Hallands län

Kodak Tri X und die Radiostation Grimeton – Am Anfang war das Wasser

Was haben das erste Kapitel der Bibel, der Kodak Tri X und die Radiostation Grimeton in Schweden gemeinsam? Bei allen drei handelt es sich um einmalige Schöpfungsgeschichten. Grund genug, das Unesco Welterbe, die Radiostation Grimeton in Schweden, zu besuchen und mit der Leica M und dem Kodak Tri X zu portraitieren.

Radiostation Grimeton trifft Kodak Tri X

Denn noch etwas hat die Radiostation Grimeton mit der analogen Leica M und dem Schwarz-Weiß-Film Kodak Tri X gemeinsam: Sie transportierten zu ihrer Zeit Nachrichten von Weltformat. Die Radiostation Grimeton für das Ohr und die Leica M mit dem Kodak Tri X für das Auge.

Zur Radiostation Grimeton biegt man nicht spontan ab. Geizige Wohnmobilisten nutzen den kostenfreien Stellplatz oft ohne die Beachtung der Radiostation Grimeton, interessierte Besucher haben irgendwo erfahren, dass die Radiostation Grimeton zu den Welterbestätten der Unesco in Schweden zählt und bekommen beim Anblick der riesigen Antennen feuchte Augen vor Rührung.

Weit sichtbar und noch weiter hörbar – die Radiostation Grimeton

Schon von weitem fällt uns eigentlich die markante Anlage der Radiostation Grimeton auf. Sechs Antennenmasten stehen mit einer beachtlichen Höhe von 127 Meter in einem genauen Abstand von 380 Meter in der flachen Landschaft von Halland hintereinander. Das Herzstück ist das Hauptgebäude der Radiostation Grimeton, hier werden die Landwellen erzeugt und ermöglichen so Frequenzen, die für diese Anlage benötigt werden oder wurden. Ein riesiger Generator wir dafür in Gang gesetzt, der dazu auf konstant 2000 Umdrehungen läuft und so klar definierte elektromagnetische Felder erzeugt. Nun können die Signale auf Reisen geschickt werden. Von der Radiostation Grimeton in Südschweden bis nach New York.

Das Ganze würde natürlich nicht ohne die zahlreichen Ölpumpen funktionieren und auch nicht ohne das kleine unscheinbare Wasserbecken vor dem Stationsgebäude, welches zur Abkühlung der Flüssigkeit wie ein Springbrunnen funktioniert. Denn das Öl muss auf konstant 90 Grad Celsius gehalten werden.

Die genaue Funktion der Radiostation Grimeton beschreiben wir in einem weiteren Artikel, an dieser Stelle nähern wir uns der Radiostation Grimeton fotografisch. Gerne würden wir die Langwellenantennen in dem gleichen Filmmaterial portraitieren, welches zur Inbetriebnahme im Jahr 1924 von den Reportern gerne genutzt wurde und wahrscheinlich würden wir in der größten fototechnischen Sammlung Skandinaviens, dem Fotomuseum auf Aland, sogar fündig. Hier lagern noch über 100 Jahre alte Film- und Entwicklungsmaterialien.

Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten – die Radiostation Grimeton und der Kodak Tri X

Aber wir entscheiden uns für funktionierende Aufnahmen für einen der populärsten Filme der analogen Nachrichtenwelt, den Kodak Tri X. Denn mit ihm wurden so viele internationale Nachrichten vermittelt wie mit der Radiostation Grimeton. Und beide, der Kodak Tri X und die Radiostation Grimeton sind Meilensteine in der Entwicklung der Übertragung von Nachrichten. Ebenso wie die analoge Leica M, die in meinen Augen mit in die Liste der Unesco Welterben aufgenommen werden müsste.

In Lichtgeschwindigkeit konnten mit der Langwellenanlage der Radiostation Grimeton Nachrichten über den Erdball verteilt werden, in gefühlt gleicher Zeit wurden und werden mit den Kodak Tri X Momente eingefangen, welche die Welt ein Stück veränderten.

Radiostation Grimeton und Kodak Tri X sind von gestern

Heute ist es selbstverständlich, informiert zu sein und zu informieren. Ob dies immer nich mit der gleichen Professionalität und Leidenschaft geschieht wie zu analogen Zeiten darf bezweifelt werden.

Aber nun sind wir hier, am Ursprung, der Entwicklung, an der weltweit einmaligen Radiostation Grimeton mit der ebenso einmaligen analogen Leica M und dem unverwechselbaren Kodak Tri X. Oft wurde durch ihren Einsatz für einen Moment die Welt verändert.

So klar die Kontraste des Kodak Tri X die unterschiedlichen Perspektiven der Radiostation Grimeton einfangen, so klar und strukturiert ist die Leica M und auch die Radiostation Grimeton selbst. Kein Detail zu viel und keines zu wenig. Die ideale Symbiose also, den Moment und den Charme dieser alten Industrieanlage der Radiostation Grimeton sichtbar zu machen.

Unhektisch den Lauf der Zeit abbilden – akustisch und visuell

Der Nachrichtenalltag ist und war etwas für Getriebene. Ging es damals darum, überhaupt Nachrichten zu übermitteln und Kontakte herzustellen, geht es heute um ein Zuschütten mit Informationen und Pseudo-Nachrichten. War zu Zeiten von Kodak Tri X, der analogen Leica und der Radiostation Grimeton das Nachrichtengeschäft noch echtes Handwerk, so wird heute in gleicher Windeseile die Nachricht ungefiltert  abgegriffen und so breit verteilt, dass sie allein durch ihre eigene Masse andere und dann sich selbst erdrückt. Würde man heute eine Radiostation Grimeton bauen, dann würde der Generator wahrscheinlich auf 200.000 Umdrehungen laufen- ganz gleich ob es Sinn macht oder nicht.

Langwellen gegen Langweilen in der Radiostation Grimeton

Uns selbst geht diese heutige zwanghafte Hektik eher auf die Nerven und so nehmen wir uns zwei Tage Zeit, die Radiostation Grimeton zu besuchen, ohne uns alle Optionen offen zu halten. Mit der Wahl des Kodak Tri X habe ich mich festgelegt, schwarz weiß zu fotografieren. Wir lassen uns die Anlage erklären, tauchen ein in die Geschichte der Radiostation Grimeton und in die Biografie des Erfinders der elektromagnetischen Wellen- der Langwellen.

Wir gehen immer wieder spazieren, setzen uns ins Gras, beobachten die Wohnmobilisten, die ihr Reich bis zur Abfahrt nicht verlassen werden und bis dahin ihre eigene Antennenanlage, ihre Satellitenschüssel, ausklappen, weil sie mit der Umgebung, in der sie gerade Urlaub machen, augenscheinlich nichts anfangen können.

Beim Betrachten der Bilder aus der Historie der Radiostation Grimeton höre ich förmlich die Schwingungen der Frequenzen und der Morsetöne und vielleicht ist es gerade das, was beim Kodak Tri X die Körnung ausmacht.

Berühren lassen erlaubt

Zugegeben, man braucht beides nicht mehr, weder die Radiostation Grimeton noch den Kodak Tri X. Aber noch immer funktionieren sie. Die heutigen Entwicklungen, die man ehrlicherweise genauso wenig braucht, von deren Notwendigkeit aber leidenschaftlich verteidigt wird, wird man nach einem vergleichbaren Zyklus nicht mehr beachten. Und noch etwa unterscheidet die unabhängige und augenscheinliche Technik der Radiostation Grimeton, einer echten Reportagekamera wie der Leica M und des Kodak Tri X: sie berühren.

Egal ob die Radiostation Grimeton, die analoge Leica M oder der Kodak Tri X, diese Erfindungen waren zu ihrer Zeit einmalig und haben die Grundlagen für unser Heute gelegt.Und so sollten wir respektvoll mit dem Alten umgehen um die Zukunft zu verstehen- so wir denn wollen.

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

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