Leuchttürme

Leuchtturm Marienleuchte (alt + neu)

Leuchtturm Marienleuchte | © weites.land
Alter Leuchtturm Marienleuchte | © weites.land

Fehmarn gehörte bis zum Jahr 1864 noch zu Dänemark, so erzählt der alte Leuchtturm Marienleuchte noch aus der Zeit, in der er der dänischen Krone diente. Im Jahr 1831–1832 entstand Marienleuchte an der Nordostspitze der Insel.

Zuvor gab es hier, im damaligen Oldenburgshuk, eine Feuerbake. Sie sicherte den Postschiffverkehr zwischen den Inseln Fehmarn und Lolland. Aus dieser Zeit stammen auch die Insignien des dänischen Königs Frederik VI. in der Fassade des Leuchtturmhauses.

Bereits im Jahr 1819, als die Dampfschiffe Einzug in das moderne maritime Leben hielten, entstand ein erster Linienverkehr zwischen Kiel und Kopenhagen. So waren für eine sichere Durchfahrt durch den Fehmarnbelt Leuchtfeuer unausweichlich. Dieses imposante Gebäude hatte für den dänischen König ganz besondere Priorität und so wurde der Leuchtturm nach seiner Frau, Königin Marie Sopie Friederike benannt und auf diese Weise kam sein Name Mariefyr zustande. Er wollte seiner Frau damit ein ganz besonderes Geschenk machen und so wurde das Feuer am 28. Oktober 1832, an ihrem 55. Geburtstag, zum ersten Mal gezündet. Zur Einweihung muss es ein solch pompöses Feuerwerk gegeben haben, dass die Fehmarner herbeieilten im Glauben, das Gebäude stünde in Flammen.

Bis ins Jahr 1872 war Mariefyr der einzige Leuchtturm der Insel. Aus Mariefyr wurde Marienleuchte, ein Name, den auch der Ort für sich übernahm. Im Jahr 1879 bekam der Leuchtturm Marienleuchte einen Fresnelschen Linsenapparat und sicherte zukünftig durch Blinkfeuer den Wasserweg. Mit dem Einzug der Vogelfluglinie änderten sich nach 130 Jahren die Anforderungen, die der alte Turm nicht mehr erfüllen konnte. So entstand wenige Meter neben diesem ein moderner, charmebefreiter, reiner Funktionsturm. Er übernahm den Namen seines Vorgängers.

Die Pläne zum Bau der Vogelfluglinie als Direktverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen brachten große Veränderungen für die Insel mit sich. In den 1950er-Jahren begann man mit der Verwirklichung der bereits jahrzehntelang in den Schubladen liegenden Pläne zum Bau einer festen Brücke über den Fehmarnsund und einer großen Hafenanlage in Puttgarden, die den Fährhafen Großenbrode ablösen sollte.

Der neue Hafen entstand nur wenige hundert Meter nördlich der Marienleuchte, die ihrerseits dafür navigatorisch ausgebaut werden sollte. Dem nun aber bereits über 130 Jahre alten Gebäude war das aber nicht mehr zuzumuten, sodass in wenigen Metern Entfernung 1963 ein neuer Leuchtturm in moderner Bauweise entstand, der auch den Namen Marienleuchte übernahm. Nun steht der alte Turm wie bestellt und nicht abgeholt da. Jahrzehnte hat er treu seinen Dienst verrichtet. Unter Denkmalschutz steht er, aber da geht Schleswig-Holstein ganz eigen mit um. Oft versteht man in diesem Land darunter, dass an einem Gebäude so lange nichts verändert werden darf, bis es dann zusammenbricht und abgetragen werden muss. Ein klares Bekenntnis zur dänisch-deutschen Geschichte und ein sinnvoller Umgang im Einklang mit erhaltendem (!) Denkmalschutz wäre hier vonnöten, alles andere wäre schade für den ersten Leuchtturm Fehmarns.

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