Leuchttürme

Leuchtturm Kiel

Mitten im Wasser steht er und dient als Orientierungsfeuer für die Zufahrt in die Kieler Förde, dem Kiel-Flensburg-Weg, dem Kiel-Ostsee-Weg und dem Kiel-Fehmarnsund-Weg. Der Leuchtturm Kiel warnt gleichzeitig vor den Untiefen Stoller-Grund, Gabels-Flach und Klevenberg mit Kabeltrasse. Hier, mitten auf dem Wasser, haben auch die Lotsen ihre Station.

Als der Leuchtturm zwischen 1965 und 1967 erbaut wurde, kam eine ganz neue Bauweise zum Zuge, die Schwimmkastengründung. Dazu baute man an Land drei riesige aus Beton hergestellte Schwimmkästen, versenkte sie zentimetergenau auf den dafür vorbereiteten Grund, füllte sie mit Sand und setzte dann mithilfe eines großen Schwimmkranes den Aluminiumturm auf.

Ursprünglich lag hier das Feuerschiff vor Anker. Doch wurde es immer wieder gerammt. Nun stellte sich die Aufgabe, in dieser unwirtlichen Umgebung aus Sturm und Wellen, Salz, Hitze und Kälte ein beständiges und trutzendes Bauwerk zu entwerfen. Der 27-jährige Ingenier Gerd Newiger machte seinem Chef den Vorschlag, den Turm aus Aluminium zu bauen. Der Chef schüttelte den Kopf und wollte das bezahlte Lehrgeld zurück. Der junge Ingenieur überzeugte. Und dass der Kieler Leuchtturm noch heute seinen Dienst unverändert leistet, ist der beste Beweis für die Richtigkeit dieser Entscheidung.

Wie heute üblich, funktioniert der 33,5 Meter hohe Leuchtturm automatisch, auch er wird von der Verkehrszentrale Travemünde geleitet. Eine Gürtelleuchte mit einer Brennweite von 300 mm in Verbindung mit einer 230 V/400 W-starken Halogenmetalldampflampe erzeugt durch eine Umlaufblende einen Lichtstrahl, der 17,6 Seemeilen weit strahlt. Ein 6 KV Hochspannungskabel, welches mit dem Schalterhaus am Bülker Leuchtturm verbunden ist, sorgt für den zuverlässigen Betrieb. Für einen möglichen Ausfall stehen zwei Notstromaggregate im Turm bereit.

Der Leuchtturm Kiel ist aber auch mit einer Radarantwortbake, einer Pegelanlage, einer Messeinrichtung des BSH und einer Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes ausgestattet.  An diesem Turm laufen die Anmeldungen aller Schiffe auf, die in Richtung Kiel oder Nord-Ostsee-Kanal unterwegs sind. Dann wird entschieden, ob die Lotsen an Bord des Schiffes gehen. Bei schwerer See können die Lotsen hier übernachten.

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