. Es lohnt sich, das Auto an einer der vielen Parkmöglichkeiten abzustellen und die Route zu Fuß oder mit dem Rad zu erkunden.

Ein echter Geheimtipp für Romantiker ist ein Spaziergang vom südlichen Fähranleger Breiholz nach Westen. Ob man gleich nahe der Fähre parkt oder mit dem Auto den kleinen Weg rechts abbiegt und bis zu dem Restaurant Ahoi fährt und dort seinen Wagen abstellt, ist nur eine Sache der Kondition. Diese Strecke hat zu allen Tageszeiten ihren Reiz. Gelegentlich laufe ich die Strecke mit dem Hund früh morgens, wenn der Nebel über dem Wasser schwebt und sich die ersten Sonnenstrahlen brechen oder am Abend im Sonnenuntergang.

Hier breitet sich der Kanal so weit aus, dass man sich gefühlt an einem See befindet. Es legt sich eine besondere Ruhe über das Wasser, wenn die Schiffe den Kanal passiert haben und die Zeit vergeht, ehe weitere Schiffe fast lautlos am Horizont auftauchen. Mir begegnen des öfteren Menschen, die gerade an diesem Ort Raum für ihre Kreativität finden – sei es, wenn ein Sänger seine Stimme trainiert oder wenn eine Malerin die Stimmung auf Leinwand bannt – diese besondere Stimmung hat, wie kaum an anderer Stelle, etwas Meditatives. Wie weit ich gehe, hängt von meiner Zeit und Kondition ab.

Zum einen kann ich diese Strecke wirklich empfehlen, zum anderen muss ich sagen, wenn Sie einmal erleben möchten, wie Kuchen schmecken kann, dann führt kein Weg an dem Restaurant-Café Ahoi vorbei. Die selbstgemachten Köstlichkeiten sind über die Region hinaus ein echter Tipp. Möchte man den Kanal mit all seinen Facetten erleben, lohnt es sich, hier ein bis zwei Tage zu übernachten, sich kulinarisch zu fairen Preisen verwöhnen zu lassen und den Kanal in all seinen Stimmungen zu erleben. Weitere Informationen gibt es unter www.ahoi-hotel.de

Lostenstation Rüsterbergen

Nord-Ostsee-Kanal, Fähre Oldenbüttel, Flüsse und Kanäle Schleswig-Holstein | © mare.photo

Lotsenstation Rüsterbergen

Etwa auf der Mitte des Kanals, bei Kilometer 55, liegt die mittlere Lotsenstation Rüsterbergen. Man kann sich der Faszination dieses Schauspiels nicht entziehen, wenn die Männer mit den kleinen und wendigen Lotsenversetzboten bei voller Fahrt an die jeweiligen Schiffe anlegen, ihre Lotsen absetzen oder abholen und dann wieder beidrehen und zurück zur Station kommen. Bei großen Schiffen muss die Strickleiter erklommen werden.

Dabei ist es egal, wie frostig, stürmisch, regnerisch oder heiß es ist. In der ersten Betriebszeit des Nord-Ostsee-Kanals hatte etwa jedes 20. Schiff eine Havarie. Oft drifteten die Schiffe in die Kanalböschung und kamen nicht mehr frei. Um den Kanal sicherer zu machen, wurden ab 1900 Kanalsteurer eingesetzt, eine Berufsgruppe, die es in Deutschland nur am Nord-Ostsee-Kanal gibt. Für Schiffe auf dem Kanal ist der Einsatz eines Kanallotsen ab einer Schiffslänge von etwa 100 Metern Pflicht. Bei besonders großen Schiffen mit einer Breite ab 17 Metern müssen sogar zwei Kanalsteurer, also ehemalige nautische Offiziere oder Kapitäne, das Ruder übernehmen.

Oft werden die Kanalsteurer mit den Lotsen verwechselt, doch, während Kanalsteurer aktiv das Ruder der Schiffe bedienen und für Fehler haften, haben Lotsen eine für den Kapitän des Schiffes beratende Funktion. Der Begriff Lotse stammt aus dem Englischen und steht für Geleitsmann. Mit speziellen Booten, die auch mit der internationalen Aufschrift PILOT versehen sind, besteigen sie während der Fahrt die Schiffe.

Nübbel

altes Feuerwehrhaus Nübbel

Nübbel am Nord-Ostsee-Kanal

Wenn es hier einmal eine Rubrik „Die schönsten Dörfer in Schleswig-Holstein“ gibt, dann ist dieser Ort dabei. Er liegt sowohl an der Eider wie auch am parallel verlaufenden Nord-Ostsee-Kanal. Nicht ohne Grund ist er Teil der empfohlenen Fahrradroute des Kanals. Ein echtes Dorf mit gewachsenen Strukturen, restaurierte reetgedeckte Gebäude, eine gut erhaltene Mühle, ein bezauberndes altes Spritzenhaus und eine Ruhe, wie sie nur in abseits gelegenen Orten zu finden ist.

Wir parken neben dem alten Spritzenhaus, in dem heute ein kleines Schmiedemuseum untergebracht ist, und machen einen Spaziergang durch das Dorf mit seinen 1540 Einwohnern. Auf dem Rückweg gehen wir an dem ehemaligen Feuerwehrhäuschen vorbei, direkt zur Eider. Hier kann man gut am Ufer sitzen, die Thermoskanne und den Kuchen auspacken. Oder sich das Kanu nehmen und es hier zu Wasser lassen. Wir passieren heute die Fußgängerbrücke, die über die Eider führt und rechts und links einen weiten Blick auf den Flussverlauf bietet. Schon bald sind wir an der alten Lotsenstation angekommen und könnten von hier aus den Nord-Ostsee-Kanal in Richtung Breiholz oder Rendsburg gehen.

Rendsburg

Nord-Ostsee-Kanal, Kiel-Canal, Flüsse und Kanäle in Schleswig-Holstein

Rendsburg am Nord-Ostsee-Kanal

In Rendsburg verbinden sich Schleswig und Holstein. Bereits im Jahr 1150 wurde eine Siedlung unter dem Festungsnamen „Reinoldsburch“ gegründet. Es ist kaum vorstellbar, welch bewegenden und dramatischen Ereignisse sich seitdem auch aus internationaler Perspektive hier in Rendsburg abspielten. 1845 eröffnete die Rendsburg-Neumünstersche Eisenbahngesellschaft ihre Verbindung Rendsburg-Neumünster. Rendsburg wurde 1848 das Zentrum des Bürgerkrieges gegen Dänemark.

Rendsburger Hochbrücke

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Rendsburger Hochbrücke | © weites.land

1895 wurde der Nord-Ostsee-Kanal eröffnet, zunächst wurde der Eisenbahnverkehr über Drehbrücken gewährleistet, was aber zu großen Staus auf dem Kanal führte. So löste 1913 nach zweijähriger Bauzeit die heute weithin sichtbare Rendsburger Hochbrücke die Eisenbahndrehbrücke ab, über eine beidseitig des Kanals verlaufende Rampe werden 42 Höhenmeter überwunden. Sie war 99 Jahre lang die längste Eisenbahnbrücke in Deutschland. Als Wahrzeichen der Stadt Rendsburg gilt die Brücke heute als eines der bedeutensten Technikdenkmäler in Deutschland.

Dabei war die Skepsis in der Bürgerschaft gegenüber dieser Konstruktion groß. Angst lag in der Luft vor einem riesigen Stahlgerüst und einem Monstrum, welches das Stadtbild stören würde. Der Magistrat von Rendsburg konnte einen Vorteil für die Stadt nicht erkennen. Auch bereitete der Geschäftswelt die Verteuerung der Frachttarife Sorge, die sich durch die aufwendige Schleifenführung ergeben und zu Umsatzeinbußen für die Rendsburger und Büdelsdorfer Unternehmer führen würde. Doch durch das Einlenken der Kanal- und Bahnverwaltung wurden Kompromisse in der Konstruktion der Schleife gefunden und die Tarife verträglich gestaltet.

Der Bahndamm auf der nördlichen Kanalseite zwischen Obereiderbecken und Bahnhof wurde um 4,50 Meter erhöht und über eine elipsenförmige Schleife auf Brückenniveau gebracht. Auf der Südseite des Kanals musste der Bahnhof in Osterrönfeld mit seiner gesamten Streckenführung verlegt werden. 350 Arbeiter waren nun angetreten, 17.740 Tonnen Stahl und 3,2 Millionen Nieten zu einer Brücke zu formen. Sieben Arbeiter starben während der Brückenmontage.

Am 1. Oktober 1913 wurde die Brücke dem Verkehr übergeben. 1995 folgte die Elektrifizierung, zunächst nur auf einem der beiden Gleise. Doch im Zuge einer elfjährigen Komplettsanierung und Verstärkung ist sie nun wieder zweigleisig passierbar. Die komplette Brückenkonstruktion einschließlich der Rampen hat eine Länge von 7,5 Kilometern. Die eigentliche Stahlkonstruktion ist für sich bereits 2,486 Kilometer lang. Dabei misst die Hauptbrücke bei einer lichten Höhe von 42 Metern eine Länge von 317 Metern. Die beiden Stützen nördlich und südlich des Kanals liegen 140 Meter auseinander. In den beiden Bahndämmen befinden sich auf beiden Seiten je zwei Viadukte, die seit 2014 ebenfalls unter Denkmalschutz stehen. Auf der Südseite befindet sich auf Brückenniveau eine Aussichtsplattform, die im Rahmen einer Brückenführung besichtigt werden kann.

Rendsburger Schwebefähre

Eine weitere Besonderheit ist die Schwebefähre, von denen es weltweit nur noch acht dieses Typs gibt. Sie hängt an der Rendsburger Hochbrücke und verbindet Osterrönfeld mit Rendsburg. Auf der zweiminütigen Überfahrt können bis zu vier Fahrzeuge oder ca. 60 Personen befördert werden. Seit ihrer Eröffnung am 2. Dezember 2013 fährt sie viertelstündlich von 5.00 bis 23.00 Uhr, im Winter bis 22.00 Uhr. Die 45 Tonnen schwere Fähre hängt mit 12 Seilen an einem Wagen mit acht Rädern, von denen jedes zweite mit einem Elektromotor angetrieben wird. Jedes Jahr legt sie etwa 6000 Kilometer zurück. Ein schwarzer Tag für die Schwebefähre.

Rensburger Schwebefähre nach Unfall

Rendsburger Schwebefähre nach Unfall | © weites.land

Es ist Freitag, der 08. Januar 2016. Die Uhr zeigt halb sieben in der Frühe. Die Schwebefähre macht sich auf den Weg zum Südufer nach Osterrönfeld. Da kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Die Fähre  startet trotz nahendem Schiff, sie rammt das Deckhaus des Frachters Evert Prahm, dreht sich und schwankt. Dabei reißen zwei Seile und der Wagen, der die Fähre an der Brücke hält, springt aus den Schienen. In diesem Moment fährt ein Zug über die Brücke. Auf der Fähre werden der Maschinist schwer und der einzige Passagier an Bord, ein Polzist auf dem Heimweg, leicht verletzt. Die Feuerwehr fährt mit der Kanalfähre Memel zum Einsatzort und birgt die Verletzten. Der Kanal wird für neun Stunden voll gesperrt. Die Fähre wird mühsam an Land gezogen. Nun hoffen viele Menschen der Region, dass diese 100 Jahre alte Lady doch noch gerettet werden und irgendwann wieder zuverlässig fahren kann. Auf der nächsten Fahrt an diesem Tag wäre die Fähre mit Schulkindern voll besetzt gewesen.

Kanaltunnel für Fahrzeuge

Elende Staus waren das, wenn die vielen Schiffe den Kanal passierten und die Drehbrücke zur Seite geschwenkt war. Das bedeutete Stillstand für den gesamten Fahrzeugverkehr vor den Toren einer Stadt und aus ihr heraus. Um dem immer stärker werdenden Verkehr gerecht zu werden, musste eine konstante Verbindung her, denn auch Fähren würden den Ansturm nicht bewältigen können. So begannen die Bauarbeiten am 23. November 1957, am 25. Juli 1961 wurde der Tunnel dem Verkehr übergeben. Die Mitte des Tunnels liegt 20 Meter unter dem Wasserspiegel. Das Tunnelmittelstück mit einer Länge von 140 Metern wurde an der Südseite des Kanals in einer Grube gefertigt. Quer durch den Kanal entstand eine Rinne zu dessen Aufnahme. Am 17. März 1959 nahm ein Schwimmkran dieses Teil an den Haken und senkte es in die ausgebaggerte Rinne. Für diese Aktion war der Kanal für die Schifffahrt 70 Stunden gesperrt und wurde am 20. März um 3.00 Uhr wieder freigegeben. Seit August 2011 wird dieser Tunnel grundsaniert. Nun haben wir bald Mitte 2016 und die Hälfte der Arbeiten ist fast geschafft.

Kanaltunnel für Fußgänger

Fussgängertunnel Nord-Ostsee-Kanal

Fussgängertunnel Nord-Ostsee-Kanal | © weites.land

Dort, wo einst Drehbrücken die Rendsburger Kreisbahn, Autos und Menschen über den Kanal brachten, entstand in unmittelbarer Nähe zwischen 1962 und 1964 der Fußgängertunnel. Neben zwei Aufzügen überbrücken vier Rolltreppen mit einer Länge von jeweils 55,19 m einen Höhenunterschied von 28 m. Sie gehören damit zu den längsten Rolltreppen Europas. Die eigentliche Tunnelröhre ist 131 m lang.

Die längste Bank Europas

Kennen sie die längste Holzbank Deutschlands? Die Bayern behaupten, sie hätte diese auf ihrem Panoramaweg im Altmühltal. Kennen sie die längste Bank in Europa? Nein, es ist nicht die in Nordbayern, auch wenn für unsere Freunde am anderen Ende der Republik ihr Bundesland auch ihre Welt ist. Sie sollten mal nach Schleswig-Holstein kommen, an den Nord-Ostsee-Kanal. In der Tat – hier steht die längste Holzbank unseres Kontinents.

Wofür das gut ist, weiß ich nicht, aber es unterstreicht einmal mehr, dass es in Schleswig-Holstein Dinge gibt, die wirklich einzigartig sind und, wie diese Bank eindrucksvoll zeigt, auch von praktischem Nutzen. Wenn ein Tourist aus Bayern sich aufmacht, unsere Bank zu vermessen, ob sie auch wirklich länger ist als ihre Bank mit 40 Metern, sollte er Kondition mitbringen und 288 Zollstöcke à zwei Meter Länge. Ja, in der Tat haben hier schon 1594 Kinder gleichzeitig auf der 575,75 Meter langen Holzbank gesessen. Wer sich also auf die lange Bank schieben will, hat die Chance durch einen Besuch im schönen Rendsburg, sich in die Kanaluferstraße zu begeben und direkt am Kanal Platz zu nehmen. Ich bin fest davon überzeugt – diese Bank hat Wachstumspotential zu einer echten Weltbank.

Büdelsdorf

Nord-Ostsee-Kanal, Fähre Oldenbüttel, Flüsse und Kanäle Schleswig-Holstein | © mare.photo

Büdelsdorf am Nord-Ostsee-Kanal

Als vor etwa 5000 Jahren die weltberühmten Pyramiden in Ägypten entstanden, lebten im heutigen Büdelsdorf die Trichterbechermenschen. Sie sind benannt nach der zu der damaligen Zeit verbreiteten Trinkgefäßform. Ihren täglichen Bedarf deckten sie durch Jagd und Fischfang.

Auch Ackerbau und Viehzucht ist ihnen nachzuweisen. Die Bestattungen fanden in Megalith- oder Großsteingräbern statt. Eine dieser Grabstätten befindet sich sichtbar an der Borgstedter Landstraße. 1777 begann man mit dem Bau des Eiderkanal.

Zu seiner Zeit war er der größte Kanal und verband zusammen mit der Eider Nord- und Ostsee.

Damals hatten die Schiffe aber noch keine Motoren, so wurden sie von einem parallell laufenden Landweg mit Pferden getreidelt. So spricht man auch von Treidelwegen. Das Treideln besorgten Büdelsdorfer Fuhrleute. Man vermutete ein Vorkommen an Raseneisenerz, so gründete Marcus Hartwig Holler im Jahr 1827 in Büdelsdorf eine Eisenhütte, die nach seinem Förderer, dem königlichen Statthalter Carl von Hessen, benannt und als „Carlshütte“ bekannt wurde.

Die Fertigstellung des Nord-Ostsee-Kanal sorgte für günstige Transportbedingungen. Zu Hochzeiten beschäftige die „Carlshütte“ unter dem Inhaber Ahlmann in den 80er Jahren ca 3000 Menschen. 1997 wurde der Industriebetrieb stillgelegt und von Hans-Julius Ahlmann übernommen. Heute ist die Carlshütte international bekannt und bietet als Industriedenkmal eine Plattform für eine der größten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa.

Entmagnetisierungsanlage

Nord-Ostsee-Kanal, Fähre Oldenbüttel, Flüsse und Kanäle Schleswig-Holstein | © mare.photo

Entmagnetisierungsanlage am Nord-Ostsee-Kanal

Weithin sichtbar für Autofahrer auf der A7 in Richtung Dänemark, die über die Rader Hochbrücke fahren oder für Spaziergänger am Südufer des Kanals ist eine riesige Konstruktion, die aussieht, als sei sie eine unvollendete Industriehalle. Dabei handelt es sich hier, in Lehmbek, um eine hochsensible, militärische Einrichtung, einer Entmagnetisierungsanlage. Auf einem streng geschützten Gelände wird hier die magnetische Abstrahlung von Schiffen geprüft und eingestellt.

Doch wofür ist das wichtig? Da in Krisengebieten, aber auch in der durch den zweiten Weltkrieg mit Munition verseuchten Ost- und Nordsee, Gefahr von Torpedos und Seeminen mit magnetischem Zündmechanismus ausgeht, hilft der Einsatz dieser Anlage, dieses Risiko stark zu verringern. Durch die Entmagnetisierung werden Schiffe und U-Boote innerhalb des Magnetfeldes der Waffen keine Veränderung desselbigen verursachen und demnach auch nicht erkannt.

Nur eine lange und geschwungene Straße führt zu dieser Anlage. Dass in den 1960er Jahren genau dieser Ort entstand, hat gewichtige Gründe. Hier am alten Eiderarm gibt es einen Wasserzugang und die Anlage befindet sich in freier Natur. Keine Industriebetriebe, keine Überlandleitungen und kein Hafenbetrieb, nichts, was eine Messung negativ beeinflussen könnte. Da die meisten Schiffe aus Stahl und demnach magnetisch sind, ist diese Anlage so extrem wichtig, um vor Seeminen zu schützen. Das meiste an dieser Konstruktion besteht aus Holz, selbst der lange Weg dorthin besteht aus schweren Holzbohlen. Da hier magnetische Felder erzeugt und gemessen werden, darf nichts, was nicht zum magnetischen Feld der Schiffe gehört, zu Fehlinformationen führen. Auch die Konstruktion unter Wasser besteht aus Holz, die Anlage über dem 120 Meter langen Hafenbecken wurde auf Gründungspfählen aus Basralocus, einer tropischen Holzart aus Surinam gesetzt.

Zur Auswahl der Materialien wurden Meeresbiologen hinzugezogen, da das Holz auch gegen die in diesen Gewässern vorkommende Bohrmuschel resistent sein soll. So kann von einer langen Lebensdauer der Anlage ausgegangen werden. Die Konstruktion selbst besteht aus massiven Leimbrettbindern, deren Ständer mit wetterfestem Sperrholz ummantelt sind. Alles, was dennoch an Stahl, beispielsweise für Anschlüsse oder Erdungspunkte erforderlich ist, besteht aus unmagnetischem Stahl. Im Käfig, aus 14 Bögen bestehend, befinden sich Drähte und Spulen, die über armdicke, schwarze Kabel mit Strom versorgt werden. Diese beziehen wieder den Strom von Generatoren, die wiederum in einem abgeschirmten Gebäude untergebracht sind.

Sobald jetzt Strom fließt, entsteht um das in diesem Käfig geparkte Schiff ein magnetisches Feld. Auch im Schiff liegen entlang der Bordwände Spulen und Drähte, netzförmig angeordnet. Denn, selbst wenn die Schiffe komplett aus unmagnetischem Stahl gebaut werden, so sind im Inneren doch Generatoren, Computeranlagen, Sender und elektrische Geräte. All diese verursachen Magnetfelder, die beim Schiffsbau nicht verhindert werden können. Aber genau diese gilt es zu finden und abzuschirmen. In der Anlage können verschiedene Ströme erzeugt werden, so ist es möglich, verschiedene Einsatzgebiete magnetisch nachzubilden. Marineschiffe können so realitätsnah getestet werden. Allein die deutsche Marine lässt hier zweimal jährlich ihre Boote testen und einstellen, vor jedem Einsatz und nach einer Werftliegezeit.

Etwa 50 Tests werden so jährlich allein für die Marine durchgeführt. Aber auch etliche Staaten, vor allem Ostseeanrainer, greifen auf diese in der Welt einmalige Anlage oft zurück. Glückliche Wiederkehrer aus den Krisenregionen der Welt zeigen immer wieder, wie wichtig und sinnvoll diese Anlage für die Sicherheit der Schifffahrt ist. Derzeit entsteht in Kiel-Holtenau eine neue, größere Entmagnetisierungsanlage.

Schirnauer See

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Die Fischer vom Schirnauer See; Brauers Aalkate

Als 1804 der Schullehrer Hans Brauer mit seiner Familie nach Rade zog, konnte er vom Lehrergehalt alleine nicht leben. So arbeitete er zusätzlich als Schiffer zur See. Seine Nachkommen traten in die Fußstapfen ihres Vaters und wurden Fischmeister. Im Jahr 1854 fischten sie bereits im Schirnauer See und in der Obereider. 1870 klagte die Stadt Rendsburg gegen die angrenzenden Dörfer der Obereiderseen um die alleinigen Fischrechte.

Doch die Klage wurde vom Reichsgericht in Berlin abgewiesen. Auch Familie Brauer behielt ihre Rechte. Im Zuge des Kanalbaus verschwand der Schirnauer See. So wurde das Gewohnheitsrecht erstmals auf den Kanal übertragen und 1922 in einen zwölfjährigen Pachtvertrag mit dem Deutschen Reich als Eigner des Kanals festgeschrieben.

Als der Kanal 1965 zum zweiten Mal erweitert wurde, mussten das Wohnhaus und die angrenzenden Gebäude mit dem davor liegenden Bootshafen weichen. Heute zählen 400 Hektar auf einer Länge von 16 Kilometern zwischen Schacht-Audorf und Königsförde zu Hans Brauers Fischereigebiet.

In der eigenen Gastwirtschaft werden die Regenbogen- und Lachsforellen, aber auch Heringe, Butt, Zander und Aal zubereitet. Daneben finden Menschen in einer der Ferienwohnungen naturnahe Erholung. Besonders reizvoll sind Bootsfahrten mit dem original Helgoländer Börtboot „Nathurn“ als Begleitfahrt der großen Traumschiffe. Kontaktdaten: Brauers Aalkate, Schirnauer See 5, 24790 Rade, Telefon: 04331-91561 brauers-aalkate.

Himbeerhof Steinwehr

Nord-Ostsee-Kanal, Fähre Oldenbüttel, Flüsse und Kanäle Schleswig-Holstein | © mare.photo

Himbeerhof Steinwehr am Nord-Ostsee-Kanal

Dass eine Fabrik ihren eigenen Eisenbahnanschluss hat, ist nichts Ungewöhnliches. Aber dass ein Gut seinen eigenen Schiffsanleger hat? Das ist schon sehr besonders.

Denn eigentlich kommen hier die Menschen aus der ganzen Region mit Auto, Bus und Fahrrad, doch gelegentlich hält eben auch einmal der Ausflugsdampfer am gutseigenen Anleger.

Früher gab es hier so etwas wie einen Liniendienst, vor wenigen Jahren wurde die Anlegestelle für Ausflügler reaktiviert. Man kann sich kaum vorstellen, dass dort, wo die Hänge hinab zum Kanal gleiten, früher weites Land, weites Feld war, bis dann der Kanal gebaut wurde. Die Eider floss hier entlang und ein steinernes Wehr hat sie kontrolliert, so entstand der Name dieses Gutes. Dabei war es in den Anfängen nur eine Meierei für die Güter Osterrade und Kluvensiek. Erst 1806 wurde es zu einem eigenständigen Gut und seit 1958 ist es in der Hand des Hamburger Kaufmannes und Reeders Ernst Komrowski. Ich glaube, es gibt in dieser Region kein Gut, welches annähernd so stark besucht wird wie dieses. Da scheint ein Mensch mit seinem Team alles richtig gemacht zu haben, als er vor etwa 35 Jahren begann, die Flächen zu Obstplantagen zu erklären und Himbeeren anzupflanzen. Doch haben Himbeeren nur eine kurze Saison, so werden auch Erdbeeren, Johannisbeeren, Kirschen und verschiedene Gemüsesorten angebaut.

Wenn es Mai wird, gibt es die frischen Erdbeeren in allen Varianten, zum Selbstpflücken oder als Torte oder mit frischen Waffeln und Sahne oder oder oder. Dann kommen die Himbeeren in gleicher Vielfalt. Frisch vom Strauch in den Mund in klassicher Gartencafé-Kultur unter freiem Himmel oder in Zelten, vor der Kulisse des Gutshauses und den alten, gut erhaltenen Scheunen. Ein kleiner Laden lädt ein, ein wenig der hier erlebten Landlust nach Hause zu tragen.

Begleitend gibt es Konzerte, Märkte zu allen Jahreszeiten und kulturelle Veranstaltungen. Individuell steht der Hof auch offen für die eigene Hochzeit oder das gesellschaftliche wie geschäftliche Event. Der Wunsch nach einer Kutschfahrt wird hier genauso erfüllt wie die Anreise mit dem Schiff. Kontaktdaten: Steinwehr 16 24796 Bovenau (Steinwehr) Tel. 04357-241 Himbeerhof Steinwehr.

Sehestedt + Bovenau

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Sehestedt am Nord-Ostsee-Kanal

Das NATO-Unglück:

Bei einer nächtlichen Luftlandeübung der Nato bei Sehestedt und Bovenau sprangen 1974 600 Soldaten aus 36 Hercules Transportmaschinen ab. Dabei stürzten neun schottische Fallschirmspringer in den Kanal, da sie vermutlich den Kanal mit einer Landstraße verwechselten. Sechs Kameraden ertranken. Der für dieses Unglück verantwortliche Vorgesetzte nahm sich unmittelbar danach das Leben.

In Gedenken an sie stellte die Gemeinde Sehestedt 1975 auf der Südseite des Nord-Ostsee-Kanals einen Gedenkstein auf. Auch wurde für jeden toten Soldaten je ein Baum gepflanzt. Jedes Jahr legen überlebende Kameraden des XV. Fallschirmbataillons einen Kranz nieder.

Über die Tragödie hinweg hat sich eine tiefe Verbundenheit entwickelt zwischen den Bewohnern in Sehestedt und Schottland. So lag es dann auch nicht fern, gemeinsam die ersten Highland-Games in Sehestedt zu organisieren. Nicht aus Kommerz, sondern aus der tiefen Freude an Gemeinsamkeit.

Das Gefecht von Sehestedt

Sehestedt wurde 1282 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit war der Ort noch nicht geteilt. Am 10. Dezember 1813 standen sich dänische und schleswig-holsteinische Truppen mit bunt zusammengestellten Einheiten der Alliierten, Preußen, Schweden und Russland, gegenüber. Dieser Tag ist als das „Gefecht von Sehestedt“ in die Geschichte der napoleonischen Kriege eingegangen. Die französische Hauptarmee floh nach der Niederlage bei Leipzig nach Westen, die mit ihnen verbündeten Dänen versuchten, nach Norden auszuweichen.

Zwar stellten sich ihnen die alliierten Einheiten in den Weg, doch konnten diese trotz der für beide Seiten verlustreichen Kämpfe nicht verhindern, dass sich die Dänen in die Festung Rendsburg zurückziehen konnten. Nach fast neun Jahren wurde ein eindrucksvolles Denkmal errichtet und am 28. Juni 1822 feierlich eingeweiht. Es befindet sich in der Mitte des Dorfes auf der Nordseite auf einem dreistufigen Sockel, der von zwölf mit nach oben zeigenden Mündungen umzäunt ist. An den vier Seiten sind Bronzeplatten eingelassen. Die nach Süden gewandte Platte zeigt eine vergoldete Allegorie des Krieges. Auf der westlichen Seite sind die siegreichen Truppen gezeigt und auf der nach Osten zeigenden Seite deren Kommandeure. Noch heute ist das Gefecht Anlass alljährlicher dänischer Feiern.

Die Kirche

Kommt man von der Südseite mit der kostenfreien Fähre über den Kanal, fällt unweigerlich die alte Backsteinkirche mit dem hölzernen Turm auf. Dabei handelt es sich um eine schlichte rechteckige Saalkirche, die nach den beiden Aposteln Peter und Paul benannt ist. Das spätromanische Feldsteinschiff stammt vermutlich aus der Zeit um 1200. Erstmals wurde sie 1318 urkundlich erwähnt und ist damit vermutlich älter als die umliegenden Kirchen. Im Jahr 1829 wurde die Kirche auf der Ostseite mit einem Backsteinbau verlängert und ihre Fenster vergrößert. Das Innere dieses Gotteshauses ist geprägt von einer durchgehenden Holzbalkendecke und einer spätklassizistischen Einrichtung von 1819. Zu dieser Zeit wurden bestuhlte Emporen errichtet. Im gleichen Zuge entstanden Altar und Kanzel neu und die Empore am Westgiebel erhielt eine Orgel.

Das Pastorat

Nachdem das alte Pfarrhaus durch ein Feuer vernichtet wurde, entstand 1820 das neue Pastorat. Dabei handelt es sich um ein reetgedecktes Gebäude im klassizistischen Stil mit einer säulengetragenen Vorhalle und einer darüberliegenden Segmentbodengaube. Im Zuge der Kanalerweiterung sollte es im Jahr 1969 abgerissen werden, weil es zu dicht an der neuen Böschung stehen würde. Doch der Einspruch des Amtes für Denkmalpflege rettete das Gebäude und ließ es durch eine aufwendige Stützmauer stabilisieren. Im Pastorat ist heute auch das „Haus der Geschichte“ untergebracht. Kontakt: www.kirche.sehestedt.deevangelisch-lutherische Kirchengemeinde · Kirchenweg 14· 24814 Sehestedt Telefon 04357-249 · Fax 04357-259 · E-Mail: kirche@sehestedt.de

Gut Sehestedt

In Sehestedt gab es mal eine Wasserburg. Auf ihrem Grund entstand die großzügige Hofanlange Gut Sehestedt. Noch bis 1865 von Wassergräben umgeben, prägt sie bis heute das Bild des nördlichen Dorfes. Ein breiter Weg führt von der Landstraße zum Gutshof mit seinem im Jahr 1728 erbauten Herrenhaus. Die Geschichte des Gutes geht bis in das 13. Jahrhundert zurück, reetgedeckte Scheunen, eine Wagenremise und eine Kate prägen noch heute das Ortsbild. Teile des Gutes wurden 1996 unter Denkmalschutz gestellt.

Alte Schule

Sie fügt sich in das gesamte Ortsbild ein, ist Heimat des Dorfmuseums, des Feuerwehrgerätehauses und des Kindergartens. Im Jahr 1881 erbaut, diente sie bis zum 6. Juli 1971 als Volksschule. Heute müssen die Kinder mit dem Schulbus bis nach Borgstedt fahren. Für die Kinder auf der Südseite des Ortes bedeutet es, früh aufzustehen, um mit der Fähre auf die Nordseite und damit zum Schulbus zu kommen. In unmittelbarer Nähe der alten Schule liegt auch das alte reetdachgedeckte Schulhaus, welches seit Mitte des 18. Jahrhunderts genutzt wurde. Nach einer liebevollen Restauration dient es heute als Privathaus. Gemeinde Sehestedt: Arftkamp 45 · 24814 Sehestedt · Tel.: 0 43 57 / 4 57 · E-Mail: info@ sehestedt.de www.sehestedt.de

Kluvensiek

Wir fahren von Sehestedt auf der Südseite in Richtung Bovenau, so kommen wir auf halber Strecke durch Kluvensiek. Hier steht sie, die dritte der noch erhaltenen und rekonstruierten Schleusen des Eiderkanals. Nach holländischem Vorbild wurden beim Bau des Eiderkanals Schleusen mit Klappbrücken gebaut. In diesem Fall zeichneten die bereits im Schleusenbau erfahrenen Zimmermänner Hohann und Hartwig Holler verantwortlich.

Die Schleuse in Kluvensiek verfügt über zwei Schleusengänge, eine für die Schifffahrt und eine schmalere für die Regulierung des Wasserstandes. Als Baustoffe wurden heimische Materialien verwendet oder aus dem Ostseeraum importiert. Das Holz, überwiegend Eiche, kam meist aus der Region. Auch bei den Steinen für die Hintermauerung achtete man auf kurze Transportwege. Spezielle Bauteile wie zum Beispiel frostsicherer Klinker kamen aus Hellingör in Holland, die Sandsteine zu den Mauerabdeckungen wurden aus Bornholm geliefert und der Granit für die Scharniersteine fand sich in Norwegen. Der Kalk wiederum wurde aus Fünen geliefert und in einer Brennerei am Kanal verarbeitet.

Gut Kluvensiek

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Gut Kluvensiek | © weites.land

Die Schleuse hat den gleichen Namen wie das ihr gegenüberliegende Gut. Wir biegen rechts ab und durchfahren ein paar Meter eine grüne Allee. Vor uns öffnet sich ein großer Platz, teils aus Wiese, teils aus Steinpflaster mit fortführenden Kieswegen. Das ein oder andere Wohnhaus mit romantischem Naturteich, große Scheunen und ein schlichter und schöner Park bilden hier ein malerisches Ensemble.

Zurückhaltend und doch eindrucksvoll öffnet sich hier der Blick auf eines der schönsten Gutshäuser, die ich im Norden gesehen habe. Und da gibt es einige von. Aber dieses hier hat etwas Besonderes, fast Bescheidenes und doch so Edles. Dass Kaiser Wilhelm und sein Feldmarschall Moltke hier in der Phase des Baus des Eiderkanals verweilten, verwundert mich beim Anblick des Gutes kaum. Denn diesen Ort hatte bereits Ritter Otto von Sehestedt Herr auf Kluvensiek für sich im Jahre 1450 erkoren und aus dieser Zeit stammt wohl auch der Name des Gutes.

Denn dieser stammt aus dem Altplattdeutschen und beschreibt mit „Siek“ die sumpfige Niederung und mit „Kluven“ die Mulde, welche hinter dem Herrenhaus liegt. Der Grund für das heutigen Herrenhaus wurde im Jahr 1777 gelegt, als der Besitzer Georg Heinrich Hagen das alte Haus abreißen und durch einen eingeschossigen Bau ersetzen ließ. Doch nach dessen Tod musste sein Sohn das Gut verkaufen, so erweiterte der neue Besitzer Gustav Hirschfeld nach 1830 das Gebäude um eine weitere Etage und ein Giebelgeschoss. Heute dient die Anlage als Tagungsort und als unvergessliches Ambiente für die ganz persönliche Traumhochzeit. Weitere Informationen unter Herrenhaus Kluvensiek

Königsförde

Um entspannt mit dem Hund spazieren zu gehen, fahre ich oft an die Nordseite des Fähranlegers Landwehr, stelle dort den Bulli ab und laufe dann den Kanal entlang in östlicher Richtung. Vorbei geht es an einer Weiche, an der die Schiffe bei Gegenverkehr warten müssen. Dann buchtet sich der Kanal ein wenig aus, der Weg führt herum auf eine kleine Anhöhe. Von hier aus gibt es eine schöne Rundumsicht über den Kanal, aber auch zum gegenüberliegenden Flemhuder See.

Vorbei an Wiesen und Weiden geht es den hochgelegenen Feldweg entlang. Das nächste Mal sollten wir eine Decke und einen Picknickkorb mitnehmen, der Platz hier oben auf der großen Wiese ist wie geschaffen dazu. Doch heute genügt auch eine der Sitzbänke. Ich laufe mit dem Hund die Strecke weiter bis der Weg einen Knick nach rechts macht. Rechts des Weges liegt ein etwa 700 Meter langes Stück der alten Eider, an die ein Gut mit seinen Anlagen angrenzt.

Hier also ist Freiherr von Münchhausen zu Hause. Allerdings erzählt Ernst Friedemann Freiherr von Münchhausen keine Lügengeschichten, sondern ist geschäftsführender Gesellschafter einer der größten Bio-Erzeuger für Lebensmittel und Futtermittel wie auch Saatgut und Dünger in unserem Land. Dieses Gut, welches bis 1828 den Namen des hiesigen Ortes „Schinkel“ trug, hat eine Gesichte, die bis vor 1284 zurückgreift. Denn zu dem Zeitpunkt muss es hier eine Wasserburg gegeben haben, vermutlich von der Eider umgeben. Im Jahr 1791 entstand das heutigen Herrenhaus, welches gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einer geschlossenen Hofanlage erweitert wurde. Am Eingang befindet sich das gewaltige Torhaus mit einer Säulenhalle.

Im Torhaus selbst befinden sich zwei Glocken aus den Jahren 1531/1541. Die Uhr am Turm des Torhauses stammt aus dem Jahr 1683. Im Stil italienischer Renaissance kam 1895 ein imposant gestaltetes Tor, dekoriert mit der Skulptur zweier Pferdeköpfe, hinzu. Am 28. Oktober 2014 zerstörte Orkan Christian den Viehstall aus dem Jahr 1898. Obwohl nicht unter Denkmalschutz stehend, lag es Freiherr von Münchhausen sehr daran, die optische Gesamteinheit des Gutes zu erhalten. So wurde die noch vorhandene Bausubstanz mühevoll gerettet und zum Teil wieder aufgebaut. Im Inneren dient das Gebäude, welches zuletzt eine kombinierte Wohn-Werkstatt-Viehanlage war, heute der modernen Lagerung von 2000 Tonnen Getreide.

Eiderkanal-Schleuse Klein Königsförde

Schleswig-Holstein hat so viele kleine und unbemerkte Juwelen. Würde man von ihnen wissen, man wollte sie entdecken. Es hat natürlich auch sein Gutes, da solche Orte kaum überlaufen sind. Einen dieser Juwelen, nein – im Grunde genommen sind es zwei – finden wir in Klein Königsförde. Ja, der Ortsbeginn „Klein“ ist keine Untertreibung und wer diesen Ort besucht, darf sich sicher sein, dass er sich nicht verlaufen oder verfahren kann.

Eigentlich fährt man an ihm vorbei, doch wir biegen auf der Südstrecke des Nord-Ostsee-Kanals von Achterwehr kommend in Richtung Bredenbek kurz vor dem Ortseingang rechts ab – nach Klein Königsförde. Mitten durch die weiten Felder führt die lange und fast gerade Strecke geradewegs in den Ort. Nach ein paar Häusern fällt uns das erste Juwel auf – ein kleines rotes schwedisches Holzhaus. Das müssen wir uns auf dem Rückweg noch einmal genauer anschauen. Zunächst fahren wir den Ort weiter und biegen an der nächsten Möglichkeit nach rechts ab. Ein kleines Holzschild zeigt den Weg zur „Eiderkanal-Schleuse Klein-Königsförde“. Ein paar Meter weiter endet für uns der Weg und wir stellen den Bulli auf dem kleinen Parkplatz ab.

Von hier geht es nur zu Fuß oder mit dem Rad weiter. Leo, der Hund, springt aus dem Bulli und freut sich auf den gemeinsamen Spaziergang entlang an den abfallenden Koppeln und dem sichtbaren alten Kanal. Es ist eines der wenigen noch mit einer Länge von 1,5 Kilometern erhaltenen Teilstücke, eingerahmt von ursprünglicher Natur. Wollige Robustrinder grasen hier in Seelenruhe und ihre scheuen Kälber holpern tollpatschig über das Gelände. Nach wenigen hundert Metern erblicken wir sie, die nach holländischem Vorbild erbaute Klappbrücke, wie sie über den Kanälen in den Niederlanden gang und gäbe war. So kommt auch ihr landläufiger Begriff  „Holländerbrücke“ oder „Holländer-Klappbrücke“ zustande.

Ergrautes Holz, schwere Ketten, zu beiden Seiten ein Eisengeländer und zwischen den mit Pflastersteinen belegten Weg führen dicke Holzbohlen über diese Schleuse. Darunter verrät das Gemäuer mit dem angestauten Wasser und den schweren und zur Demonstration der Anlage geschlossenen Schleusentoren eindrucksvoll die Baukunst, welche in Zeiten des Kanalbaues 1776–1784 zum Tragen kam. Schon damals war der Eiderkanal eines der weltweit bedeutendsten Wasserbauwerke und zugleich auch die tiefste künstliche Wasserstraße. Über 100 Jahre war sie in Betrieb zu einer Zeit, da es noch keine Motoren gab und die Schiffe entweder segelten oder getreidelt, also von Pferden gezogen wurden.

Schon früh war sich der Canalverein der Bedeutung des alten ausgedienten Eiderkanals bewusst und sorgte mit seinen aktiven Mitgliedern dafür, dass die Schleusenanlage in den Jahren 1977/1978 aufwendig restauriert wurde. Das Gemäuer bekam dazu eine neue Verklinkerung aus Holland, denn diese Klinker sind härter gebrannt. Die Brücke ist voll funktionsfähig, anlässlich ihrer Wiedereröffnung wurde sie nach erfolgreicher Restauration geöffnet. Das alte Pferdehaus aus der Zeit des Treidelns und die ehemalige Meierei sind als Gebäude des aufgrund des Kanalbaus geteilten Gutes erhalten geblieben.

Die gelungene Restauration der Brücke war so beeindruckend, dass ihr 1988 von der Denkmalspflegeorganisation „Europa Nostra“ ein Diplom verliehen wurde. Ein kleiner Zwischenfall ereignete sich im Jahr 2005, als ein Waagebalken aufgrund von Pilzbefall abstürzte und so für eine aufwendige Reparatur sorgte. Hier möchte man ein wenig verweilen, die Augen schließen und die Gedanken wirken lassen, was für ein Treiben an dieser Stelle zu den aktiven Zeiten wohl stattfand. Vielleicht kommen wir noch einmal her und machen Picknick auf dem kleinen Ausstellungs- und Rastgelände vor der Schleuse.

Doch nun geht es weiter durch die landwirtschaftlichen Felder, die Koppel mit den Schafen und ihren Lämmern, vorbei an verstreut stehenden und zum Teil mit Reet gedeckten Häusern zum etwa 800 Meter entfernten Nord-Ostsee-Kanal. Dass zwei Wasserstraßen parallel zueinander gebaut wurden, ist den Geschichtsbüchern nach ein echtes Novum. Am Kanal entdecken wir eine gute Parkmöglichkeit für Bulli-Freunde wie mich und Wohnmobilisten mit direktem Blick auf das Wasser. Das ist also ein weiterer Grund, noch einmal hierherzukommen. Wie eingangs erwähnt, verlaufen kann man sich nicht in diesem Ort – nein – wirklich nicht. So geht es die Straße wieder hoch, vorbei an einer Reitanlage und einer Schule für Tierheilpraktiker, zurück zum Auto.

Denn da ist ja noch das anderen Juwel, welches wir uns für den Rückweg aufgehoben haben. So besuchen wir das kleine rote schwedische Holzhaus mit seinem liebevoll gestalteten Café „Kleiner König“. Neben wirklich gutem Kaffee, selbst gemachtem Kuchen und frischen Waffeln finden sich in der integrierten Wohnwerkstatt schöne Dinge für zu Hause. Denn hier beweist die Raumausstattermeisterin und Restauratorin Birthe Schaaf, dass sie neben ihrer kulinarischen Begabung auch gute Ideen und handwerkliches Geschick für besonderes Wohnambiente hat. Der Abschied fällt nicht ganz leicht, die familiäre Umgebung lässt uns schnell so fühlen, als wären wir bei Freunden. Und daher freuen wir uns, schon bald wieder hier zu sein.

Landwehr - Flemhude

Flemhuder See, Seen in Schleswig-Holstein, Amt Achterwehr

Der Nord-Ostsee-Kanal birgt viele Überraschungen. Nicht nur die unterschiedlichsten Schiffe auf dem Wasser, auch entlang des Kanals gibt es immer wieder neue Dinge zu entdecken. Auf der Nordseite des Kanals von Levensau kommend ist auf Höhe Neuwittenbek ein unscheinbarer Hinweis auf einen Schaugarten. Neugierig gehe ich den kurzen Weg hoch, eine kleine Bank bietet einen herrlichen Blick in östlicher Richtung über den Kanal. Gegenüber entwachsen einem verwitterten Stuhl auf der Sitzfläche blühende Pflanzen. Ein Motiv, was ich nur hier gesehen habe.

Ein paar Meter weiter hoch entdecke ich den Schaugarten, eine verwunschene Ansammlung von Pflanzen in allen Facetten. Hunde sollten hier draußen bleiben, auch wenn mich mein Hund auf allen Touren treu begleitet, habe ich hierfür volles Verständnis. So komme ich einfach zu einer anderen Zeit ohne ihn wieder, denn ich bin neugierig, auch ohne Gartenbesitzer zu sein. Ein Park en miniature, mit Kaffee und Kuchen in einer sehr familiären Atmosphäre, geöffnet vom 01. Mai bis zum 03. Oktober, es besteht auch die Möglichkeit, Ferien direkt am Kanal zu machen und in der Gästewohnung zu übernachten. Und dieser Ort hat durchaus Geschichte.

Früher gab es an dieser Kanalstelle einen Anleger und hier befindet sich seit der Kanaleröffnung im Jahr 1895 das Weichengebäude. Als solches war es allerdings nur bis 1917 in Betrieb. Im jetzigen Wintergarten befand sich einst das Dienstzimmer. Der diensthabende Weichenwärter regelte an dieser Stelle den Schiffsverkehr mit Signalbällen, die an einem Mast aufgezogen wurden. Nach Einstellung dieser Aufgaben wurde das Gebäude bis 1984 für Dienstwohnungen des Wasserschifffahrtsamtes genutzt. Anschließend stellte man die Wohnungen Mietern zur Verfügung und verkaufte es im Jahr 2001 an die jetzigen Inhaber. Weitere Informationen unter www.kanalgarten.de

Obstcafé Gut Warleberg

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Gut Warleberg | © weites.land

Die auf der nördlichen Seite parallel zum Kanal verlaufende Straße führt von Levensau aus in östlicher Richtung zur nächsten Fährverbindung, Landwehr. Kurz zuvor erscheint auf der rechten Seite eine Gutsanlage, der Warleberger Hof. Ein kleines, fast unscheinbares Schild auf der linken Straßenseite weist zum Obstcafé. Wenn es irgendwo im Großraum Kiel Erbeeren in allen Varianten gibt, dann hier.

Wir parken auf dem Wiesenstreifen vor den Obstfeldern und gehen die wenigen Meter zu Fuß auf die Anhöhe. Inmitten einer Kirschbaumplantage stehen wir vor dem Ausschank für Kuchen und Getränke. Gegenüber stehen das Geschirr und daneben die entsprechenden Angebote auf der Kreidetafel; dazu gibt es noch ein paar ergraute Bierzeltganituren, teilweise überdacht und ein weiter Blick über die Kanalschleife – was braucht es mehr für einen schönen Ausflug.

Man rückt zusammen oder setzt sich ins Gras, bestaunt die Schiffe und die Obstplantagen, mitgebrachte Hunde flirten untereinander oder dösen im Gewimmel. Hier erwartet uns bodenständige und rustikale Landlust-Atmosphäre. Aus der Natur gleich in der Natur genießen und einen unvergesslichen Nachmittag mit nach Hause nehmen – und garantiert wiederkommen, das ist das Hausrezept dieses Hofes. Wer mit Kaffee und Kuchen fertig ist oder lieber selbst backen will, begibt sich in die Obstfelder und pflückt eben selbst. Etwa 300 Meter nördlich der Plantagen befindet sich das Gut. Neben dem erwähnten Obstanbau wird Ackerbau, Hähnchenmast und Fortwirtschaft betrieben. Die Gutsanlage mit dem um 1900 gebauten Kuhhaus und seinem prägnanten Turm, der alten Meierei und dem eindrucksvollen Herrenhaus ist umsäumt von zum Teil über 300 Jahre alten Eichen, Buchen und Linden. Die jetzigen Wirtschafter, die Familie Buchenau, betreiben das Gut bereits in vierter Generation.

Unter gleichem Logo, aber seit drei Generationen in der Hand der Familie Kerlen, produziert die Warleberger Mühle nachhaltig und artgerecht Eier. Bereits in den achziger Jahren stellte Familie Kerlen den Betrieb als einer der ersten in Schleswig-Holstein auf Freilandhaltung um. Die Mitgliedschaft bei Feinheimisch garantiert beste und nachhaltige Produktion unter strenger Einhaltung des Artenschutzes.

Levensau

Levensau | © weites.land

Zu Zeiten des Eiderkanals war die Rathmannsdorfer Schleuse nach der Holtenauer die dritte Schleusenanlage, welche die Schiffe in Richtung Rendsburg passieren mussten. So eine Schleuse musste bis zu 2,60 Meter Höhenunterschied ausgleichen. Durch den Bau des Nord-Ostsee-Kanals wurde der Eiderkanal faktisch abgeschnitten, die Schleusenanlage geriet in Vergessenheit und verfiel. Erst in den Jahren 1984 bis 1988 wurde die Anlage durch den Canalverein aufwendig restauriert. Auch das Schleusenwärterhaus und der damalige Pferdestall konnten erhalten werden und vermitteln einen kleinen Einblick in die frühere Zeit.

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Alter Eiderkanal bei Gut Knoop | © weites.land

Ein kleiner Abschnitt des Eiderkanals ist auch hier zu finden und bietet ein Stück verwunschene und ursprüngliche Natur. Umgestürzte und sich selbst überlassene Hölzer, Vogelgesang, mit Algen bedecktes Wasser und dichtes Blattwerk zeigen den Kanal in einem märchenhaften Gewand. Der Schleusengarten, ein kleines Café, bietet Rast und sorgt für das leibliche Wohl. Einige Ferienwohnungen stehen in dieser beschaulichen Umgebung zur Verfügung. Das Café erreichen Sie unter schleusen-garten

Levensauer Hochbrücke

Eine Ansammlung von 10 Häusern nordwestlich der Brücke war ihr Namensgeber. Deren Name bezog sich wiederum auf den Fluss „Levensau“, welcher bis 1784 hier entlang floss, ehe er zum Eiderkanal umgebaut wurde. Der Eiderkanal ging dann in den Kaiser-Wilhelm-Kanal auf. Die Levensauer Hochbrücke überspannte bereits 1893 den noch unfertigen Kanal mit einer Spannweite von 163 Metern und einer lichten Höhe von 42 Metern. Sie war somit die größte aller damaligen Kanalbrücken. Da durch die bogenförmige Konstruktion die lichte Höhe nur in der Mitte des Kanals erreicht wird, befindet sich heute hier die engste Stelle des Kanals.

Für Kaiser Wilhelm II. war es die schönste Brücke des Kanals. Ursprünglich bildeten vier Türme über den Widerlagern zwei Tore. So hatte die Brücke Platz für eine kleine Schenke und einen Bahnhof. Bis in die 1960er Jahre hielten hier noch Züge. Im Jahr 1954 wurden Gleise und Fahrbahn voneinander getrennt und die Türme entfernt. Nur die Brückenköpfe mit ihren Widerlagern und die eisernen Bögen blieben erhalten. In den Widerlagern der Brücke überwintern alljährlich einige tausend Fledermäuse, darunter vor allem die „Großen Abendsegler“. Für diese Art ist die Levensauer Brücke das größte bekannte Winterlager Mitteleuropas. Im Zuge der Kanalerweiterung soll die Brücke im Jahr 2018 beginnend durch einen Neubau ersetzt werden, der sich in seiner Gestaltung an das jetzige Erscheinungsbild anlehnt. Dabei soll die jetzige Brücke während des Baus als Gerüst für ihren Nachfolger dienen. Unter Berücksichtigung der Fledermauspopulation sollen deren Räume erhalten bleiben und gleichzeitig auch in Zukunft das Bauwerk tragen. Die Fertigstellung der neuen Verbindung ist für 2021 anvisiert.

Knoop

Nord-Ostsee-Kanal, Fähre Oldenbüttel, Flüsse und Kanäle Schleswig-Holstein | © mare.photo

Von Kiel-Holtenau fahre ich den Kanal entlang, in einer Rechtskurve weist mir ein Schild den Weg zum Gut Knoop. Ich parke auf dem ausgewiesenen Platz aus Kopfsteinpflaster und Gras bestehend. Meine Blicke schweifen zu dem imposanten Gutshaus, den gepflegten Wohngebäuden und Stallungen. Pferde schauen vereinzelt aus der Box und genießen die Sonnenstrahlen. Der Hofhund kommt mir entgegen, lässt sich streicheln und ich spüre die Betriebsamkeit eines Samstagmorgens.

Wie es wohl in seinen Ursprüngen hier zugegangen ist, hat doch dieses Gut eine lange Geschichte. Die umlaufenden Wassergräben erinnern mich, dass es sich hier in den Anfängen um ein Wasserschloss handelte. Ja, dieser Flecken Erde hat Geschichte. Und die geht bis in das 14. Jahrhundert zurück, als sich hier wie auch in Emkendorf Treffpunkte literarischer Kreise bildeten. Das Gut Knoop selbst wurde bereits im Jahr 1322 erstmals urkundlich erwähnt. In den Jahren 1795 bis 1800 entstand das neue Herrenhaus im klassizistischen Stil durch Heinrich Graf Baudissin. Entworfen wurde es von dem dänischen Architekten Axel Bundsen. Geprägt ist das Gebäude von der imposanten, auf Pfeilern getragenen Vorhalle an der Hauptfront des Gebäudes.

Dichter wie Herder oder Klopstock besuchten das Gut im 18. Jahrhundert. Einen Besitzerwechsel erlebte es im Jahr 1866, als an den Kaufmann Ingward Martin Clausen veräußert wurde. Im Jahr 1903, also wenige Jahre nach der Inbetriebnahme des Kanals vor den Pforten des Gutes, kaufte der Bremer Tabakkaufmann Heinrich Gerhard Richard Hirschfeld das Gut, dessen Nachkommen noch heute hier leben. Der Krieg machte auch vor Knoop nicht halt, Brandbomben zerstörten die Anlage, doch wie durch ein Wunder blieb das Herrenhaus verschont. Nach dem Krieg beschlagnahmte das englische Militär das Gutshaus und nutzte es als Offizierskasino, Lazarett und Stabsstelle. Später zog das Landesamt für Denkmalpflege hier ein und verweilte einige Jahre. In den 1960er Jahren begann man mit der grundlegenden Restauration des Herrenhauses. Mehrere Wohngebäude und Stallungen, immer noch umgeben von den alten Wassergräben, geben diesem Gut eine entspannte Lebendigkeit. So sind heute Räume im Rahmen von kulturellen oder privaten Veranstaltungen zugänglich. Auf Wunsch werden auch Führungen durch das Herrenhaus angeboten. Weitere Informationen gibt es unter www.gut-knoop.de

Kiel

Kiel NOK, Nord-Ostsee-Kanal, Weites Land | © mare.photo
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Leuchtturm Kiel-Holtenau | © weites.land

Eines der schönsten Seezeichen der Welt ist der Holtenauer Leuchtturm. In seinem Fundament findet sich der Grundstein vom 3. Juni 1887 für den Nord-Ostsee-Kanal, dem damaligen Kaiser-Wilhelm-Kanal. Am 21. Juni 1885 wurde der Kanal mit seinem Leuchtfeuer dem Weltverkehr übergeben. Der Leuchtturm ragt 20 Meter in die Höhe, die des Leuchtfeuers 24 Meter. Dabei steht er auf einem kleinen Hügel, welcher aus dem Aushub des Nord-Ostsee-Kanals stammt.

Die Kieler Firma Rower war mit dem Bau betraut. Im Inneren des Turmes liegt im achteckigen Unterbau die Drei-Kaiser-Halle mit drei Gedenktafeln für die Kaiser Wilhelm I., Friedrich III. und Wilhelm II., in deren Amtszeit der Kanalbau fiel. Man wähnt sich in einer kleinen Kapelle, dieser Raum wird heute unter anderem für Trauungen genutzt. An der Fassade befindet sich eine weitere Gedenktafel mit der Inschrift: „Kaiser Wilhelm II. vollzog die Weihe des Nord-Ostsee-Kanals und übergab ihn dem Weltverkehr am 21. Juni 1895.“ Über dem Haupteingang reichen sich auf einem halbrunden Relief die beiden Meerjungfrauen „Nordsee“ und „Ostsee“ die Hände. Als Motivhintergrund dienen die beiden Leuchttürme von Brunsbüttel und Kiel. Ursprünglich zierte die nördliche Fassade eine Skulptur des Berliner Bildhauers Ernst Herter. Sie zeigte eine bronzene Nachbildung des Drachenbugs eines Wikingerschiffes.

Vermutlich wurde sie, wie auch das neben dem Leuchtturm stehende imposante Kaiser-Wilhelm-Denkmal, während des zweiten Weltkrieges eingeschmolzen. Heute markiert das Leuchtfeuer die Nordeinfahrt des Nord-Ostsee-Kanals, am Südufer wird er unterstützt von einer Laterne.

Der Tiessenkai

Auf der Nordseite des Kanals, im Stadtteil Holtenau, befindet sich der 1976 nach dem Schiffsausrüster Hermann Tiessen benannte Tiessenkai. Er ist Teil des Schutz- und Sicherheitshafens und Anleger für alte Frachtsegler, Küstenmotorschiffe (Kümos) bis 500 BRZ, Schlepper oder Schleppzüge. Hier befindet sich eines der drei Kanalpackhäuser aus der Zeit des Eiderkanals und eine Reihe eingeschossiger Kontorhäuser. Das im Jahr 1784 fertiggestellte Packhaus, ein imposantes Backsteingebäude, erinnert an die rege Hafentätigkeit in Holtenau. Mit seinen drei Geschossen, den Ladetoren und Luken wurde es bis 1978 als Speicher genutzt. Heute befinden sich hier ein Restaurant und Büroräume, wobei das typische Erscheinungsbild erhalten blieb. Vor dem Kanalpackhaus steht ein 7,5 Meter hoher Obelisk aus Sandstein, der an die Fertigstellung des Eiderkanals im Jahr 1784, den Vorläufer des Nord-Ostsee-Kanals, erinnert. Die beiden anderen Kanalpackhäuser stehen in Rendsburg und Tönning.

Schleusen

Schleusen sollen Schiffen ermöglichen, unterschiedliche Wasserstände zu überwinden. Allerdings kostet jede Schleusung Zeit und Geld. So gab es zu Beginn des Kanalbaues Überlegungen, auf Schleusen zu verzichten. Doch geht man von unterschiedlichen Wasserständen in Nord- und Ostsee aus, welche zum einen durch Windverhältnisse stark variieren, zum anderen aber durch die Gezeiten vor allem in der Nordsee entstehen, so wäre es zu Strömungen gekommen, die das Steuern der Schiffe in diesem engen Fahrwasser unkalkulierbar gemacht und zudem die Böschungen konstant destabilisiert hätten.

So entschied man sich von Beginn an für den Bau von Schleusen am Anfang und Ende des Kanals. Allerdings arbeitete man in Kiel anfangs mit offenen Schleusen und nahm Wasserstandsunterschiede von bis zu 50 Zentimetern in Kauf. Nur bei Hochwasser wurden dann die Tore geschlossen. Doch mit der ersten Erweiterung des Kanals in den Jahren 1914 – 1918 wurde dieser Zustand geändert. Der Unterschied zwischen dem Wasserstand in der Kieler Förde und dem Kanal beträgt im Mittel 40 Zentimeter.

Für den Betrieb der Schleusen zeichnen die Schleusenmeister verantwortlich. Sie müssen die Schiffsbewegungen vorausschauend planen, um Wartezeiten so gering wie möglich zu halten. Ein Schleusungsvorgang dauert etwa 25 Minuten. Während dieser Zeit kann Schiffsbedarf an Bord genommen werden. Doch darf der Ladevorgang niemals länger dauern als der Schleusungsvorgang selbst.

Alte Schleuse

Zur Eröffnung des Kanals standen in Brunsbüttel und Kiel je zwei Schleusenkammern zur Verfügung, die heute als „kleine Schleusen“ bezeichnet werden. Sie befinden sich südlich der Schleuseninsel.

  • 2 Kammern
  • Bauzeit 1887 – 1895
  • Nutzlänge 125 m
  • Nutzbreite 22 m
  • Drempeltiefe 9,80 m (NHN) – Holtenau
  • je Kammer 2 Ebbe- und 2 Fluttore
  • Füllung durch 2 Seitenkanäle mit je 12 Stichkanälen
  • Schleusungszeit ca. 15 bis 30 Minuten
Neue Schleuse

Bereits 1914 wurden die Schleusen an beiden Standorten durch jeweils zwei zusätzliche, größere Schleusenkammern erweitert. Sie werden heute als „große Schleusen“ bezeichnet.

  • 2 Kammern
  • Bauzeit 1911 – 1914
  • Nutzlänge 310 m
  • Nutzbreite 42 m
  • Drempeltiefe 14,00 m (NHN) – Holtenau
  • Schleusungszeit im Mittel 20 bis 25 Minuten – bei Niveauausgleich (Kanal und Ostsee gleicher Wasserstand) 3 bis 15 Minuten
Besichtigung

Die Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals zählen zu den größten Schleusenanlagen der Welt. Da über den Nord-Ostsee-Kanal auch der Weltverkehr fließt, gehören all seine Einrichtungen zu einem internationalen Sicherheitsbereich. Auf der Südseite des Kanals, im Stadtteil Kiel-Wik, befindet sich eine Schleusenaussichtsplattform, die von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang besucht werden kann. Diese liegt über einem Schleusentor auf einem Schleusenbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Verschiedene Infotafeln und Modelle erklären das Geschehen um den Kanal. Ein barrierefreier Zugang ist durch einen Aufzug gewährleistet. Hier ist das Relief des Kaisers von der Levensauer Brücke integriert. Zwischen der Nord- und Südseite des Kanals, ganz in Schleusennähe, verkehrt die kostenlose Personenfähre Adler I.

Personenfähre

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Personenfähre Adler I Kiel Wik | © weites.land

Schleswig-Holstein wurde durch den Bau des Nord-Ostsee-Kanals geteilt. Wege, Landschaften und Orte wurden getrennt, eine direkte Verbindung war nicht mehr möglich. Heute stellen 16 Fähren, 10 Brücken und je ein Tunnel für Fußgänger und Fahrzeuge die Verbindung her. Die Nutzung ist kostenfrei. Die einzig reine Personenfähre verbindet Kiel-Wik mit Kiel-Holtenau. 1984 wurde die Adler I in der Husumer Schiffswerft gebaut. Mit einer Größe von 14 Metern Länge und 5 Metern Breite hat sie einen maximalen Tiefgang von 2,20 Metern. Bei einer Leistung von 118 Kilowatt transportiert sie bis zu 49 Personen und ist dabei 8 Knoten schnell. Von der Fähre aus hat man einen direkten Blick auf die Schleusentore.

Schleusenpark und Wiker Balkon

Einen wunderbaren Ausblick auf die ein- und ausfahrenden Schiffe findet man im Schleusenpark in Kiel-Wik. Der an der Kanalböschung erbaute Balkon bietet einen weitläufigen Blick bis hin zur Kieler Förde. Nur wenige Gehminuten vom Schleusenpark entfernt gibt es im ehemaligen Kieler Gaswerk ein kleines Maschinenmuseum zu entdecken. Durch Rampen ist die Aussichtsplattform ohne Barrieren erreichbar. Über die provisorische Treppe kommt man in wenigen Minuten an die Nordmole des Kanals und auf die Aussichtsplattform gegenüber der Kanalschleuse.

Maschinenmuseum Kiel

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Maschinenmusem Kiel Wik | © weites.land

Vom Wiker Balkon aus in Richtung der Kanalschleusen kommend befand sich früher das Kieler Gaswerk. Zum Glück hat man mit der Stilllegung des Kieler Gaswerkes an dieser Stelle nicht beschlossen, die Gebäude abzureißen, sondern nach sorgfältiger Renovierung Platz geschaffen für unzählige historische Kraftmaschinen. Hier erlebt man anschaulich die zischenden Dampfmaschinen, den knatternden Lanz Bulldog, den geheimnisumwobenen Heißluftmotor und den uralten Ottomotor. Eine von Hand betriebene Bohrmaschine ist genauso zu entdecken wie ein dröhnender U-Boot-Motor. Ein Jahrhundert Maschinenbaugeschichte im Kontext zum Werft- und Machinenbaustandort Kiel ist hier eindrucksvoll dargestellt. Mehr unter Maschinenmuseum Kiel

Holtenauer Hochbrücke

Wenn Sie sich die Holtenauer Hochbrücke anschauen, dann machen Sie nicht den Fehler, sich alte Bilder des Vorgängers heranzuholen. Betrachtet man die technischen Mittel, die zu Zeiten des Kanalbaues zur Verfügung standen und die heutigen, kommen einem die Tränen bei dieser zweckbehafteten und emotionsbefreiten Architektur. Die aktuelle Holtenauer Hochbrücke ist natürlich auch dem Verkehrsaufkommen geschuldet, nachdem in den ersten Jahren zwischen Kiel-Wik und Kiel-Holtenau eine Prahmdrehbrücke die beiden Ufer verband, wurde sie 1912 durch die in Stahlfachwerk konstruierte Prinz-Heinrich-Brücke ersetzt.

Im Olympia-Jahr 1972 stand dann parallel die zweispurige Stahlbetonbrücke zur Verfügung. Die Stahlfachwerkkonstruktion wurde 1992 abgerissen und die Stahlbetonbrücke bekam einen Zwilling. Die Stahlbetonbrücken selbst haben eine Länge von 520 Metern. Es lohnt sich, auf der Ostseite zu Fuß über die Brücke zu gehen, hier hat man einen weiten Blick über Holtenau mit seinen Schleusen. Abraten muss man, die Brücke mit dem Fahrrad zu befahren, hier hat es in jüngster Zeit tödliche Abstürze in den Kanal gegeben, da das Geländer für Radfahrer einfach zu niedrig ist und Windböen zur unvorhersehbaren Gefahr werden können.

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