Lonely Planet: Ultimative Reiseziele – Die 500 schönsten Erlebnisse Weltweit

Wir stellen den neuen Lonely Planet Ultimative Reiseziele – Die 500 schönsten Erlebnisse weltweit vor. Um uns diesem Buch zu nähern, besuchen wir den Gendarmstien in Dänemark und lassen uns hier in einer Shelterhütte direkt an der Flensburger Förde nieder.  

Den Schlafsack in dieser offenen Übernachtungsbox ausgerollt und den Blick auf die fünf Meter entfernte Ostsee gerichtet, blättern wir in der neuen Ausgabe der Ultimativen Reiseziele. Gegensätzlicher können die strahlenden und kontraststarken Bilder des Lonely Planet zur grauen und nieseligen Förde kaum sein. Aber kann es woanders schöner sein als hier? Mal schauen, was der Lonely Planet unter ULTIMATIV versteht.

Ein Buch der Superlative?

Ultimative Reiseziele von Lonely Planet ist ein schickes Buch mit einer Sammlung von den 500 in einem aufwendigen Verfahren ermittelten schönsten Reiseziele weltweit. Dabei werden die vorgestellten Reiseziele in der Regel mit einer individuellen Bildgröße und einem kurzen einprägsamen Text bedacht. 

Wir entdecken uns bekannte, aber in gleichem Maße auch unbekannte Reiseziele, die nicht ohne Grund in Ultimative Reiseziele von Lonely Planet vorgestellt werden. Beeindruckend, wie viele der schönsten Erlebnisse in Deutschland und Europa zu finden sind.

Ein wenig vergleiche ist diesen Band durchaus mit einem sozialen Medium wie Instagram, in denen man sich durch die 500 meisten Klicks hindurch arbeitet.

Unter den ultimativen Reisezielen befinden sich Adressen, die touristischen Strömen gewachsen sind, allerdings auch Orte, die man in unseren Augen besser vor Touristen schützen soll: weil sie so einzigartig, so sensibel, so verletzlich sind. So beispielsweise die Antarktis, die ultimativ gefährdet ist.

Was sind ultimative Reiseziele?

Zunächst einmal komme ich nicht umhin, mir den Begriff ULTIMATIV aufzurufen und nach seiner Wortdeutung zu suchen. Ultimativ, das ist: nicht mehr zu steigern, nicht mehr zu verbessern, ausgereizt, endgültig. Ultimativ steht für Anspruch, für einen gewissen Druck. Und so provoziert der Lonely Planet Ultimative Reiseziele – Die 500 schönsten Erlebnisse weltweit in gewisser Weise. Solche Überbegriffe wecken in mir Aufmerksamkeit, solchen Aussagen kritisch und vorsichtig zu begegnen.

Und so entdecke ich Orte wie die Altstadt in Schweden und das herrliche Wasa-Museum, die zurecht touristische Höhepunkte sind. Spannende Architektur, grandiose Natur quer über den Kontinent machen Lust auf einen Besuch. Der Lonely Planet Ultimative Reiseziele differenziert sehr klar, auf welche Weise man diesen und jenen beschriebenen Ort erleben kann. Sei es als Aktivurlauber, sei es als Pauschaltourist. Bei vielen der beschriebenen Orte könnte ich ins Träumen geraten…

Und warum die ultimative Aufforderung?

Aber der Lonely Planet Ultimative Reiseziele macht Druck. „Nichts wie hin…“ versehen mit einem Tipp, wie die Örtlichkeit am idealsten zu erreichen ist. Dabei wünsche ich mir bei manchen Zielen, dass wir Touristen wegbleiben, weil wir mit unserer in Teilen pervertierten Reiselust entweder totalitäre Systeme unterstützen oder die sensible und bereits geschundene Natur schon lange unter unserem Selfi-Wahn und zwanghaften „Da muss ich gewesen sein“ leidet.

Wenn ich den Text über die Hagia Sofia lese und in Anbetracht ihrer Schönheit niederknien soll, ist es genau das, was ein Diktator wie der Amtierende sich wünscht. Ich kann vor einem Gebäude staunen, aber nicht in Anbetracht der politischen Situation noch aufgefordert, ihr ergeben zu sein.

Zugegeben, das ist nur einer von ganz wenigen Ausreißern. Überwiegend werden Adressen gezeigt, die touristischen Strömen gewachsen sind. Keines der genannten Reiseziele hätte es verdient, nicht erwähnt zu werden. Nach eigenen Angaben berücksichtigt der Lonely Planet auch die Nachhaltigkeits-Agenda der Unesco.

Lonely Planet: Ultimative Reiseziele – Unser Fazit

Der neue Lonely Planet Ultimative Reiseziele – Die 500 schönsten Erlebnisse weltweit ist ein gelungenes Nachschlagewerk für Reiseziele rund um den Globus. Die Ziele sind unbeeindruckt von der Reiseart ausgesucht und locken den Leser aus seiner Blase.

Ich hätte mir für dieses durchaus empfehlenswerte Buch Ultimative Reiseziele einen Titel wie z.B.  „Traumziele – 500 der schönsten Erlebnisse“ gewünscht und anstatt der Aufforderung „Nichts wie hin“„vielleicht, eines Tages…“ gewählt. Denn auch unser Reiseverhalten hat maßgeblichen Anteil an der Zerstörung einiger der vorgestellten Adressen mit globalen Auswirkungen oder der gesellschaftlichen Struktur einer Stadt.

Wer sich mit Reisen und mit Geographie beschäftigt, der sollte dieses Nachschlagewerk für einen schnellen Überblick in seinem Schrank haben. Und sich vielleicht ein Ziel für sein ultimatives Erlebnis heraussuchen und darauf hin träumen.

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Ultimative Reiseziele – Die 500 schönsten Erlebnisse weltweit
Lonely Planet
328 Seiten
Preis: € 29,90 (D) / 31,90 (A) / 41,50 (CH)
ISBN: 978-3-8297-3663-3

 

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