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Kodak Tri-X: Geradeaus in die Zukunft und Rechts ins Verderben

Mit dem klassischen Reportagefilm Kodak Tri X und der Leica M7 + Elmarit 2.8 28 asph. new ist diese Serie  an einem nebeligen Morgen im ehemaligen Konzentrationslager Frøslevlejren entstanden. Die Idee dazu geistert schon einige Zeit in meinem Kopf, denn ich habe mir lange Gedanken gemacht, meine Gefühle zum aktuellen Umgang mit Auswanderern und Flüchtlingen aus anderen Teilen der Erde in Bildern zu erzählen.

Wir haben unserem Photoblog eine eigene Seite gewidmet. Zu finden ist der Artikel mit zahlreichen Bildern nun unter mare.photo

Begegnungsstätte Fröslevlager (Frøslevlejren)

Jeder Artikel wird weiter entwickelt, angepasst, ergänzt. Wenn Sie Anregungen oder Erlebnisse, historische und aktuelle Bilder haben, gerne mit uns zusammenarbeiten oder sich an dieser Stelle präsentieren möchten, dann schreiben Sie an redaktion@weites.land.

Kommentare

  • Ich möchte mich anschließen an die klaren Worte, die hier schon geschrieben stehen. Es wird höchste Zeit, dass wir unsere eigenen Ressourcen einsetzen, um dieser beängstigenden Entwicklung etwas entgegen zu setzen. Dringend benötigen wir eine neue Friedensbewegung, der ich mich sofort anschließen würde.
    „199 kleine Helden“ ist auch ein friedensstiftendes, völkerverbindendes Projekt. Egal, wie es den Kindern geht und in welcher Lebenssituation sie leben, nie sprechen sie hasserfüllt.
    Danke an Herrn Steffens, der die kleinen Held*innen hier nach und nach vorstellen wird. Ich komme gerade aus Guatemala, wo ich mit Diego gedreht habe. Davon später:)
    Sigrid Klausmann, Regisseurin „199 kleine Helden“

  • Lieber Kai,

    deine Gedanken und Bilder zu diesem Thema haben mich gerade sehr berührt. Alles, was du hier schreibst und zeigst fühlt sich so „richtig“ und wichtig an – regt zum Nachdenken an! Und plötzlich steht man mittendrin, mitten in diesem grausamen Schauplatz und ist gefangen in einer Stimmung, die den Atem raubt.

    Zum Thema „Menschlichkeit“ ist mir gerade vor ein paar Tagen noch die großartige Rede des Schauspielers/ Regisseurs/ Komponisten/ Produzenten… Charlie Chaplin aus dem Film „Der große Diktator“ in die Hände gefallen; sehr lesenswert – geschrieben vor 80 Jahren – und aktueller denn je!

    Für mich ist es sehr eindrucksvoll, wie du dich auf künstlerische Weise mit diesem Thema auseinandersetzt. Es steckt so viel Vorbereitung und Seele in diesem Beitrag…. Er ist ein wahrer „Seelenöffner“, so, wie du deine Art zu fotografieren auch selber beschreibst.

    Liebe Grüße
    Christiane

  • Lieber Kai,

    mit dieser Bilderserie hast du dein Ziel, das Lager in einer Stimmung darzustellen, die das widerspiegelt, wofür es steht, voll erreicht.
    Der Kodak Tri-X in Verbindung mit dem Licht/Nebel als Stilmittel funktionieren absolut!
    Deine Gedanken und Worte fassen die derzeitige Situation treffend zusammen. Der Text des Liedes „Blowin in the Wind“ (das ich schon tausendmal am Lagerfeuer sang) ist auf fast gruselige Weise aktuell und zeigt, wie wenig sich in der Welt ändert.
    Wenn man eins aus der Geschichte gelernt hat, dann, dass der Mensch nichts aus der Geschichte lernt.

    Liebe Grüße,

    Claus

    • Liebe Christiane, lieber Claus,
      Vielen Dank für Eure Zeilen. Ich finde es gerade spannend, sich mit der politischen Zeit des Kodak Tri X auseinander zu setzen. Die mit diesem Film gemachten Bilder erzählen von Krieg, von Apartheid, aber auch von einem Erstarken einer Friedensbewegung, einer Anti-Apartheidsbewegung, die letztendlich großen Einfluss in positiven Sinne hatten. Frieden wird es zwischen den Menschen nie geben, aber das ändert nichts daran, sich immer für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.
      Im Moment, so kommt es mir vor, wiederholt sich die damalige Zeit in all ihrer Brutalität und Kälte. Wenn wir hinnehmen, dass Menschen im Mittelmehr ertrinken, wenn wir hinnehmen, dass Mütter bei Gebären unter unerträglichen Schmerzen verrecken, weil es nicht ansatzweise die Standards unserer Medizin gibt (meine Nichte war als Hebamme in Flüchtlingslagern in Somalia und Griechenland in den letzten zwei Jahren), dann entscheiden wir über lebenswertes und lebensunwertes Leben. Vielleicht können wir Fotografierenden aufmerksam machen eben mit unseren Bildern. Ich habe mir einige Songs aus der damaligen Zeit vorgenommen und einen weiteren auch schon fotografiert. So ganz anders als diesen. Aber analog zu fotografieren bedeutet auch warten:-)
      Ich spüre jedenfalls, dass diese Art, Bilder einzufangen, sehr erfüllt. WEITES.LAND- das bedeutet für mich persönlich auch eine Weite in den Gedanken und Gefühlen. Und das halte ich vielleicht ein wenig für naiv, aber ein weiter Horizont ist ja anerkannt intelligenter als ein sehr eingeschränkter, beGRENZter Horizont.
      Vielleicht ist es ja ein Anstoß an andere Fotografierende, sich diesem Thema anzuschließen. Nutzen wir doch unsere Gaben:-)
      Nochmals vielen Dank für Eure Kommentare.

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