WEITES.LAND

Geradeaus in die Zukunft – Rechts ins Verderben

Gedanken in Fröslevlager

Wir erleben eine Entwicklung von Egomanie, Angst, Hetze und Radikalisierung in einem Tempo, wie man es von der digitalen Revolution kennt. Selbst vor christlichen und demokratischen Parteien und angeblich christlichen Gemeinschaften macht solcher Zeitgeist nicht Halt.
Schon lange treibt mich diese Entwicklung um. Nun war es Zeit, meine Gefühle und Gedanken dazu in Bilder zu fassen. Bilder, die an eine Zeit erinnern, in der es schon einmal eine solche Entwicklung gab, die in einer Tragödie endete. Heute bin ich auf dem Weg ins Fröslevlejren.

Die derzeitige Debatte um Flüchtlinge und die Besetzung mit Vokabeln, die mich gefühlt in die Zeit des Dritten Reiches versetzen, sind Auslöser für diese Serie. Es geht einigen Menschen, die sich Politiker, sogar Demokraten nennen und zudem mit Christentum und Sozialem werben, nicht mehr um die Not der Menschen sondern alleine um ihre eigene Machtdemonstration.

Sie nutzen Ängste ihrer Wähler und verharmlosen in einem unerträglichen Maße die Not und Gefahr vieler Menschen, die sich auf die Flucht begeben. Sie differenzieren nicht mehr zwischen Menschen in Not und Extremisten, stellen sie sich doch mit Letzteren durch ihr Verhalten auf eine gemeinsame Stufe.

Ich wünsche mir eine differenzierte und sachliche Debatte, wenn es um den Umgang mit Menschen geht, gleich, woher sie kommen. Populismus und Radikalität hat zur Errichtung des Lagers geführt, welches ich hier portraitiert habe. Gewalt fängt immer mit dem Wort an oder mit einem Bild. Daraus sollten wir lernen und menschlich im Umgang mit Menschen zu sein.

Manchmal vergleiche ich eine Bilderserie seitdem mit einer Komposition. Dann kommt mir zu einem Bild ein Lied in den Kopf oder zu einem Song entstehen innere Bilder. Zu dieser Serie erinnerte ich mich an den Gospel Blowin´ in the Wind aus dem Jahr 1962. Und vielleicht waren es ähnliche Beweggründe des Texters Bob Dylan, Bilder in Worte zu fassen, so wie ich hier versuche, Worte in Bilder zu bringen. Auf einmal verbinden sich Bilder und Worte zweier unterschiedlicher Menschen, die sich nie begegnet sind.

Es geht mir mit dieser Serie nicht darum, eine bestimmte Flüchtlingspolitik zu verfolgen. Es wird nicht die eine Lösung geben. Mir geht zum einen es darum, Menschen als Menschen wahrzunehmen und so mit ihnen umzugehen, dass sie eine gute Perspektive haben. Zum anderen ist es wichtig, eine eigene, differenzierte, respektierende, Meinung zu haben und sie zum Ausdruck zu bringen. Und diese kann, wie dieser Beitrag hoffentlich zeigt, durchaus durch Bilder sichtbar werden.

Wieviele Strassen auf dieser Welt
Sind Strassen voll Tränen und Leid
Wieviele Meere auf dieser Welt
Sind Meere der Traurigkeit
Wieviele Mütter sind lang schon allein
Und warten und warten noch heut‘
Die Antwort, mein Freund, weiss ganz allein der Wind
Die Antwort weiss ganz allein der Wind

Wieviele Menschen sind heut noch nicht frei
Und würden so gerne es sein
Wieviele Kinder gehen abends zur Ruh‘
Und schlafen vor Hunger nicht ein
Wieviele Träume erflehen bei Nacht
Wann wird es für uns anders sein
Die Antwort, mein Freund, weiss ganz allein der Wind
Die Antwort weiss ganz allein der Wind

Wie grosse Berge von Geld gibt man aus
Für Bomben, Raketen und Tod
Wie grosse Worte macht heut‘ mancher Mann
Und lindert damit keine Not
Wie grosses Unheil muss erst noch geschehn
Damit sich die Menschheit besinnt
Die Antwort, mein Freund, weiss ganz allein der Wind
Die Antwort weiss ganz allein der Wind
Die Antwort, mein Freund, weiss ganz allein der Wind
Die Antwort weiss ganz allein der Wind

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