Die Kirche (Kyrka) Vamblingbo gehört zu den fast 100 Kirchen auf Gotland und gehört zur Kirchengemeinde Hoburg ganz im Süden der Insel. Diese Sandsteinkirche unterscheidet sich deutlich von der anderen Landkirchen.

Diese Kirche ist in der gleichen Zeit der anderen Inselkirchen entstanden, südlicher befindet sich nur noch die Kirche in Sundre. Doch wie bei vielen der Gotteshäuser entstand sie auch auf den Mauern einer Vorgängerkirche, Teile davon wurden in die Vamlingbo Kyrka integriert. So kann man in der Südmauer Reste von Steinsärgen entdecken, die dort eingemauert wurden, aber auch eingearbeitete Reliefs oder der Taufstein lassen darauf schließen, dass bereits im 12. Jahrhundert hier Gottesdienst gehalten wurde.

Im Prinzip besteht die Kirche Vamlingbo aus einem dreischiffigen Langhaus, welches auf der Ostseite mit einem nur wenig zurückspringenden Chor verlängert wurde. Bedeckt ist das Gebäude mit einem schlichten Satteldach.

Da hier im Süden Gotlands vor allem Sandstein abgebaut wurde, verbaute man dieses Material auch an diesem Gebäude. Einzelne Elemente wurden aus Kalkstein gearbeitet. Etwa 100 Jahre später, im 14. Jahrhundert, fügte man der Kirche einen Turm hinzu und der war riesig. Stolze 75 Meter hoch, war er und damit der höchste Kirchturm auf Gotland. Man kann vermuten, dass er als Seezeichen dienen sollte, Leuchttürme gab es zu der Zeit noch nicht.

Bis zum Jahr 1736 war er standfest, doch kam ein schwerer Sturm über die Insel und brachte ihn zum Umsturz. Und das, obwohl er gerade einmal sechs Jahre zuvor renoviert worden war. Man baute ihn wieder auf, doch im Jahr 1817 war es ein Blitzschlag, welcher den Turm zu Fall brachte. 

Seit 1820 steht der heutige Turm mit seinem einzigartigen Laternendach und seinen zusätzlichen Stützmauern. Und genau dieser Umstand macht diese Kirche auf Gotland zu einem ganz einzigartigen Gotteshaus. Durch den Einsatz der Stützmauern verschloss man den Turmeingang, legte aber später von innen das Portal im Rahmen einer Renovierung wieder frei. Von den drei gleichgestalteten Außenportalen befinden sich somit zwei auf der Südseite und eines auf der Nordseite. Diese Anordnung könnte ihre Idee darin haben, einen solch großen Raum auch quer lüften zu können, um die feuchte Luft mit Hilfe von Durchzug nach außen zu tragen. Denn an sich ist die Nordseite eine besonders beanspruchte Wetterseite.

Erst später kam die Sakristei hinzu, denn diese angebauten Räume sind generell eine Erfindung ab dem 17. oder 18. Jahrhundert.

Im Inneren der Hallenkirche tragen vier runde Säulen die neun Kreuzgewölbe. Integriert in dem Triumphbogen ist eine erhöhte Predigtposition, eine Art Kanzel, auch Ambo genannt. Sie ist die einzige Erhaltene ihrer Art auf Gotland.

Wie man es von gotländischen Kirchen kennt, sind hier auch religiöse Szenen in Kalkmalerei festgehalten. einige von ihnen entstanden bereits im 13. und 14. Jahrhundert, die Bemalungen der Gewölbe im Langhaus sind die jüngsten Bilder und wurden im 17. Jahrhundert gestaltet.

Die Orgel ist jüngstes Glied der Kirche, sie kam erst 1985 hinzu.

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