Flensburger Förde im Winter – Auf den Spuren des Fördesteig auf Holnis im Schnee

Wir besuchen die Halbinsel Holnis an der Flensburger Förde. Die Flensburger Förde im Winter zu erleben, gehört zu den besonderen Momenten. Warum also nicht ein Stück des Fördesteig entlang wandern und so die Umgebung der nördlichsten Stadt Deutschlands aus einer ganz anderen Perspektive entdecken. Immer mit dem Blick auf das nahe Dänemark.

Nördlichste Stadt in Deutschland – aber nicht nördlichster Punkt in Deutschland

Die äußersten Punkte eines Landes scheinen eine magische Anziehungskraft zu haben. Da sind wir selbst nicht ganz ausgenommen. Holnis selbst gehört zur nördlichsten Stadt in Deutschland: Glücksburg ist ganz unbewusst weit über die Region vor allem für sein wunderschönes Wasserschloss bekannt. 

Holnis könnte man wie einen riesigen Schlosspark betrachten, der weit in das dänische Gebiet herein ragt. Fast ist man versucht, die Holnis-Spitze für den nördlichsten Punkt von Deutschland zu halten- dem ist ehrlicherweise nicht so. Macht aber nichts. Die einstige Insel Holnis hat auch so ihren ganz besonderen Charme, auch im Winter an der Ostsee.

Holnis – mild und feucht

Holnis erhebt sich bis zu 18 Meter aus der Ostsee und ragt in die Flensburger Förde. Im Norden trennt die Flensburger Förde Holnis gerade einmal vom 1700 Meter nördlich gelegenen Festland.

Mild und feucht ist es in der Regel auf Holnis. Im Durchschnitt scheint die Sonne an vier Stunden / Tag. Und im kältesten Monat, im Januar, liegt die Temperatur in der Regel bei zwei Grad Celsius. Im August übrigens, im wärmsten aber auch nassesten Monat dagegen bei 21 Grad Celsius.

Schlechte Voraussetzung also für eine schneebedeckte Halbinsel. Aber sobald Ostwind über die Flensburger Förde zieht, steigt die Hoffnung auf weiße Pracht.

Nichts wie raus – Holnis im Schnee

Dann heißt es nur noch : „raus….“ Ganz gleich, ob es stürmt oder sonnig und windstill ist. Hoch liegt der Schnee hier selten. Durch den Ostwind sind wie Felder wie leer gefegt. Aber auch dieser durchaus eisige Wind lässt irgendwann einmal nach. 

Und so ziehen wir unsere Runden auf den Pfaden des Fördesteig, der sich vom kleinen Grenzübergang Schusterkate bis an die Schlei zieht. Zahlreiche Wanderwege sind alleine auf der Halbinsel Holnis ausgewiesen. Und alle sind in der Regel einigermaßen barrierefrei. 

Vor allem die Vielseitigkeit von Holnis macht diese so interessant. Ist die Westseite als riesiges Naturschutzgebiet eher wild und schroff, zeigt sich die Ostseite mit ihrem Blick zur offenen Ostsee eher lieblich. Schöne Sandstrände, eine Uferpromenade, Restaurant, Campingplatz, Ferienanlagen prägen diese Facette der einstigen Insel.

Holnis an der Flensburger Förde und die Ziegelsteine

Egal, zu welcher Jahreszeit man nach Holnis kommt- gerade an der Westseite der Halbinsel Holnis werden unweigerlich die vielen Ziegelsteine auffallen, welche die Ufer der Flensburger Förde prägen. Den eigentlichen Grund erfahren wir auf der Nordseite von Holnis. Denn hier zeigen sich die Tonschichten. Sie kommen so überall entlang der Flensburger Förde vor. Und was macht man aus Ton? Ziegelsteine. Einst prägten etwa 70 Ziegeleien die Flensburger Förde. Geblieben sind noch drei. Sie befinden sich im dänischen Egernsund,

Zu den einstigen Ziegeleien gehörte eine solche Ziegelei auch aus Holnis dazu. Geblieben sind die zahllosen Bruchziegel an den Ufern und die Ziegelvilla des letzten Fabrikbesitzers. In dieser kann man heute seinen Urlaub verbringen.

Holnis und sein berühmtes Kliff

Eine der prägnantesten Erscheinungen auf Holnis ist unbestritten die Steilküste auf der nordwestlichen Seite. Einge Bänke und Tische laden ein zu verweilen und den grandiosen Ausblick auf den südlichen Teil von Holnis zu genießen.

Die Kuppe des Kliffs ist abgedeckt und darf nichtbetreten werden. Und das hat einen ganz banalen Grund. Wieder ist das Ton-Vorkommen potentielle Ursache für einen schweren Erdrutsch. Saugt sich Ton mit Wasser voll, wird es unstabil und kann abrutschen. Der gesamte Berg auf Holnis könnte also bei enormen Niederschlägen ins Meer gleiten. Eindrucksvoll wurde ein solches Phänomen 2020 in zwei schweren Unglücken Realität. Um so wichtiger, nicht der Versuchung zu erliegen und über die Kliffkante schauen zu wollen.

Die Nordseite von Holnis

Besonders urig zeigt sich die gesamte Nordseite der ehemaligen Insel Holnis. Steile Abhänge, abgestürzte Bäume, karge Wäldchen am Rande des Kieselstrandes. Impressionen einer wilden Natur.

Bei Hochwasser kaum zu passieren, zumal die Böschung abrutschen oder der ein oder andere Baum wieder abstürzen kann. Die Ostsee ist im Uferbereich besonders flach und kann im Winter schnell zufrieren. Vereiste Äste und Wurzeln abgestorbener oder angespülter Bäume zeigen den letzten Hochwasserstand. Jede Welle der letzten Sturmflut hat das Eis wie dickes Glas um die Baumreste gelegt.

Läuft man ganz um die Nordspitze von Holnis herum, erkennt man Reste eines alten Schiffsanleger. Nur wenige Meter sind es von hier aus noch bis zum Holnisser Fährhaus mit seinem für diese Halbinsel einzigartigen Gebäudeensemble. Hier kann man sich an einem der vielen schönen Plätze einquartieren, seine Feier ausrichten oder einfach nett ein schönes Menü oder Kaffee und Kuchen genießen.

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