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Kollund bei Nacht – Teil III

Kollund an der Flensburger Förde – Dritter Nachtspaziergang

Irgendwie können wir es gerade nicht lassen, Kollund ein weiteres Mal zu portraitieren. Und zwar wieder in der Dunkelheit. So laufen wir mittlerweile bekannte Straßen, aber auch durch ein junges Neubaugebiet, bis hinunter an die Flensburger Förde. Dabei wird uns bewusst, dass es in der Dunkelheit sowohl ganz ungewohnte optische, aber auch akkustische Entdeckungen gibt.  Wir versuchen in dieser Folge, beides zu beschreiben.

In Kollund macht man es sich abends gemütlich. Auf neudänisch macht man es sich so richtig hygge. Zu Hause wird das Licht angemacht. Bei Neubauten zunehmend auch außen. Sieht schön aus und braucht Strom. Aber Fotografieren, das ist bekanntlich Malen mit Licht und so sind wir nict ganz undankbar für diesen Teil der Energiever(sch)wendung.

Aber Licht tut der Seele gut. In den Sommermonaten haben wir davon im Norden genug. Der Körper braucht zur richtigen Zeit die richtige Menge. Die fehlt im Winter natürlich. Und so saugen wir vielleicht unterbewusst jeden Lichtflecken auf, dem wir begegnen. Und wenn wir eine gute Beleuchtung genießen können, wirkt das bestimmt gut auf unser Psyche. Dahingehend gehören  die Menschen in Kollund bestimmt zu den ausgeglichenen. 

So macht es auch wirklich Freude, abends im Dunkeln noch raus zugehen. Die frische kühle Luft, die entspannte Ruhe und der aufkommende Nebel lassen uns durchatmen und entspannen. Einigen Menschen begegnen wir mit ihren Hunden. Andere kommen jetzt von der Arbeit nach Hause, stellen ihr Auto in die erleuchtete Einfahrt und lassen sich auf den Abend ein. Im Dunkel durch Kollund spazieren zu gehen ist Stoff für Geschichten…

Kaum ein Auto, welches sich durch Kollund bewegt. Die meisten stehen jetzt am Wegesrand oder in der Garage. Der Glanz der Lackierung reflektiert bescheiden die Silhouette. In der Dunkelheit können selbst langweilige Autos zu Kunstobjekten werden.

Laternen ziehen sich wie Perlenschnüre durch die Dunkelheit. Nehmen den leeren Straßen ihre Schrecken. Sie verleihen Kollund Licht und Schatten. Nehmen dem Asphalt seinen Schrecken. Das Grau der nacht wird in feine Farben gehüllt. Die warmen Töne der herbstlichen Pflanzen udn das kühle Licht der steinernen Fassaden. Unser Schritt wird langsam. Alles andere als gehetzt. Uhr und Telefon zuhause. Jetzt und hier im Herzen, in den Gedanken, in der Perspektive, sind wir  in Kollund.

Eine ganz neue bewusste Entdeckung sind die Töne der Dunkelheit. Die junge Frau, die einem mit schnellem Schritt entgegen kommt. Das Auto, welches auf den Ortseingang zufährt.  Der Bus, der langsam an uns vorher rauscht. Und nach alledem sitzen wir an der alten Mole, wo einst die Butterdampfer von Kollund nach Flensburg ablegten. Heute ist hier der Ruderclub zuhause.  Da sind wir nun, Auf der Mauer an der Flensburger Förde. Eine kleine Herde Schweinswale schwimmt schnaufend an uns vorbei. Hier einer. Da einer. Sehen können wir sie nicht. Aber hören. Und den Moment fühlen. Erst nach langer Zeit können wir uns von diesem Moment lösen. Vom schönsten des Abends. Für die Galerie unseres Herzens.

Spät ist es geworden. Neue Wege sind wir gegangen. Hier in Kollund. Haben neu entdeckt. Und neu geschaut. Haben wir Kollund bei Nacht nun durch? Nein, noch lange nicht.

Kollund bei Nacht

Kollund bei Nacht – Teil 1

Warum nicht einmal einen Ort wie Kollund bei Nacht portraitieren? Ein fotografisches Experiment. Wie werden wir uns bewegen? Wie wird sich die Kamera verhalten und welche Motive werden wir entdecken?

Kollund, Krusau, Flensburger Förde, Leica SL 24-70mm

Kollund bei Nacht – Teil 2

Ein Ausflug in die Dunkelheit von Kollund und im Ergebnis ganz neue Ansichten eines Ortes an der Flensburger Förde, der schon bei Tageslicht priviligiert ist...

Kollund (Krusau, Kruså)

Kollund bei Nacht – Teil IV

Heute besuchen wir einen entlegenen Ortsteil von Kollund und beschreiben, wie wir uns mit der Kamera verhalten, welche Brennweite und Blende wir bei unseren Aufnahmen bevorzugen ...

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