Kaufmannshöfe in Flensburg – Der Käte-Lassen-Hof 

Der Käte-Lassen-Hof ist sicherlich einer der ruhigsten Handwerks- und Kaufmannshöfe in Flensburg. Und ich kann mir vorstellen, dass es hier im Vergleich zu den anderen Höfen eher beschaulicher zuging.  Schräg gegenüber der Nikolaikirche zu Flensburg am Südermarkt liegt der Käte-Lassen-Hof parallel zum Holmhof. Ein Schild über der Einfahrt zum Hof weist auf ihn hin.

Von Generation zu Generation

Der Gang durch das Querhaus gleicht heute einer kleinen sehenswerten Galerie. In Diakästen werden einige der Bilder von Käte Lassen gezeigt. So wird schnell klar, wie der Käte-Lassen-Hof in Flensburg zu seinem Namen kam. Aber von Anfang an: 

Im Jahr 1803 ließ sich der Urgroßvater von Käte Lassen als Goldschmied im heutigen Käte-Lassen-Hof nieder. Im Hof hatte er seine Werkstatt. Und die Höfe hatten wahrscheinlich Hausnummern, aber keine Namen. Aber der Großvater machte sich über die Jahre durch sein Handwerk seinen eigenen Namen.

Und so gab er sowohl für die damalige Zeit ganz üblich das Handwerk weiter an seinen Sohn Hans Nikolai Jonathan Lassen. Dieser kaufte 1846 das Geschäftshaus am Holm mit der Hofeinfahrt und baute auch durch seine Fähigkeiten und Kreativität die eigene Bekanntheit aus. Bis 1846 gehörte Flensburg zu Dänemark. Flensburg war bis dahin Dänemarks wichtigste Hafenstadt. So könnte der Kauf des Geschäftshauses durchaus mit der Besetzung durch die preußischen Truppen zusammen hängen. Vielleicht hat Lassen einfach die Gunst der Stunde genutzt.

Der Hof-Juwelier aus Flensburg

Von Generation zu Generation wurden damals nicht nur Beruf und Handwerksbetrieb weiter gegeben, sondern auch die Vornamen an den Erstgeborenen. Und so hieß auch der Vater von Käte Lassen Hans Nikolai Jonathan Lassen. Der profitierte vom über die Jahre gewachsenen Bekanntheitsgrad und schaffte es durch die eigenen Arbeiten zum Hofjuwelier.

Käte Lassen wird Künstlerin in Flensburg

Am 7. Februar 1880 kam Käte Lassen zur Welt. Sie war das dritte Kind der Eheleute Hans Nikolai Jonathan und Emmy Henriette Lassen. Ihr ganzes Leben verbrachte sie im Käte-Lassen-Hof in Flensburg. Davon sicherlich sehr viel Zeit in ihrer Atelier-Wohnung direkt unter dem Dach. 

Käte Lassen schuf Werke, die selbst einen sehr selbstverliebten Emil Nolde zum Staunen und Anerkennen brachten. In einem weiteren Artikel werden wir Käte Lassen vorstellen, die ein Kinderbuch konzipierte, Kirchenfenster gestaltete und zahlreiche Leinwände mit ihren Motiven verzauberte. Im Jahr 1956 verstarb Käte Lassen. Mehr zu Käte Lassen hier…

Die Kreativität muss der Familie in die Wiege gelegt sein. Denn Hans Nikolai Jonathan Lassen eröffnete im Jahr 1958 als Fotografenmeister sein eigenes Fotoatelier und -geschäft im vorderen Geschäftshaus, Holm 51. Der Verdacht liegt bei diesem Namen nahe, dass nun Urgroßvater, Großvater oder Vater von Käte-Lassen vom Goldschmied zum Fotografen gewechselt sind. Vielmehr hat man den Namen immer an den nächsten Sohn weiter gegeben und so handelt es sich bei diesem um den ältesten Bruder von Käthe Lassen.

Nach dessen Tod übernahm der Brillenmogul Fielmann die Geschäftsräume und betreibt sie bis heute. Im Jahr 2005 benannte man den Hof dann nach dem wohl berühmtesten Familienmitglied: Käte-Lassen-Hof.

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